(cph). Gut vorbereitet zeigten sich die nordschwäbischen Nachwuchs-Schiedsrichter beim diesjährigen Sichtungslehrgang des Kreises Donau in Bissingen. Alle sieben Teilnehmer bestanden sowohl die Leistungsprüfung als auch den Regeltest. Neben den Kreisligapool-Teilnehmern Stefan Baur, Manuel Ostermeyer und Louis Scholz nahmen auch Gabriel sowie Samuel Müller-Meerkatz, Johannes Steib und Mathis Strauß teil, die dem Förderkader angehören. Krankheits- bzw. verletzungsbedingt fehlten Paul Bauer und Lukas Stoll.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem individuellen Aufwärmprogramm stand zunächst die Leistungsprüfung auf der Agenda. Dabei waren auf dem Sportplatz 28 Intervalle (mit Lauf- und Gehphasen) zu absolvieren. Trotz sommerlicher Temperaturen meisterten die Nordschwaben die Prüfung mit Bravour. Nach den beiden 40 Meter-Sprints und einer kurzen Pause folgte eine Praxiseinheit zum Thema Lauf- und Stellungsspiel unter Leitung von Donau-Lehrwart Paul Schmidt. In die Praxiseinheit wurden sowohl ein Teil der Regelneuerungen als auch die wesentlichen Mängel aus den Beobachtungsbögen der Vorsaison einbezogen. Nach der ca. einstündigen Einheit war der Praxisblock abgeschlossen, und nach einer wohltuenden Dusche folgte der Regeltest. Auch hier zeigten sich die Nordschwaben sehr gut vorbereitet, alle Teilnehmer blieben fehlerfrei und erzielten die Maximalzahl von 30 Punkten.
Nach dem Mittagessen wies Westschwabens Lehrwart und zugleich VSA-Mitglied Florian Neiber auf einige Parameter hin, die für eine erfolgreiche Spielleitung unabdingbar sind. So sei bei der Unterscheidung zwischen einem aussichtsreichen Angriff und einer klaren Torchance der Beginn des Vergehens entscheidend, der Schiedsrichter müsse die Situation gedanklich „einfrieren“. Auch das richtige Stellungsspiel und die Antizipation der kommenden Spielszenen seien unverzichtbar. Bei vorhersehbaren Spielabläufen müsse der Unparteiische früh loslaufen, um die Szenen aus kurzer Distanz beurteilen zu können. Damit steige auch die Akzeptanz bei den Spielern. Auch ein flexibles und schnelles Verschieben des Stellungsspiels am Strafraum sei vonnöten. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Team sei eine vernünftige Absprache vor dem Spiel erforderlich. Auf dem Spielfeld müsse das Gespann sich gegenseitig unterstützen, insbesondere bei den Spielfortsetzungen sowie der Disziplinarkontrolle, aber auch beim Abseits. Bei der Spielkontrolle schaffe ein frühes Einschreiten und das Unterbinden von Vergehen Akzeptanz und Sicherheit, ebenso ein restriktives Vorgehen im Defensiv- und Mittelfeldbereich. Vorteile um jeden Preis bewirkten das Gegenteil.
Zum Abschluss wies Tobias Heuberger darauf hin, dass unter anderem Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Kritikfähigkeit beim Coaching und Interesse sich fortzuentwickeln wichtige Grundeinstellungen für ein Weiterkommen im Schiedsrichterbereich seien. Gerade junge Schiedsrichter müssten lernen sich durchzusetzen und dürften den Einstiegszeitpunkt für Ermahnungen und persönliche Strafen nicht verpassen. Mit einer kurzen Feedbackrunde, bei der die Teilnehmer ein positives Resümee zogen, endete der diesjährige Sichtungslehrgang.
Foto: privat