Jeder Fußballer* kennt ihn, jeder Fußballer freut sich darauf: den Sommer und sein schönes Wetter. Im Vergleich zum Winter bietet der Sommer meist bessere Bedingungen zum Kicken – sowohl hinsichtlich der Temperaturen als auch der Platzverhältnisse. Ähnlich wie der Winter bringt allerdings auch der Sommer Tage mit sich, an denen das Wetter und die Außentemperaturen nicht ideal für Fußball sind oder sogar erhöhte Vorsicht erfordern. Wenn es im Sommer in Deutschland „ungemütlicher“ wird, stehen vor allem die Höchsttemperatur des Tages, eine hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Wind und die ungeschützte Sonneneinstrahlung im Fokus. Diese Faktoren sollten aus medizinischer Sicht berücksichtigt werden. Da die Wettervorhersagen in den vergangenen Jahren immer genauer geworden sind, ist es möglich, sich bereits im Vorfeld zu informieren und Training sowie Spiele so zu gestalten, dass möglichen gesundheitlichen Problemen vorgebeugt wird. Am einfachsten ist es dabei, Wetter-Apps zu nutzen, die das Wetter neutral und sachlich darstellen und eine Über- oder Unterbewertung möglicher Gefahren durch Hitze und Sonne vermeiden.
Beim Gesundheitsschutz unserer Spieler spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Einerseits beginnt der Hitze- und Sonnenschutz mit der individuellen Vorsorge der Spieler bzw. – bei Kindern – ihrer Eltern. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn Trainer oder Vereine weitere Maßnahmen ergreifen, um die direkte Sonneneinstrahlung an sehr heißen Tagen so weit wie möglich zu reduzieren. Zudem kann auch ein Fußballverband den Hitze- und Gesundheitsschutz fördern und durch verschiedene Maßnahmen im Regelwerk sowie darüber hinaus Einfluss nehmen.
Erst kürzlich wurde für Ende Juni 2026 das heißeste Wochenende aller Zeiten in Bayern vorhergesagt. Mit Blick auf die möglichen Schutzmaßnahmen hat der Bayerische Fußball-Verband seine Handlungsspielräume bei erwarteten Temperaturen von über 40 Grad Celsius im Schatten ausgeschöpft und den offiziellen Spielbetrieb zum Schutz der Gesundheit seiner Spieler ausgesetzt. Neben verschiedenen Faktoren wie der Außentemperatur, der Zahl der Sonnenstunden, den bekannten beziehungsweise häufig fehlenden Schattenplätzen auf vielen Sportanlagen sowie der Abwägung zwischen sportlichen und gesundheitlichen Aspekten spielte insbesondere der Übergang vom Frühling zum Sommer eine entscheidende Rolle. Denn der Körper eines Fußballers kann sich innerhalb einer Jahreszeit an veränderte Bedingungen anpassen und seine Thermoregulation entsprechend optimieren. Häufig ist jedoch zu beobachten, dass gerade die ersten warmen Tage im März oder April sowie der unmittelbare Übergang in den Sommer vielen Spielern Schwierigkeiten bei der Anpassung an die höheren Außentemperaturen bereiten. Da viele Spieler zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend an plötzlich auftretende hohe Temperaturen angepasst sind (Stichwort: Akklimatisierung), ist das Risiko für Kreislaufprobleme, Dehydrierung und andere gesundheitliche Beschwerden deutlich erhöht.
Aus diesem und weiteren Gründen sollten Fußballverbände und Vereine das Spielgeschehen zentral im Blick behalten und nach sorgfältiger Abwägung aller Faktoren Entscheidungen zum Gesundheitsschutz treffen können. Besondere Vorsicht ist dabei im Junioren- und Seniorenfußball geboten. In diesen Altersgruppen ist die Empfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen größer, und gesundheitliche Probleme treten erfahrungsgemäß häufiger auf. Ziel aller Schutzmaßnahmen ist es grundsätzlich, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sicherzustellen und einer Überhitzung vorzubeugen. Neben dem Aufenthalt in Innenräumen oder im Schatten während der Pausen ist deshalb insbesondere darauf zu achten, dass ausreichend Getränke zur Verfügung stehen.
* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Erklärung auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
Gerade am Ende eines heißen Tages ist zusätzlich noch darauf zu achten, dass Gewitter entstehen können. Bei jedem Sommergewitter können auch Blitze auftreten, die besonders an Sportplätzen ein erhöhtes Risiko für Blitzeinschläge bietet. Gerade weil Fußballplätze häufig ungeschützt und außerhalb der Ortschaften liegen, sind sie mögliche Ziele von Blitzeinschlägen. Vorsicht ist hier nicht nur vor direktem Blitzeinschlag geboten, sondern auch davor, nicht indirekt vom Blitz getroffen zu werden, wenn dieser zum Beispiel in einen nebenstehenden Baum einschlägt.