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Regionalliga Bayern: Winterfazit Teil 2

Letzte Aktualisierung: 23. Dezember 2018

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Winterpause in der Regionalliga Bayern - Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Foto: foto2press

Die Regionalliga Bayern zeichnet sich in der Saison 2018/19 vor allem durch eines aus: Ausgeglichenheit. Zur Winterpause trennen den drittplatzierten 1. FC Schweinfurt 05 (35 Zähler) und den Tabellenzehnten Viktoria Aschaffenburg (27 Punkte) gerade einmal acht Zähler. Schlusslicht SV Heimstetten (19 Punkte) hat nur sechs Zähler Rückstand auf Platz 13 (FC Augsburg II/23 Punkte). Die Tabellensituation verspricht also bei noch zwölf verbleibenden Spieltagen Hochspannung bis zum Schluss. Das gilt auch für das Titelrennen. Der große Meisterschaftsfavorit FC Bayern München II und Verfolger VfB Eichstätt rangieren mit jeweils 44 Zählern an der Spitze. Der FCB hat allerdings noch zwei Nachholpartien zu bestreiten.

Hinter Bayern II und dem Überraschungsteam aus Eichstätt rangieren mit Schweinfurt, Wacker Burghausen und dem FC Memmingen gleich drei Mannschaften mit jeweils 35 Punkten. Der 1. FC Nürnberg II (34 Punkte), der TSV Buchbach und der SV Schalding-Heining (jeweils 33 Zähler) liegen dicht dahinter. Auf den Plätzen neun bis 13 folgen der FC Ingolstadt 04 II (28 Punkte), Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg (27 Zähler), die SpVgg Oberfranken Bayreuth, der FV Illertissen (jeweils 26 Punkte) und der FC Augsburg II (25 Zähler). Nur knapp vor den Relegationsplätzen rangiert die SpVgg Greuther Fürth II mit 23 Punkten. Auf den Relegationsrängen finden sich der TSV 1860 Rosenheim (22 Zähler) und der VfR Garching (19 Punkte) wieder. Punktgleich mit Garching auf den Abstiegsplätzen rangieren der FC Pipinsried und Liganeuling SV Heimstetten.

Tabelle, Ergebnisse und Ansetzungen der Regionalliga Bayern

Im zweiten Teil unseres Zwischenfazits blickt BFV.de auf die Teams auf den Rängen sieben bis zwölf.

TSV Buchbach legt starken Schlussspurt hin

Der TSV Buchbach spielt bisher eine absolut solide Saison. Noch nicht einmal fand sich der TSV auf einem Relegations- oder Abstiegsplatz wieder, die meiste Zeit rangierte Buchbach sogar in der oberen Tabellenhälfte. Die bisher beste Platzierung war Rang fünf nach vier Spieltagen. Dass der TSV nun als Tabellensiebter in die Winterpause geht und Platz drei gerade einmal zwei Zähler entfernt ist, liegt vor allem am starken Schlussspurt im Kalenderjahr 2018. Aus den letzten sechs Begegnungen des Jahres 2018 holte das Team von Langzeit-Trainer Anton Bobenstetter (seit 2010 im Amt) 14 von 18 möglichen Punkten (vier Siege, zwei Remis).

Höhepunkt der bisherigen Saison war sicher das Auswärtsspiel beim SV Schalding-Heining (4:3), zu dem die Buchbacher Fans gemeinsam mit der Mannschaft mit einem Kult-Sonderzug nach Passau angereist waren. Bereits zum fünften Mal hatte der TSV um Vereinslegende Wolfgang Bauer die Fahrt organisiert, bei der es ein Catering und musikalische Unterhaltung durch eine Abordnung der Buchbacher Blasmusik in der Bahn gab. "Die Fahrt mit dem Sonderzug ist eine einzigartige Chance, um dem Verein ganz nahe zu kommen und ihn noch besser kennenzulernen", hatte Wolfgang Bauer im Gespräch mit dem BFV erzählt.

