Die Saison 2025/26 war mit 195 gemeldeten Fair-Play-Aktionen eine Rekordsaison im bayerischen Fußball. Und auch die neue Spielzeit hat bereits ihr erstes starkes Zeichen für Fairness und sportliches Miteinander hervorgebracht: Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat Alexander Fischer vom TSV Wörth/Donau II im Juli als ersten bayerischen „Fair ist mehr“-Monatssieger der Saison 2026/27 ausgezeichnet.
Der 24-Jährige überzeugte gleich am ersten Spieltag der A-Klasse Regensburg 1 mit einer bemerkenswerten Geste. Im Heimspiel gegen den TV Barbing II zeigte Schiedsrichter Josef Hopfensperger (Altenthann) nach einem Zweikampf im Strafraum zunächst auf den Elfmeterpunkt. Noch bevor es zu Diskussionen kommen konnte, suchte Alexander Fischer das Gespräch mit dem Unparteiischen und stellte klar, dass kein Foulspiel vorgelegen hatte. Daraufhin nahm der Schiedsrichter seine Entscheidung zurück.
Zum Zeitpunkt der Szene war die Partie noch ausgeglichen. Für die Gastgeber hätte sich mit dem Strafstoß die große Möglichkeit zur Führung geboten. Fischer stellte den Fair-Play-Gedanken jedoch über den möglichen Vorteil für seine Mannschaft und sorgte damit für die Korrektur der Entscheidung.
Sportlich musste der TSV Wörth/Donau II die Partie am Ende dennoch mit 2:3 verloren geben. Zwar brachte die Heimelf das erste Tor des Tages auf die Anzeigetafel, doch die Gäste drehten die Begegnung im zweiten Durchgang. Fischers Anschlusstreffer in der 86. Minute kam letztlich zu spät.
Schiedsrichter Josef Hopfensperger hielt die bemerkenswerte Szene nach dem Spiel im Elektronischen Spielbericht (ESB) fest und würdigte das vorbildliche Verhalten des Wörther Angreifers. Im Rahmen der gemeinsamen DFB- und BFV-Initiative „Fair ist mehr“ wurde die Meldung aufgegriffen und Fischer anschließend zum bayerischen Monatssieger gewählt.
Die Auszeichnung nahmen BFV-Vizepräsident und Bezirks-Vorsitzender der Oberpfalz, Thomas Graml, Regensburgs Kreis-Spielleiter Michael Koriath sowie Gruppen-Spielleiterin Irene Hauk vor dem A-Klassen-Heimspiel des TSV Wörth/Donau II gegen den SV Moosham (2:4) vor.
Unmittelbar vor dem Anpfiff überreichten sie Fischer die Fair-Play-Urkunde, ein „Fair ist mehr“-Handtuch sowie einen Gutschein für den DFB-Fanshop. Der Geehrte zeigte sich von der Auszeichnung überrascht und betonte, auch künftig in vergleichbaren Situationen genauso handeln zu wollen.
Auch die Verantwortlichen des TSV Wörth/Donau freuten sich über die Ehrung. Der 1. Vorsitzende Markus Weinzierl und Abteilungsleiter Matthias Groß würdigten die sportliche Haltung ihres Spielers und sahen die Auszeichnung zugleich als Anerkennung für die Werte, die im Verein gelebt werden.
Mit der Aktion „Fair ist mehr“ würdigen der BFV und der DFB sportliches Verhalten. Die Unparteiischen tragen besondere Gesten im elektronischen Spielbericht (ESB) ein. Darüber hinaus können aber auch alle anderen Beteiligten vorbildliche Aktionen melden (per E-Mail an: fair-play@bfv.de).
Die fairen Sportler*innen erhalten ein hochwertiges „Fair ist mehr“-Handtuch, ein persönliches Dankesschreiben sowie eine Urkunde. Jeden Monat wird zudem ein/e Monatssieger/in mit einem zusätzlichen Präsent von einer/einem BFV-Vertreter/in ausgezeichnet. Am Spieljahresende wird der/die bayerische Saisonsieger*in gekürt. In der Saison 2025/26 würdigte der BFV insgesamt 195 Fairplay-Aktionen. Für die laufende Saison sind es bisher 40 Meldungen.