Abpfiff für den nächsten bayerischen Schiedsrichter mit Weltformat: Deniz Aytekin hat mit der Bundesliga-Partie des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln (5:1) seine Karriere beendet. Dass es seine letzte Saison als Unparteiischer werden würde, hatte der 47-jährige ehemalige FIFA-Schiedsrichter (bis 2022) aus Oberasbach bereits im vergangenen August angekündigt. BFV-Präsident Christoph Kern gratulierte dem gebürtigen Nürnberger bei seinem letzten Auftritt in der Münchner Arena im Namen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) persönlich zu seiner herausragenden Karriere.
„Mit Deniz verlässt einer der ganz großen bayerischen Unparteiischen die Fußballbühne. Er ist einer, der über viele Jahre durch absolute Top-Leistungen überzeugt hat und von allen Verantwortlichen und nicht zuletzt auch den Spielern absolut respektiert und anerkannt ist – national und international. Vor allem aber ist er jemand, der weit über den Fußballplatz hinausgewirkt hat: durch sein Auftreten, seine Empathie und sein Verständnis von Fairness und Respekt. Deniz hat sich nie gescheut, diese Werte zu vertreten und sich immer klar zu positionieren. Er ist ein absolutes Vorbild für alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter“, sagte Kern, der Aytekin sein Abschiedsgeschenk überreichte.
Der 47 Jahre alte gebürtige Nürnberger blickt auf eine herausragende Schiedsrichterkarriere zurück. Das Spiel in München war sein 254. Einsatz im deutschen Fußball-Oberhaus. Dazu kommen unter anderem 54 Europacup-Einsätze, 15 Länderspiele, 33 DFB-Pokal-Duelle und 114 Zweitligapartien.
Der DFB-Schiedsrichter des Jahres 2019, 2022 und 2024, der als 17-Jähriger seine Referee-Premiere bei der U17-Junioren-Begegnung zwischen dem TSV Altenberg und dem TSV Cadolzburg gefeiert hatte, leitete seine erste Bundesligapartie am 27. September 2008 beim Spiel Hertha BSC Berlin gegen Energie Cottbus. Es sollten zahlreiche weitere Highlights folgen. Nur drei Jahre nach der Erstliga-Premiere wurde Aytekin erstmals auf europäischer Ebene eingesetzt – beim Europa-League-Duell zwischen RNK Split und NK Domžale.
2012 gehörte er bei der Fußball-Europameisterschaft als Torschiedsrichter zum Team des einstigen bayerischen Rekordschiedsrichters Wolfgang Stark. Weitere Highlights waren das Eröffnungsspiel der U17-Weltmeisterschaft in Chile zwischen Nigeria und den USA sowie das DFB-Pokalfinale 2017 zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund sowie seine Einsätze in der UEFA Champions League.
Der leidenschaftliche DJ und Kind einer türkischen Einwandererfamilie setzte sich allerdings auch abseits des Fußballplatzes immer für einen respektvollen Umgang ein und scheute sich dabei nie, sich zu positionieren und klare Worte zu finden. Für sein vorbildliches Engagement ist er nicht nur weit über den Fußballsport hinaus anerkannt, sondern wurde 2023 auch mit dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigt.
2022 beendete Aytekin seine internationale Karriere, seit heute ist auch auf nationaler Ebene Schluss. Im vergangenen Jahr hatte bereits der bayerische Bundesliga-Rekordschiedsrichter Felix Brych, der mittlerweile Vorstands-Vorsitzender der BFV-Sozialstiftung ist, seine Karriere beendet.