Der Sieg beim SV Schalding-Heining war für Buchbach einer von fünf Auswärtserfolgen. Vor fremder Kulisse holte der TSV mehr Zähler (18) als vor eigenem Publikum (15). Bester Torschütze im Kader des TSV Buchbach ist Sammy Ammari mit neun Treffern. Sein Sturmkollege Thomas Breu hat sieben Tore auf dem Konto. Der einzige Spieler des TSV, der bisher in jedem Saisonspiel über die volle Distanz am Ball war, ist Mittelfeldakteur Aleksandro Petrovic. Der 30-jährige Deutsch-Serbe ist mit 221 Einsätzen der Rekordspieler in der Regionalliga Bayern. Sein Teamkollege Thomas Breu rangiert in dieser Rangliste mit 191 Begegnungen auf Platz vier. Mit Rechtsverteidiger Markus Grübl (182 Einsätze(Platz neun) befindet sich auch noch ein dritter Buchbacher unter den zehn Spielern mit den meisten Partien in der Bayern-Staffel. Das ist aber auch kein Wunder: Der TSV Buchbach ist seit Einführung der fünfgleisigen Regionalliga im Jahr 2012 Mitglied der Bayern-Staffel.

Schalding-Heining - Die beste Auswärtsmannschaft der Liga

Dass der SV Schalding-Heining auf Platz acht überwintert und ebenfalls mit dem Abstieg nichts zu tun hat, liegt vor allem an der Auswärtsstärke. Von zehn Partien vor fremder Kulisse gewann der SVS sieben (drei Remis). Damit holte Schalding-Heining 24 von insgesamt 33 Zählern auswärts und ist noch vor Spitzenreiter FC Bayern München II (23 Punkte) die beste Auswärtsmannschaft der Liga.
Warum es besonders in fremden Stadien so gut läuft? SVS-Torjäger Fabian Schnabel hat es im BFV-Gespräch erklärt: "Wir sind auswärts direkt gut in die Saison gestartet und dann mit viel Selbstvertrauen in jede Auswärtspartie gegangen. Hinzu kommt, dass wir eine Mannschaft sind, die gerne kontert. Es kommt uns also gelegen, dass wir als Auswärtsteam erst einmal den Gegner das Spiel machen lassen und dann mit schnellem Umschaltspiel für Gefahr sorgen können."

Der 24-jährige Schnabel, der im Sommer nach einem halbjährigen Intermezzo beim Drittligisten FSV Zwickau zum SVS zurückkehrte, ist mit sieben Saisontoren bester Torschütze im Kader. Und klar: 5 dieser sieben Treffer erzielte der gebürtige Passauer auswärts. "Dauerbrenner" im Team von Spielertrainer Stefan Köck, der seinen Vertrag erst kürzlich bis zum 30. Juni 2020 verlängert hat, ist Torwart Markus Schöller, der bisher keine der 1.980 Spielminuten verpasste. Köck selbst kam - auch verletzungsbedingt - nur in neun der 22 bisherigen Begegnungen zum Einsatz. Feldspieler mit den meisten Einsatzminuten ist Mittelfeldakteur Stefan Rockinger (1.945).

Strobl führt Ingolstadt II aus der Abstiegszone heraus

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Der SV Viktoria Aschaffenburg (blaues Trikot) ist besonders gegen die Top-Teams stark. Foto: foto2press

Für die U 23 des FC Ingolstadt 04 begann die Saison denkbar schlecht. Aus den ersten sieben Partien holte das Nachwuchsteam des FCI nur vier Zähler, Relegationsplatz 15 stand zu Buche. Die Folge: Trainer Ersin Demir musste gehen. Sein Assistent Tobias Strobl, der erst im Sommer vom Ligakonkurrenten TSV 1860 Rosenheim nach Ingolstadt gewechselt war, übernahm - und führte den FCI unten raus. Nach der Auftaktniederlage unter der Regie von Strobl (0:1 bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth) ging es mit dem neuen Cheftrainer schnell aufwärts. Es folgten sieben Spiele ohne Niederlage hintereinander (fünf Siege, zwei Remis). Jetzt - nach 22 Spieltagen - rangiert Ingolstadt II mit zwei weniger absolvierten Partien auf Platz neun, der Vorsprung auf die Relegationsplätze beträgt sechs Zähler.

