(ju). Am Wochenende des 4. und 5. Juli 2026 versammelten sich die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter der Bezirksliga, die Ersatzkandidaten für die Saison 2026/2027, die schwäbischen Bezirks-Beobachter sowie fünf nominierte Förderschiedsrichterinnen im Schullandheim Bliensbach, das durch 61 Teilnehmer nahezu ausgebucht war, zu ihrem alljährlichen Vorbereitungslehrgang. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung standen neben administrativen Neuerungen vor allem psychologische Schulungen, Regeländerungen und die Schärfung des eigenen Profils auf dem Platz. Der Bezirksschiedsrichterausschuss (BSA) Schwaben unter der Leitung von Bezirksschiedsrichterobmann Thomas Färber lud hierzu nach Wertingen ein. Aus der Gruppe Nordschwaben nahmen als Schiedsrichter Tobias Heuberger, Jonas Keppeler, Veit Sieber und Julius Ulrich sowie als Beobachter Stefan Baur und Tobias Heuberger teil.
Der erste Lehrgangstag startete für ein paar Schiedsrichter und Beobachter am Morgen zunächst mit einer Wiederholungsmöglichkeit für den Regel- und Konformitätstest, die erfreulicherweise alle Absolventen bestanden. Nach der offiziellen Anreise der Teilnehmer folgte die Begrüßung, welche mit einem kompakten „Elevator-Pitch“ verknüpft war. Dies war aufgrund von sieben Aufsteigern in die Landesliga und 10 Aufsteigern in die Bezirksliga sehr sinnvoll, auch echte Urgesteine waren über die Zahl der neuen Gesichter überrascht. Hierbei stellten sich die erstmaligen Teilnehmer in möglichst exakt 60 Sekunden persönlich vor und legten ihre Motivation und Ziele dar. Im anschließenden administrativen Block wurden beispielweise die neuen Qualifikationsrichtlinien, Wissenswertes zur Einteilung, der Bezirksregeltest sowie der neue Online-Shop des BSA behandelt, bevor sich die Unparteiischen vor der Mittagspause mit den aktuellen Regeländerungen auseinandersetzten. Laut einigen Teilnehmern bestand hierin einer der interessantesten Teile des Wochenendes, da schon sehr zeitnah nach dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen aufgrund der BSA-Mitglieder Helmut Urban und Dominik Esters, die bestens vorbereitet waren, ein tiefgründiges Verständnis ermöglicht wurde.
Den zeitlich weitaus größten und intensivsten Schwerpunkt des gesamten Lehrgangs bildete ein umfassender, mehrstündiger Workshop unter der Leitung der Diplom-Psychologin Mila Hanke, die mit ihrer Gemeinschaftspraxis in München auch zahlreiche Leistungssportler betreut. Dabei erarbeiteten die Teilnehmer Strategien, um das Thema „Leistungsdruck meistern“ erfolgreich in der Praxis und speziell in der eigenen Spielleitung umzusetzen. Abschließend wurde den Teilnehmern von der Sportpsychologin eine „mentale Toolbox“ an die Hand gegeben, sodass jeder individuell passende Werkzeuge auswählen und in Zukunft anwenden kann. Parallel dazu fand für alle Beobachter eine Videoschulung unter der Leitung von Martin Prinzler statt. Nach diesem großen Arbeitsblock folgte ein Vortrag des BSA-Mitglieds Ingo Weber unter dem Titel „Der Weg ist das Ziel“, ein vermeintlich kleiner Punkt auf der Agenda. Dieses Referat stellte jedoch das absolute Highlight des Lehrgangs dar. Mit einer wunderbaren Mischung aus auch heiteren eigenen Erfahrungen und Ansätzen, welche Art von Zielen man sich setzen und wie man damit umgehen sollte, begeisterte der Referent alle Anwesenden und sorgte für ein kurzweiliges Referat. Im Anschluss wurde der anstrengende Seminartag mit einer regenerierenden Entspannungseinheit beendet. Dieses Jahr stellte dabei Yoga unter der Leitung von Sabine Färber ein interessantes Kontrastprogramm zu den Sporteinheiten, die einem sonst als erstes zur Schiedsrichterei einfallen, dar.
Am Abend stand schließlich die Kameradschaft im Vordergrund. Zunächst versammelten sich die Unparteiischen im Schiedsrichteroutfit für das offizielle Lehrgangsfoto, in dessen Rahmen auch die verdienten Referees Stefan Heggenstaller, Luca Riedl und Sebastian Eder nach einer langjährigen Bezirkslaufbahn aus dem Kreis der schwäbischen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter der Bezirksliga verabschiedet wurden, ehe der Tag bei einem gemeinsamen Kameradschaftsabend mit Abendessen ausklang.
Der zweite Lehrgangstag begann nach dem Frühstück mit dem wichtigen Lehrthema „Kommunikation & Persönlichkeit eines Schiedsrichters“. Dazu erläuterte Helmut Urban auch anhand von Fallbeispielen, wann welche Ebene der Kommunikation auf dem Platz am besten geeignet ist, und welche Eigenschaften für einen Schiedsrichter wichtig sind. Daran schloss sich die sogenannte Runde der Aktiven an, bei der Michael Sting als Aktivensprecher bestätigt und Florian Schatz einstimmig neu gewählt wurde. Nach einer kurzen Pause folgte ein kompakter Informationsblock zum aktuellen Stand der schwäbischen Imagekampagne. Vor dem Ende des Lehrgangs wurden im Rahmen einer einstündigen Einheit durch den BSO Thomas Färber nochmals die „Grundpfeiler der Spielleitung“ vertieft, nämlich Kompetenz, Kommunikation und modernes Matchmanagement, dabei wurden außerdem die Anforderungen an die Schiedsrichter für die neue Spielzeit vertieft. Mit einer abschließenden Schlussrunde und dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen wurde die zweitägige Veranstaltung erfolgreich beendet.