Wer in den vergangenen Sommermonaten einen Kunststoffrasenplatz betreut oder bespielt hat, kennt das Bild eventuell: Das Infill aus EPDM oder TPE liegt nicht mehr locker zwischen den Fasern, sondern bildet Klumpen, klebt zusammen an Schuhen oder Pflegemaschinen oder fühlt sich teilweise wie eine feste Matte an.
EPDM- und TPE-Granulate werden als Infill eingesetzt, um die Kunststofffasern zu stabilisieren, dem Platz die gewünschten Spieleigenschaften zu geben (z.B. Kraftabbau) und zur Verbesserung des Spielerkomforts. Bei hohen Temperaturen können sich die Eigenschaften dieser Materialien allerdings verändern. Kommt intensive Sonneneinstrahlung dazu, kann sich die Oberfläche eines Kunststoffrasenspielfeldes extrem aufheizen – Temperaturen von deutlich über 50 °C an der Oberfläche sind dann keine Seltenheit. In Kombination mit mechanischer Belastung, Feuchtigkeit, Verschmutzungen und einem bereits gealterten Infill kann dies zu Folge haben, dass die Granulatkörner irreversibel miteinander verkleben.
Verklebte Infill-Materialien sehen nicht nur unschön aus, sie führen auch zu einer massiven Verschlechterung der Spieleigenschaften des Platzes und zu einer Zunahme des Verletzungsrisikos. Aufgrund der Verklebungen wird der Platz härter, die Belastung auf Gelenke und Bänder nimmt zu, das Ballrollverhalten wird beeinflusst und die gewünschte Beweglichkeit der Faser kann eingeschränkt werden. Gleichzeitig kann die Oberfläche bei entsprechender Ausprägung ungleichmäßig werden.
Auch auf Spieler oder Pflegemaschinen hat das verklebte Infill eine direkte Auswirkung: häufig kleben die Materialien an Schuhen, Pflegegeräten und -maschinen sowie auf umliegenden befestigten Wegeflächen.
Das nahezu wichtigste ist allerdings: die Verklebungen sind irreversibel. Das heißt: wenn das Infill-Material einmal verklebt, ist eine Umkehr des Prozesses, auch bei niedrigeren Temperaturen, nicht möglich.
Die wichtigste Maßnahme ist: Sofort Handel! Nicht warten, bis das Infill vollständig verklebt ist. Regelmäßige Pflege und eine fachgerechte Bearbeitung des Platzes helfen dabei, Verdichtungen und Verklebungen frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.
Bei bereits stark verklebten Bereichen reicht einfaches Bürsten allerdings häufig nicht mehr aus. Hier sollte eine fachkundige Platzpflege bzw. ein entsprechender Fachbetrieb beurteilen, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Je nach Material, Alter und Zustand des Belags kann es notwendig sein, das verklebte Infill mechanisch zu lösen und anschließend aufzunehmen und auszutauschen.
Doch bevor du eine größere Maßnahme in Auftrag gibst, lohnt sich eine fachliche Bestandsaufnahme. Das Labor Lehmacher | Schneider (LLS) kann die Situation direkt vor Ort beurteilen und den tatsächlichen Zustand des Kunststoffrasens überprüfen. Dabei geht es nicht nur um Sichtprüfung. Durch Ermittlung des Kraftabbaus auf der Spielfeldoberfläche lässt sich objektiv beurteilen, welche spiel- und schutzfunktionellen Eigenschaften der Platz aktuell noch besitzt.
Dies kann gerade bei älteren Plätzen eine wichtige Entscheidungshilfe für dich sein. Denn nicht immer muss ein kompletter Austausch des Systems die einzige Lösung sein. Abhängig vom vorhandenen Aufbau und den gemessenen Werten kann geprüft werden, ob eine Sanierung, ein Austausch des Infill-Materials oder ggf. sogar eine Umstellung auf ein rein sand-verfülltes System möglich ist – und ganz wichtig: ob nach dieser Maßnahme weiterhin die geltenden normativen Anforderungen erfüllt werden.
Denn am Ende sollte nicht die Optik des Platzes entscheiden, sondern sein tatsächlicher Zustand und seine nachweisbaren Spieleigenschaften. Eine fachgerechte Prüfung schafft hier Klarheit und hilft dir dabei, die langfristig richtige Entscheidung zu treffen.
Dein Platz zeigt eines oder mehrere dieser Anzeichen? Dann lohnt sich eine fachliche Überprüfung:
Das Prüflabor LLS begleitet dich als unabhängiger Partner bei Beratung, Prüfung und Erstellung von Sanierungsgutachten für Kunststoffrasenspielfelder.
Kontakt:
Matthias Schucht
Tel.: 0541 - 49168
Mail: Schucht@l-l-s.de