Kurios: Die Ingolstädter U 23 ist das einzige Team der Liga mit einem ausgeglichenen Torverhältnis (28:28). Top-Torjäger im Kader des erst 31-jährigen Trainers Strobl ist Fatih Kaya mit zehn Toren. Die Spieler mit den meisten Einsatzminuten sind Innenverteidiger Lukas Gerlspeck und Mittelfeldakteur Jonatan Kotzke (jeweils 1.575).

Der jüngste eingesetzte Spieler beim FCI ist mit Patrick Sussek ein erst 18-jähriges Talent, das auf 13 Begegnungen kommt. Sussek ist deutscher U 19-Nationalspieler und stand auch schon einmal im Kader der Zweitligaprofis. Zu einem Profi-Einsatz reichte es bisher aber noch nicht.

Aufsteiger Aschaffenburg ärgert gerne die "Großen"

Liganeuling Viktoria Aschaffenburg hat es geschafft, bisher an keinem einzigen Spieltag auf einem Relegations- oder Abstiegsplatz zu stehen. Die beste Platzierung war nach zwei Spieltagen Rang fünf, die schlechteste Platzierung Rang 14 nach sechs Partien. Danach ging es wieder aufwärts. Vom 8. Spieltag bis jetzt rangierte die Viktoria immer zwischen dem siebten und dem zehnten Platz. Vor allem gegen die vermeintlich "Großen" konnte Aschaffenburg gut punkten. Die Mannschaft von Viktoria-Coach und Ex-Bundesligaprofi Jochen Seitz gewann sowohl bei Wacker Burghausen (2:1) als auch gegen den VfB Eichstätt (2:1). Bei Titelfavorit Bayern München II holte Aschaffenburg danach ein Remis (2:2). Zum Jahresabschluss knöpfte die Viktoria zuletzt auch dem 1. FC Schweinfurt 05 einen Zähler ab (1:1).

Die meisten Tore bei der Viktoria erzielte bisher Mittelfeldspieler Björn Schnitzer, der siebenmal traf, obwohl er zwischenzeitlich sechs Wochen wegen einer Knieverletzung gefehlt hatte. Es folgen Mittelfeldspieler Clay Verkaj und Innenverteidiger Luca Dähn mit jeweils fünf Treffern. Der 21-jährige Dähn ist auch der Spieler mit den meisten Einsatzminuten (1.890). Die erfahrensten Akteure, die für die Viktoria in dieser Saison am Ball waren, sind die beiden 34-jährigen Mittelfeldspieler Kevin Wittke (zwölf Einsätze) und Simon Schmidt, der 17-mal auflief. Wittke ist ehemaliger deutscher Junioren-Nationalspieler.

Bayreuth mit beeindruckender Aufholjagd unter Rost

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Timo Rost (r.) haucht der SpVgg Oberfranken Bayreuth neues Leben ein.

Bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth sah es zunächst danach aus, als ob es auch in dieser Saison schwer werden würde, in der Klasse zu bleiben, nachdem der Traditionsverein schon in der letzten Spielzeit erst in der Relegation den Abstieg verhindert hatte. Mit Trainer Josef Albersinger verlor die SpVgg ihre ersten sechs Saisonspiele. Erst dann holte Bayreuth die ersten Punkte (1:0 gegen den FC Ingolstadt 04 II). Dennoch war für den 52-jährigen Albersinger wenig später Schluss. Nach einem enttäuschenden 2:2 beim FC Pipinsried am 9. Spieltag endete für den Bayreuth-Coach eine kurze Amtszeit von weniger als vier Monaten.

