(cph). Zur Oktober-Versammlung durfte die Gruppe Nordschwaben einen besonderen Gast begrüßen. Der erst 25-jährige Felix Wagner (SSV Glött), der aktuell seine zweite Zweitliga-Saison bestreitet, war zu Besuch und eröffnete den 110 Anwesenden interessante Einblicke in Spielszenen, analysierte den Ablauf im Team und gab Tipps für die Kommunikation per Headset.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Teamarbeit seien klare Ansagen über den Funk (Motto: „Wer hat was gesehen?“). Bei Vergehen nach der Regel 12 seien zudem die Intensität sowie die erforderliche persönliche Strafe abzustimmen. Grundsätzlich solle der Assistent bei der Unterstützung des Unparteiischen mutig sein, falls er etwas wahrnehme; in diesem Fall müsse er ihn so einfach und schnell wie möglich informieren, aber auch ehrlich sein, wenn er nichts wahrgenommen habe. Denn dies sei besser als ein falscher Input. Darüber hinaus sei der Assistent insbesondere dann gefragt, wenn der Schiedsrichter Dinge auf dem Spielfeld nicht wahrnehme oder gar nicht sehen könne. Elementar für die Spielleitung sei jedoch auch die Absprache vor dem Spiel. Dabei sei im Gespann zu klären, in welchen Fällen der Unparteiische selbst entscheidet und wann die Unterstützung durch das Team erforderlich sei. Insbesondere klare und eindeutige Szenen bei freiem Blick auf das Spielgeschehen müsse der Referee selbst entscheiden. Unnötige Kommentare von der Linie führten stattdessen häufig zu unseren unsicheren und manchmal auch falschen Entscheidungen. Vielmehr müsse der Unparteiische hierbei klar und selbstbewusst bleiben.
Anhand etlicher Videosequenzen aus eigenen Spielen belegte Felix eindrücklich seine Ausführungen. Mit den Worten „Seid mutig, verliert nie den Spaß, bleibt klar und eurer Linie treu“ schloss er schließlich seinen kurzweiligen Vortrag ab. Den jungen Unparteiischen gab er zusätzlich den Tipp, sich als Schiedsrichter sich nicht zu verstellen und niemanden zu kopieren, sondern immer sich treu und sich selbst zu bleiben.
Anschließend beantwortete er geduldig die zahlreichen Fragen, gab Autogramme und stellte sich für Fotos zur Verfügung. Zu seiner Laufbahn ist noch angefügt, dass Felix 2014 als 13-Jähriger die Neulingsprüfung absolviert hat. Als er drei Jahre später für den Kreisligapool nominiert wurde, blitzte bereits sein Können auf. 2018 folgte der Aufstieg in die Bezirksliga, zwei Jahre später in die Landesliga. Von nun an ging es im Jahresrhythmus nach oben - 2022 in die Bayernliga, 2023 in die Regionalliga, 2024 in die Dritte Liga und 2025 sogar in die Zweite Bundesliga, in der er zuvor eine Saison lang bereits Erfahrung als Assistent sammeln konnte. Somit schaffte er zehn Jahre nach dem Neulingslehrgang und innerhalb von sieben Jahren den Sprung von der Kreisliga in den Profibereich. Neben der Zweiten Liga kommt Felix derzeit auch in der 3. Liga als Schiedsrichter zum Einsatz, hin und wieder auch in der Regionalliga. Darüber hinaus wird er regelmäßig als Vierter Offizieller in der Bundesliga eingeteilt.
Lieber Felix, herzlichen Dank für deinen Besuch und deine beeindruckenden und offenen Ausführungen. Die Gruppe Nordschwaben drückt dir für deine weitere Laufbahn den Daumen, wünscht dir erfolgreiche und verletzungsfreie Spiele sowie noch viele Highlights in ausverkauften Stadien. Vor allen Dingen bleib so wie du bist: sympathisch, empathisch, bescheiden und bodenständig.
Foto: Baur