Dass die U17-Junioren der (SG) TuS Aschaffenburg-Leider bei ihrem Kreisliga-Spiel gegen die (SG) SV Albstadt gleich doppelt fair agierten, wurde bei der Junioren-Spielgruppentagung des Fußballkreises Aschaffenburg in Feldkahl gewürdigt. TuS-Coach Helmut Rieger hatte sein Team freiwillig reduziert und sein Spieler Ayham Awad eine Handspiel-Situation aktiv aufgeklärt.
Nachdem die (SG) SV Albstadt im Kreisliga-Saisonendspurt 2025/26 nur mit elf Spielern bei der (SG) TuS Aschaffenburg-Leider antreten konnte und dann auch noch ein Akteur verletzt ausschied, nahm TuS-Trainer Rieger einen eigenen Kicker herunter, um die Gleichzahl auf dem Feld umgehend wiederherzustellen.
Der bei Leider eingewechselte Ayham Awad knüpfte nahtlos an das sportliche Verhalten seines Coaches an. Nach einer vermeintlichen Torerzielung gab der Joker zu, mit der Hand am Ball gewesen zu sein. Aus diesem Grund wurde der Treffer des 17-Jährigen durch den Unparteiischen Fabio Tramaglino zurückgenommen.
Tramaglino war es auch, der das sportliche Verhalten von Trainer und Spieler nach Abpfiff im Spielbericht vermerkte und somit den Steilpass für die nun durchgeführten Ehrungen gab. Auch wenn beide Gesten nicht spielentscheidend waren - die (SG) TuS Leider siegte ungefährdet mit 10:0 - griff man sie gern bei der gemeinsamen BFV- und DFB-Aktion "Fair ist mehr" auf.
Bei der Spielgruppentagung im Kreise der Juniorenbetreuer/innen des Fußballkreises warben der neue Aschaffenburger BFV-Kreis-Jugendleiter Mete Karpis und sein Amtsvorgänger Marcel Simon für "Fair ist mehr" und überreichten Helmut Rieger und Ayham Awad jeweils eine Fair Play-Urkunde und das "Fair ist mehr"-Handtuch von adidas.
"Helmut Rieger hat auf die personellen Probleme des Gegners fair und rücksichtsvoll reagiert", erläuterte Marcel Simon, der die betreffende U17-Kreisliga auch als Spielleiter betreute. "Damit hat er den Ton für das Miteinander gesetzt und ist seiner Vorbildrolle gerecht geworden. Es passt ins Bild, dass zusätzlich einer seiner Spieler positiv in Erscheinung getreten ist!"
Zu Ayham Awad sagte Simon: "Als Joker einen Torerfolg feiern zu können, ist immer etwas Besonderes. Aber Dir war der Fair Play-Gedanke wichtiger. Danke, dass Du ehrlich warst und den Schiedsrichter fair unterstützt hast!"
Zur Aktion "Fair ist mehr"
Mit der Aktion „Fair ist mehr“ würdigen der BFV und der DFB sportliches Verhalten. Die Unparteiischen tragen besondere Gesten im elektronischen Spielbericht (ESB) ein. Darüber hinaus können aber auch alle anderen Beteiligten vorbildliche Aktionen melden (per E-Mail an: fair-play@bfv.de).
Die fairen Sportlerinnen und Sportler erhalten ein hochwertiges „Fair ist mehr“-Handtuch, ein persönliches Dankesschreiben von BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau sowie eine Urkunde. Jeden Monat wird zudem eine Geste des Monats ausgewählt und zusätzlich ausgezeichnet. Am Spieljahresende wird die stärkste Aktion für die Fair Play-Medaille des DFB nominiert. In der Saison 2025/26 würdigte der BFV insgesamt 195 Fairplay-Aktionen.
Auf dem Foto stehen v.l. Marcel Simon (BFV-Jugendmitarbeiter), Ayham Awad, Helmut Rieger sowie Mete Karpis (BFV-Kreis-Jugendleiter).
Foto: Ben Kraus (BFV-Jugendmitarbeiter)