Ex-Bundesligaprofi Timo Rost übernahm - und unter der Regie des früheren Trainers der U 23 der SpVgg Greuther Fürth kam die sportliche Wende. Sechs von 13 Spielen unter der Regie von Rost gewann Bayreuth und kletterte in der Tabelle vom letzten Tabellenplatz bis auf Rang zehn. Nach dem 1:1 zum Jahresabschluss gegen den SV Wacker Burghausen steht der elfte Platz zu Buche.

Das spektakulärste Spiel mit Beteiligung der SpVgg Bayreuth war mit Sicherheit der 4:3-Erfolg beim Aufsteiger SV Heimstetten am 29. Spieltag. Die Bayreuther schenkten zwischenzeitlich eine 3:0-Führung her, erzielten aber kurz vor Schluss noch den Siegtreffer. Bester Torjäger im Team von Timo Rost ist Mittelstürmer Shpetim Sulejmani. Der ehemalige Schweizer Junioren-Nationalspieler hat acht Treffer auf dem Konto. Dauerbrenner bei der SpVgg sind Torwart Sebastian Kolbe, der noch keine Sekunde verpasste (1.980 Minuten), und Angreifer Ivan Knezevic mit 1.964 Einsatzminuten. Bemerkenswert: Der älteste eingesetzte Spieler bei Bayreuth ist der 30-jährige Anton Makarenko.

Ungewollter Trainerwechsel beim FV Illertissen

Auch beim FV Illertisen gab es im Laufe der Saison einen Trainerwechsel. Allerdings lag es nicht an der sportlichen Situation. FVI-Coach Stephan Anderl, der krankheitsbedingt schon einen Großteil der Vorbereitung verpasst hatte, legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nach dem 12. Spieltag nieder. Zu diesem Zeitpunkt stand für den FVI Relegationsplatz 15 zu Buche. Wenig später verpflichtete Illertissen den ehemaligen Bundesligaprofi Marco Küntzel als Anderls Nachfolger. Und mit Küntzel ging es aufwärts, der FVI überwintert auf Platz zwölf.
Höhepunkt war der 3:0-Auswärtserfolg beim VfB Eichstätt, der zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer war. "Auf die Leistung in Eichstätt können wir stolz sein", sagte Küntzel gegenüber dem BFV: "Es ist schon etwas Besonderes, bei einem Titelkandidaten, der verdient so weit oben steht unter anderem bei der U 23 des FC Bayern 3:0 gewonnen hat, so deutlich als Sieger vom Platz zu gehen. Wir haben stark gespielt und es war sicher eine der bisher besten Partien von uns."

Ein Spiel zum Vergessen war dagegen die 2:6-Niederlage beim FC Memmingen. Auch zu diesem Zeitpunkt war Küntzel schon Trainer. Der 42-jährige frühere Bundesligastürmer gibt ehrlich zu: "Nach diesem Spiel war mit einer positiven Entwicklung nicht zu rechnen. Wir waren Vorletzter und hatten ein schweres Programm vor uns. Wenn vier von sechs Gegnern aus der Top Fünf sind, muss man erst einmal davon ausgehen, dass die Ausgangslage danach nicht viel besser ist. Es herrschte eher Skepsis als Euphorie." Aber Illertissen schaffte es und erarbeitete sich ein Polster auf die Gefahrenzone. Neben dem Sieg in Eichstätt gab es unter anderem Unentschieden gegen den 1. FC Schweinfurt 05 (2:2) und den SV Wacker Burghausen (2:2). Bester Torschütze beim FVI ist mit Felix Schröter (acht Tore) ein zweimaliger Deutscher A-Junioren-Meister. 2014 gewann der 22-jährige Angreifer den Titel mit der TSG Hoffenheim, ein Jahr später mit dem FC Schalke 04.

BFV/mspw

 
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