Große Auszeichnung für eine herausragende Karriere: Der frühere bayerische Spitzenschiedsrichter Deniz Aytekin ist beim Bayerischen Sportpreis 2026 für sein sportliches Lebenswerk geehrt worden. Der 48 Jahre alte ehemalige Referee des TSV Altenberg (Kreis Nürnberg/Frankenhöhe) nahm die Glastrophäe des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration bei der Gala in der Münchner BMW Welt aus den Händen von Kult-Trainer Christian Streich entgegen.
Erst im vergangenen Sommer hatte der gebürtige Nürnberger seine aktive Laufbahn beendet. In seiner Abschiedssaison wurde er zum vierten Mal als DFB-Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. Aytekin, der seit 2004 DFB-Schiedsrichter war, rückte 2008 in den festen Kreis der Bundesliga-Referees auf und leitete insgesamt 254 Partien im deutschen Fußball-Oberhaus. Hinzu kommen unter anderem 54 Europapokal-Einsätze, 15 Länderspiele, 33 DFB-Pokal-Duelle und 114 Zweitligapartien.
Auch abseits des Fußballplatzes setzte sich der leidenschaftliche DJ und Sohn einer türkischen Einwandererfamilie stets für einen respektvollen Umgang ein. Dabei scheute er sich nie, Haltung zu zeigen und klare Worte zu finden. Für sein vorbildliches Engagement genießt er weit über den Fußball hinaus große Anerkennung. 2023 wurde er zudem mit dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigt.
"An diesem Abend wurden außergewöhnliche Sportlerinnen und Sportler geehrt: Olympiasieger, Weltmeister und Persönlichkeiten, die mit ihren Leistungen, ihrer Leidenschaft und ihrem Einsatz Großartiges für den Sport geleistet haben. Mit ihnen auf einer Bühne stehen zu dürfen, war für mich alles andere als selbstverständlich", sagt Aytekin: "Woche für Woche stehen abseits des Rampenlichts viele Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter auf dem Platz, die ihren Beitrag für unseren Sport leisten. Sie sind bei Wind und Wetter im Einsatz, treffen schwierige Entscheidungen, halten Kritik aus und sorgen mit ihrem Engagement dafür, dass im Amateurbereich überhaupt gespielt werden kann. Unser Sport lebt nicht nur von denen, die im Rampenlicht stehen. Er lebt insbesondere von denen, die dafür sorgen, dass er überhaupt stattfinden kann. Danke an alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, die sich regelmäßig dieser Verantwortung stellen und unserem Sport mit Leidenschaft, Überzeugung und Haltung dienen. Ihr verdient Respekt und Wertschätzung – an jedem einzelnen Spieltag!"
"Deniz war nicht nur ein herausragender Schiedsrichter, sondern ist vor allem ein außergewöhnlicher Mensch. Er ist ein echtes Vorbild und ein Aushängeschild für das Schiedsrichterwesen in Bayern", sagt Verbands-Schiedsrichterobmann Sven Laumer. "Respekt, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein – diese Werte hat Deniz während seiner gesamten Karriere gelebt. Sie haben ihn zu einem der besten Schiedsrichter der Welt gemacht und prägen ihn bis heute. Umso mehr freut es mich, dass sein Wirken nun mit dem Bayerischen Sportpreis gewürdigt wird. Diese Auszeichnung ist mehr als verdient."
Ebenfalls mit dem Bayerischen Sportpreis ausgezeichnet wurde Nathaniel Brown in der Kategorie „Herausragender Nachwuchssportler“. Der 2003 in Amberg geborene Fußballer begann seine Laufbahn beim TSV Kümmersbruck und beim SSV Jahn Regensburg, bevor er 2016 in die Nachwuchsakademie des 1. FC Nürnberg wechselte. Über Eintracht Frankfurt führte sein Weg 2026 zum FC Bayern München. "Nene", der bei der Weltmeisterschaft 2026 zu den positiven Überraschungen der deutschen Nationalmannschaft zählte, gehört auch beim deutschen Rekordmeister mittlerweile zum Stammpersonal. Die Laudatio auf den 23-Jährigen hielt Enrico Valentini, ehemaliger Spielführer und heutiger Nachwuchstrainer des 1. FC Nürnberg.