17 Spiele, 17 Siege: Der TSV Abtswind hat in der Landesliga Nordwest eine historische Hinrunde gespielt. Im Interview spricht der in Kitzingen geborene Trainer Adam Jabiri (42) über das Erfolgsrezept seiner Mannschaft und seine erste Station als Cheftrainer im Herrenbereich.
Der ehemalige Torjäger, unter anderem viele Jahre beim 1. FC Schweinfurt 05 und dem FC Würzburger Kickers aktiv, erklärt, warum ihm gemeinsame Erfolge mehr bedeuten als persönliche Auszeichnungen – und weshalb Abtswind für ihn sportlich wie privat die richtige Adresse ist.
Adam, herzlichen Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Hinrunde! 17 Spiele, 17 Siege: Wie fühlt sich diese perfekte Bilanz an?
Adam Jabiri: Vielen Dank. Natürlich ist das etwas Besonderes. Nach den ersten gewonnenen Spielen denkt man darüber noch gar nicht so sehr nach. Als wir dann bei 14 oder 15 Siegen angekommen waren und auch andere Bestmarken erreicht hatten, haben wir schon gemerkt: Es läuft gerade richtig gut, da ist vielleicht etwas ganz Besonderes drin. Trotzdem haben wir immer versucht, von Spiel zu Spiel zu denken. Anders geht es auch gar nicht.
17 Siege am Stück kommen nicht von ungefähr. Was macht euch in dieser Saison so stark?
Jabiri: Die Basis ist, dass sich bei uns kein einzelner wichtiger nimmt als die Mannschaft. Das gilt für Spieler, Trainer genauso wie für alle Verantwortlichen. Dazu haben wir einen sehr starken, breiten und ausgeglichenen Kader. Zuletzt sind einige Leistungsträger ausgefallen, aber auch das konnten wir so gut auffangen, dass man ihr Fehlen kaum bemerkt hat. Wir haben in der Hinrunde viel rotiert und kaum einmal mit derselben Startelf gespielt – das zeigt, welche Qualität wir in der Breite haben.
Abtswind ist deine erste Station als Cheftrainer im Herrenbereich. Hättest du mit einem solchen Start gerechnet?
Jabiri: Natürlich nicht. Mir war aber sehr wohl bewusst, dass ich eine sehr gute Landesliga-Mannschaft übernehme. Abtswind hatte in der vergangenen Saison schließlich 74 Punkte geholt – und war trotzdem „nur“ Dritter geworden, weil zwei Mannschaften noch stärker waren. Das Team war also intakt. Zudem waren die Positionen, auf denen noch Bedarf bestand, bereits verstärkt worden. Die Voraussetzungen für meinen Start waren also sehr gut.
Als Spieler kennt man dich seit vielen Jahren. Was zeichnet dich als Trainer aus?
Jabiri: Ich versuche vor allem, ehrlich mit meinen Spielern zu sein. Meine Einschätzungen spiegeln natürlich die Sicht des Trainerteams wider. Aber wir kommunizieren das offen und leben vor, dass Erfolg nur gemeinsam möglich ist. Da müssen wir als Trainerteam vorangehen. Ich möchte den Spielern vermitteln, dass es viel cooler ist, gemeinsam etwas zu erreichen als allein. In meiner Karriere habe ich beides erlebt: persönliche Erfolge und Erfolge mit einer Mannschaft. Natürlich ist es schön, Torschützenkönig zu werden. Aber die Erfolge im Team sind die, an die man sich später erinnert. Ein Pokalsieg, eine Meisterschaft oder ein Aufstieg – das sind die Erlebnisse, die bleiben.
Wie hilft dir deine langjährige Erfahrung im höherklassigen Fußball bei der Arbeit mit der Mannschaft?
Jabiri: Schaden tut sie mit Sicherheit nicht. Die Spieler wissen, dass ich vieles von dem, worüber ich spreche, selbst erlebt habe. Ich habe sehr lange Fußball gespielt und dabei viele unterschiedliche Situationen kennengelernt. Diese Erfahrungen möchte ich an die Jungs weitergeben.
Mit dieser Serie wächst natürlich auch die Aufmerksamkeit. Wie sorgst du dafür, dass deine Mannschaft auf dem Boden bleibt?
Jabiri: Dabei hilft uns die Ausgeglichenheit und der Charakter unseres Kaders. Auf vielen Positionen haben wir Spieler auf einem ähnlichen Niveau. Jeder weiß also, dass er am Ball bleiben muss und dass jede Trainingswoche enorm wichtig ist. Wir versuchen, allen gerecht zu werden und sie mitzunehmen. Entscheidend ist am Ende immer, was für die Mannschaft am besten ist.
Euer Vorsprung in der Tabelle ist bereits jetzt riesig – 19 Punkte trennen euch vom Tabellenzweiten SC Sylvia Ebersdorf. Da kann das Ziel doch nur noch Aufstieg in die Bayernliga heißen?
Jabiri: Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir zu den Mitfavoriten gehören wollen. Nach dem dritten Platz im vergangenen Jahr war das eine realistische Zielsetzung. Aber auch wenn wir jetzt 17-mal gewonnen haben: Viele Siege mussten wir uns hart erarbeiten. Wer nur auf die Tabelle und die Ergebnisse schaut, sieht das vielleicht nicht. Wir mussten in vielen Spielen Widerstände überwinden. Dass die Mannschaft es als Team geschafft und sich von Woche zu Woche weiterentwickelt hat, macht mich stolz. Gleichzeitig spürt man inzwischen natürlich einen gewissen Druck. Die Jungs wissen, dass sie bereits etwas Besonderes geschafft haben und wollen jetzt noch mehr erreichen. Damit setzen sie sich auch selbst unter Druck. Das ist völlig menschlich.
