Beim Regionalliga-Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg II und dem SV Wacker Burghausen (3:1) stand nicht nur der Einsatz des japanischen FIFA-Schiedsrichters Koji Takasaki (33) im Rahmen des bayerisch-japanische Schiedsrichter-Austauschs im Fokus, sondern auch eine besondere Würdigung. Karl-Heinz Schleier ist von Verbands-Schiedsrichterobmann Sven Laumer für seinen mittlerweile 2000sten (!) Einsatz als Schiedsrichter-Beobachter geehrt worden.
Der 67-Jährige aus Weiden ist seit 1975 Schiedsrichter, leitete in seiner aktiven Zeit 1421 Spiele, war dabei als Schiedsrichter-Assistent elfmal international aktiv und leitete 34 Bundesliga- und 16 Zweitligapartien. Seit 1998 ist der gebürtige Mittelfranke (Heimatverein: TSV 1946 Altenberg) für den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) als Schiedsrichter-Beobachter und -Coach im Einsatz und trägt somit entscheidend zur Ausbildung und Begleitung der bayerischen Schiedsrichter-Toptalente bei.
Das ist die Schiedsrichter-Beobachtung:
Die Schiedsrichter-Beobachtung durch derzeit insgesamt 1.545 geschulte Spezialistinnen und Spezialisten ist ein zentraler Bestandteil des Schiedsrichterbereichs in Bayern. Sie dient dazu, die Leistungen der Unparteiischen möglichst objektiv zu bewerten und bildet damit eine wichtige Grundlage für die Frage, welche Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter künftig in einer höheren Spielklasse eingesetzt werden können, beziehungsweise aus einer Leistungsklasse absteigen. Typischerweise kommen Beobachtungen im Herrenbereich bereits ab der Kreisliga zum Einsatz. Ab der Bezirksliga werden die Schiedsrichterinne und Schiedsrichter grundsätzlich in jedem Spiel ihrer jeweiligen Leistungsklasse beobachtet.
Dabei geht es jedoch um mehr als nur um eine Bewertung. Die Beobachterinnen und Beobachter analysieren die Entscheidungen und die gesamte Spielleitung der Unparteiischen und vergeben auf dieser Grundlage eine Note. Gleichzeitig hat die Beobachtung einen wichtigen Coaching- und Entwicklungsauftrag: Gemeinsam mit den Unparteiischen werden insbesondere schwierige Situationen und mögliche Fehlentscheidungen aufgearbeitet, deren Ursachen analysiert und konkrete Ansätze für die weitere Entwicklung besprochen. Die Durchschnittsnote aus den Beobachtungen einer Saison fließt in das Ranking innerhalb der jeweiligen Leistungsklasse ein. Dieses Ranking wiederum ist eine wesentliche Grundlage für die Entscheidungen über Auf- und Abstieg der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Damit verbindet das Beobachtungssystem in Bayern Leistungsbewertung, Qualitätssicherung und individuelle Weiterentwicklung.