Wie lassen sich noch mehr Mädchen für den Fußball begeistern und dauerhaft für die Vereine gewinnen? Wie können Teilhabe gestärkt, Barrieren abgebaut und neue Angebote geschaffen werden? Mit diesen und weiteren Zukunftsfragen haben sich die Mitglieder des Verbands-Frauen- und -Mädchenausschusses (VFMA) und der Bezirks-Frauen- und -Mädchenausschüsse (BFMA) bei ihrer Jahrestagung in Beilngries beschäftigt. Am 17. und 18. Oktober 2026 standen dabei der fachliche Austausch, neue Ideen und vor allem konkrete Lösungsansätze für die weitere Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs in Bayern im Mittelpunkt.
Ein zentraler Schwerpunkt war die Frage, wie Mädchen für den Fußball begeistert und anschließend dauerhaft an die Vereine gebunden werden können. Besondere Bedeutung kommt dabei den #Lasstsiespielen-Minifußball-Schulfestivals zu, die bereits in Schwaben und München durchgeführt wurden. Nach einem Austausch über die bisherigen Erfahrungen entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ansätze, um die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen und Verband weiter zu stärken. Denn der erste Kontakt mit dem Fußball soll nicht nur Begeisterung wecken, sondern möglichst auch direkt den Weg in einen Verein ebnen. Die erarbeiteten Lösungsansätze sollen deshalb in die Planung künftiger Veranstaltungen einfließen.
Wie sich die Sichtbarkeit des Frauen- und Mädchenfußballs erhöhen lässt, zeigte zudem Fabian Röthig am Beispiel Oberfrankens. Dort wurde die Social-Media-Arbeit neu ausgerichtet, um den Frauen- und Mädchenfußball stärker in den Fokus zu rücken.
Unter dem Motto „Neue Ideen. Neue Wege. Neue Impulse“ arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Gruppen an weiteren Zukunftsthemen. Im Fokus standen die Weiterentwicklung des Ü-Fußballs, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Frauen-Futsal-Nationalmannschaft, die Förderung von Teilhabe unter dem Leitgedanken „Fußball für alle – Chancen schaffen“ sowie Möglichkeiten, die Dropout-Quote bei den B-Juniorinnen zu reduzieren. Ziel war es, aus dem gemeinsamen Austausch konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten und neue Ansätze für die Arbeit auf Verbands- und Bezirksebene zu entwickeln. Auch eine sichere und souveräne Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle: VFMA-Vorsitzende Sandra Hofmann gab dazu Impulse für den Austausch insbesondere mit Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertretern.
Über die aktuellen Entwicklungen auf Verbandsebene informierte BFV-Vizepräsidentin Silke Raml. Neben Einblicken in den SFV-Verbandstag und die Wahl des neuen Präsidenten Reinhold Brandt thematisierte sie die Neugründung der 3. Liga der Frauen und deren Bedeutung für die weitere Entwicklung des Frauenfußballs.
Gleichzeitig richteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Blick bereits auf die UEFA Women's EURO 2029 in Deutschland. Das Turnier bietet die Chance, die zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit zu nutzen, um neue Mädchen und Frauen für den Fußball zu begeistern und die Entwicklung an der Basis voranzutreiben. Die bei der Jahrestagung diskutierten Ansätze zu Nachwuchsgewinnung, Teilhabe und Vereinsbindung liefern dafür wichtige Anknüpfungspunkte.
Auch die persönliche und fachliche Weiterbildung der Engagierten war Thema. BFV-Bildungsbeauftragte Carola Haertel stellte gemeinsam mit Fabien Fuchs die kostenfreien Bildungsangebote des Bayerischen Fußball-Verbandes vor und zeigte die vielfältigen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im bayerischen Fußball auf.
Im Rahmen der Jahrestagung wurde außerdem Michaela Heinzlmeier-Meissl offiziell aus dem VFMA verabschiedet. Der Ausschuss bedankte sich für ihr Engagement und ihre Mitarbeit in der vergangenen Legislaturperiode. Dem Bezirks-Frauen- und -Mädchenausschuss Oberbayern bleibt sie weiterhin erhalten.
„Wir wollen den Frauen- und Mädchenfußball in Bayern gemeinsam weiterentwickeln. Dafür müssen wir neue Mädchen für unseren Sport begeistern, ihnen den Weg in die Vereine erleichtern und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für diejenigen verbessern, die bereits Fußball spielen. Der intensive Austausch zwischen Verband und Bezirken ist enorm wichtig, weil daraus konkrete Ideen und Lösungsansätze für unsere weitere Arbeit entstehen“, erklärt VFMA-Vorsitzende Sandra Hofmann.