Du bist hauptberuflich Bauamtsleiter bei der Stadt Dettelbach und hast eine junge Familie. Wie sehen deine beruflichen und sportlichen Pläne für die kommenden Jahre aus?
Jabiri: Beruflich sehe ich mich weiterhin bei der Stadt Dettelbach, weil ich mich dort sehr wohlfühle. Mein anspruchsvoller Job mit Stadtratssitzungen und anderen Verpflichtungen grenzt meine Möglichkeiten als Trainer allerdings ein Stück weit ein. Deshalb habe ich mich sehr bewusst für Abtswind entschieden. Der Verein ist für mich in der Region sportlich sehr attraktiv und liegt geografisch ideal. Wenn es zeitlich passt, kann ich nach der Arbeit noch nach Hause fahren, bevor es ins Training geht. Das ist mir sehr wichtig. Meine Tochter ist fünfeinhalb Jahre alt – müsste ich nach der Arbeit immer direkt zum Training fahren, gäbe es viele Tage, an denen ich sie gar nicht sehen würde. Das möchte ich nicht.
Abtswind bietet dir also momentan das passende Gesamtpaket?
Jabiri: Absolut. Ich bin sehr zufrieden hier. Auch die Landesliga ist anspruchsvoll: Wir trainieren dreimal pro Woche und als Trainer trägt man Verantwortung. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich hier sehr gute Voraussetzungen vorgefunden habe. Ich habe eine homogene, fitte Mannschaft übernommen, die Verantwortlichen hatten bereits passende Neuzugänge geholt und an meiner Seite steht ein sehr erfahrener Co-Trainer, der selber schon viele Jahre Cheftrainer war. Zudem haben wir für Landesligaverhältnisse eine außergewöhnlich gute medizinische Abteilung. All das trägt zu unserem Erfolg bei. Vor allem aber bin dafür nicht ich verantwortlich, sondern die Mannschaft. Die Jungs geben in jedem Training alles und haben einfach einen richtig starken Charakter.
Adam Jabiri, geboren am 3. Juni 1984 in Kitzingen, begann seine Fußballkarriere beim SSV Kitzingen. Es folgten zahlreiche Stationen, insbesondere im unterfränkischen Fußball. So lief Jabiri unter anderem für den 1. FC Schweinfurt 05, die Würzburger Kickers und den TSV Großbardorf auf. Darüber hinaus spielte „Jabo“ für Rot-Weiß Erfurt, die TSG 1899 Hoffenheim, den 1. FC Heidenheim und Wormatia Worms. Im Sommer 2024 beendete er beim 1. FC Schweinfurt 05 seine aktive Laufbahn, zuletzt war er bei den Schnüdeln als spielender Co-Trainer aktiv.
Zu seinen größten sportlichen Erfolgen zählen zwei Meisterschaften in der Regionalliga Bayern sowie drei Titel im Toto-Pokal-Wettbewerb. Mit den Würzburger Kickers gelang ihm zudem 2016 der Aufstieg in die 2. Bundesliga. ein Jahr zuvor wurde sein Tor . Mit 136 Treffern ist Jabiri Rekordtorschütze der Regionalliga Bayern. In der Saison 2017/18 sicherte er sich im Trikot des 1. FC Schweinfurt 05 mit 28 Treffern außerdem die Torjägerkanone in Bayerns höchster Spielklasse.
Im Sommer 2026 folgte Jabiri beim TSV Abtswind als Cheftrainer Thorsten Götzelmann, für den ehemaligen Torjäger, der in der Saison 2009/10 für Hoffenheim auch einmal in der Bundesliga eingesetzt wurde, ist es die erste Trainerstation im Herrenbereich.
| Pl. | Verein | Sp. | G | U | V | Torv. | Tordiff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. |
|
17 | 17 | 0 | 0 | 66:11 | 55 | 51 |
| 2. |
|
16 | 10 | 2 | 4 | 35:20 | 15 | 32 |
| 3. |
|
16 | 10 | 1 | 5 | 35:20 | 15 | 31 |
| 4. |
|
17 | 9 | 3 | 5 | 31:25 | 6 | 30 |
| 5. |
|
17 | 9 | 1 | 7 | 41:26 | 15 | 28 |
| 6. |
|
17 | 7 | 6 | 4 | 26:19 | 7 | 27 |
| 7. |
|
16 | 7 | 6 | 3 | 31:25 | 6 | 27 |
| 8. |
|
16 | 7 | 3 | 6 | 35:29 | 6 | 24 |
| 9. |
|
17 | 7 | 2 | 8 | 23:30 | -7 | 23 |
| 10. |
|
17 | 7 | 2 | 8 | 25:34 | -9 | 23 |
| 11. |
|
17 | 6 | 3 | 8 | 24:27 | -3 | 21 |
| 12. |
|
17 | 6 | 2 | 9 | 40:43 | -3 | 20 |
| 13. |
|
17 | 5 | 4 | 8 | 33:39 | -6 | 19 |
| 14. |
|
17 | 5 | 2 | 10 | 21:39 | -18 | 17 |
| 15. |
|
17 | 3 | 7 | 7 | 18:31 | -13 | 16 |
| 16. |
|
17 | 3 | 6 | 8 | 13:30 | -17 | 15 |
| 17. |
|
17 | 4 | 2 | 11 | 20:47 | -27 | 14 |
| 18. |
|
17 | 1 | 4 | 12 | 18:40 | -22 | 7 |