Traunstein/Weibhausen. Der 7. Pflichtlehrabend der Fußball-Schiedsrichtergruppe Ruperti hatte mit Gerhard Kirchbichler, dem Bezirks-Schiedsrichter-Obmann aus dem Bayerischen Fußball-Verband wieder einen interessanten Gesprächspartner. Er nahm die „Rolle des Schiedsrichters“ in seinen kurzweiligen Vortrag in den Mittelpunkt. Kirchbichler, der den Schiedsrichter gerne als „Gamemanager“ sieht ist in der Gruppe kein Unbekannter, er war in verschiedenen Positionen schon ein gerngesehener Gastredner.
Nach 16 Jahren als Einteiler im BSA übernahm er das BSO-Amt und hofft auch hier auf etwas mehr Kontinuität, als bei seinen Vorgängern. Kirchbichler hat eine Leidenschaft, er ist Eishockey-Schiedsrichter und hat schon gut 1000 Spiele gepfiffen. „Beim Eishockey gibt es nur Vollgas. Hier haben die Spieler gar keine Puste mehr zu Rudelbildungen und auch Meckern gegenüber dem Schiedsrichter“. Aber das nur am Rande zum Fußball-Vergleich. In seiner Heimat Antorf ist er gelernter Keramiker, seine gefertigten Tassen und Teller sind bei den „Rosenheim Cops“ im Einsatz.
Den Schiedsrichtern, die nach oben wollen gab er mit auf den Weg: „Wenn ihr in die Verbandsligen wollt, müsst ihr an mir vorbei“. Und zugleich an seinem Bezirks-Schiedsrichter-Ausschuss. „Was ist die Rolle des Schiedsrichters?“ fragte er in die Runde. „Ganz einfach, ohne Schiedsrichter gibt es kein Spiel“. Es müssen sie Regeln durchgesetzt werden, eine Nichtaussprechung einer roten Karte wird vom Sportgericht sehr streng geahndet. „Der beste Freund des Schiedsrichters ist das Regelbuch!“ Neben dem gibt es auch Anforderungen: Neutralität, Durchsetzungsvermögen Regelwissen, Mut und Kraft, sowie die Fähigkeit harte Entscheidungen durchzusetzen. Dazu gehört auch eine Portion fachliche Kompetenz und eine gewisse Fitness.
„Spiel wird immer schneller, wenn auch vielleicht nicht immer besser!“, dazu sind die Schiedsrichter eine gewisse Art „Dienstleister“. Als Vorteil sieht er: „Widerspruch darf man nicht persönlich nehmen. Denn wenn ich nicht er Schiedsrichter wäre, wäre ich auch nicht gemeint“. So lässt sich das mit dem Wissen leichter aushalten. Der „Gamemanager“ hat die Kunst, ein Spiel regelkonform mit angemessener Kommunikation und dem erforderlichen Einfühlungsvermögen zu leiten! Entscheidungen dulden die Spieler oder sie erkennen sie an. Dazu hat der Schiedsrichter die Autorität und Vollmacht.
Zum Schluss gab er allen Unparteiischen im Saal des Gasthauses „Alpenblick“ in Waldhausen mit auf den Weg: „Leitet das Spiel so, dass Kinder bedenkenlos den Sport ausüben können“.
Text: Thomas Donhauser/BFV