Bei der Herren-Spielgruppentagung des Fußballkreises Aschaffenburg am 8. Juni 2026 in Hausen wurde der langjährige Vorsitzende des Kreis-Sportgerichtes (KSG), Reinhard Staab, von seinen Funktionärskolleginnen und -kollegen und den Vereinsvertreterinnen und -vertretern verabschiedet.
Reinhard Staab war stolze 31 Jahre für das KSG ehrenamtlich aktiv. Er startete 1995 als Beisitzer und übernahm ab der Spielzeit 2002/2003 die Aufgabe des KSG-Vorsitzenden. Das Amt führte er bis zuletzt äußerst akribisch und stets mit vollem Einsatz aus. "In über drei Jahrzehnten wurden unzählige Verfahren bearbeitet, Entscheidungen getroffen und Konflikte gelöst", sagte der Aschaffenburger BFV-Kreis-Vorsitzende Xaver Rodenhausen bei seiner Ansprache. "Dabei konnten sich Generationen von Vereinsvertreterinnen und -vertretern darauf verlassen, dass eines gilt: Reinhard und sein Team entscheiden unabhängig, gewissenhaft und nach Recht und Ordnung."
Rodenhausen, der Staab auch aus zwölf gemeinsamen Jahren im Aschaffenburger Kreis-Ausschuss bestens kennt, stellte heraus, dass der Hainer seinen wertvollen Erfahrungsschatz dabei kontinuierlich weitergegeben hat. Viele hätten von seinem Wissen und von seiner ruhigen Art profitiert. Insbesondere für seine KSG-Beisitzerinnen und -Beisitzer sei er auch Ratgeber, Ausbilder und Mentor gewesen.
Das Engagement des heute 73-Jährigen war außergewöhnlich. Dies spiegelte sich nicht nur in seiner bemerkenswerten Erreichbarkeit für Funktionärskolleginnen und -kollegen und die Vereine des Fußballkreises wider, sondern auch in der großen Sorgfalt, mit der Akten studiert, Stellungnahmen gelesen und Urteile formuliert wurden. Besonders wichtig sei Reinhard Staab immer die Akzeptanz der Entscheidungen gewesen, wusste Rodenhausen zu berichten. Dementsprechend habe sich der KSG-Vorsitzende Zeit dafür genommen, Urteile ausführlich zu begründen: "Transparenz und Nachvollziehbarkeit waren für Dich keine leeren Worte, sondern gelebte Praxis." Auch vor komplexeren Sachverhalten habe sich der Hainer nie weggeduckt. "Im Gegenteil. Dann war Reinhards Anspruch besonders hoch", lobte Rodenhausen. Jeder Sachverhalt sollte vollständig aufgearbeitet werden, jede Entscheidung rechtlich sauber und nachvollziehbar sein.
Mit einem Augenzwinkern stellte der Kreis-Vorsitzende abschließend fest: "Ganz gleich, wer versucht hätte, Einfluss auf Deine Entscheidungen zu nehmen. Du hättest freundlich, aber bestimmt auf die Unabhängigkeit der Sportgerichte verwiesen und Dich ausschließlich an Recht und Satzung gehalten. Deine Unabhängigkeit war nie verhandelbar!"
Reinhards Leistungen wurden von den Vereinsvertreterinnen und -vertretern in Hausen mit großem Applaus gewürdigt. Aus den Händen der BFV-Kreis-Ausschuss-Mitglieder bekam er als kleinen Dank einen Präsentkorb überreicht. Seitens des BFV war Reinhard Staabs Engagement in der Vergangenheit bereits mit zahlreichen Ehrungen wertgeschätzt worden. So bekam er u.a. die DFB-Verdienstnadel (2013) und zuletzt die Verbands-Verdienstnadel in Silber für 30 Jahre Funktionärstätigkeit (2025) überreicht. Auch wurde der Hainer direkt nach seinem Ausscheiden zum "Altkameraden" des Fußball-Bezirks ernannt, so dass er seinen langjährigen Freunden und Weggefährten auf jeden Fall verbunden bleiben wird.
Der 73-Jährige selbst hat sich stets für das Miteinander eingesetzt und auch den Kontakt zu früheren Kollegen und KSG-Beisitzern bestens gepflegt. Auch wir hoffen auf viele zukünftige Begegnungen mit Reinhard, die weiterhin von großer Wertschätzung und sicher auch von leidenschaftlichen Fußballdiskussionen geprägt sein werden. Danke für alles, Reinhard. Herzlichen Glückwünsch zu dieser großartigen Funktionärslaufbahn. Genieße die zusätzliche Zeit mit der Familie und bleib gesund!
Foto: Bernd Reitstetter