Wechsel an der Spitze der Sozialstiftung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV): Der ehemalige Welt- und Deutschlands Rekordschiedsrichter Felix Brych übernimmt ab sofort den Vorsitz des Stiftungsvorstandes.
Der 50 Jahre alte Münchner tritt damit offiziell die Nachfolge von Manfred Heim an, der zum Jahresende 2025 seinen Rücktritt erklärt hatte. Der Theologe aus Lobsing im Landkreis Eichstätt leitete die Geschicke der Sozialstiftung seit ihrer Gründung im Jahr 2012 an oberster Stelle. Nach dem Rücktritt von Heim hatte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher aus Waldsassen im Landkreis Tirschenreuth bis zum jetzigen Verbandstag kommissarisch den Vorsitz des Stiftungsvorstands übernommen und kehrt jetzt in seine bisherige Rolle als Stellvertreter zurück.
„Die Anfrage, an der Spitze der BFV-Sozialstiftung Verantwortung zu übernehmen, hat mich sehr gefreut. Ich gehe diesen Schritt aus voller Überzeugung – aus tiefer Verbundenheit mit dem bayerischen Amateurfußball, der für mich seit jeher Heimat und Herzensangelegenheit ist. Die BFV-Sozialstiftung steht wie kaum eine andere Einrichtung für das, was unseren Fußball an der Basis auszeichnet: Zusammenhalt, Solidarität und die Gewissheit, dass wir einander nicht im Stich lassen. Dass die Stiftung seit 2012 in rund 1200 Fällen unverschuldet in Not geratenen Mitgliedern und Vereinen helfen konnte und dabei mehr als zwei Millionen Euro ausgeschüttet hat, unterstreicht die enorme gesellschaftliche Bedeutung dieser Arbeit. Sie ist ein unverzichtbarer Kitt für unsere Fußballfamilie“, erklärte Felix Brych.
„Mit Felix Brych übernimmt eine herausragende Persönlichkeit den Vorstandsvorsitz der BFV-Sozialstiftung. Er steht wie kaum ein Zweiter für Integrität, Verantwortung und glaubwürdiges Engagement im Fußball. Durch seine außergewöhnliche Laufbahn kennt er den Amateur- wie auch den Profifußball aus nächster Nähe und bringt damit beste Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Ich bin überzeugt, dass er der Stiftung wichtige neue Impulse geben und ihre erfolgreiche Arbeit mit großem Engagement zusammen mit den Vorstandskolleginnen und -kollegen fortführen wird“, erklärte Jürgen Faltenbacher.
In Bad Gögging überreichten Felix Brych und Jürgen Faltenbacher gemeinsam einen Scheck in Höhe von 7000 Euro zur Unterstützung von Schiedsrichter Christian Jäger an Matthias Prantl, Obmann der Schiedsrichtergruppe Kelheim-Mallersdorf. Jäger hatte im März 2025 nach einer schweren Erkrankung beide Beine verloren und war mehrere Monate im Koma gelegen. Während seiner langen Rehabilitation in einer Spezialklinik in Kreischau bei Dresden legte seine Ehefrau regelmäßig die rund 400 Kilometer pro Strecke zurück, um den 57-Jährigen bei seiner Genesung zu unterstützen – Besuche, die ärztlich als wichtig für den Heilungsverlauf eingestuft wurden. Durch Fahrt- und Übernachtungskosten entstanden der Familie Belastungen von insgesamt rund 11.600 Euro. Nach sorgfältiger Prüfung hat der Stiftungsvorstand eine Unterstützung in Höhe von 7000 Euro bewilligt, um die Familie in dieser außergewöhnlichen Situation spürbar zu entlasten.
Zugleich übergab Verbands-Schiedsrichterobmann Sven Laumer eine Spende in Höhe von 9000 Euro an die BFV-Sozialstiftung, die Brych und Faltenbacher stellvertretend entgegennahmen. Bayernweit hatten Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter auf freiwilliger Basis bei ihren Einsätzen am Osterwochenende auf ihre Spesen verzichtet, um die BFV-Sozialstiftung zu unterstützen.
359 Einsätze in der Fußball-Bundesliga, 69 Partien in der UEFA Champions League, 42 DFB-Pokal-Spiele, drei WM-Partien, acht Europameisterschafts-Einsätze, zwei Spielleitungen bei den Olympischen Spielen, Weltschiedsrichter 2017 und 2021: Als Schiedsrichter hat Felix Brych Geschichte geschrieben und Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt. Seine Bundesliga-Premiere hatte der Münchner Unparteiische am 28. August 2004 beim 1:1 zwischen Hertha BSC und dem FSV Mainz 05 gegeben. Es folgten beeindruckende 358 weitere Einsätze in Deutschlands höchster Spielklasse, damit ist Brych Deutschlands alleiniger Rekord-Schiedsrichter. Auch international gehörte der ehemalige FIFA-Referee zur absoluten Elite: Für die UEFA und die FIFA leitete er zahlreiche Top-Begegnungen, darunter das Champions League-Finale 2017 zwischen Juventus Turin und Real Madrid in Cardiff. Zudem war er bei den Fußball-Weltmeisterschaften 2014 und 2018, den Europameisterschaften 2016 und 2021 sowie den Olympischen Spielen 2012 im Einsatz. Für seine herausragenden Leistungen wurde Brych 2017 und 2021 als „Weltschiedsrichter des Jahres“ ausgezeichnet. Am 7. Dezember 2021 beendete der sechsmalige „DFB-Schiedsrichter des Jahres“ seine internationale Karriere mit der Champions League-Partie zwischen Real Madrid und Inter Mailand (2:0), mit Ablauf der Saison verabschiedete er sich beim Spiel FC Augsburg gegen 1. FC Union Berlin auch aus der Bundesliga. Parallel zu seiner sportlichen Laufbahn war Brych von 2010 bis 2025 hauptberuflich beim Bayerischen Fußball-Verband tätig – als Hauptabteilungsleiter Sport, später als verantwortlicher Abteilungsleiter für die Talentförderung und das Schiedsrichterwesen. Seit Oktober 2025 übernahm er bei der DFB Schiri GmbH die Leitung „Talententwicklung und Spitzencoaching“.
Seit 2012 leistet die BFV-Sozialstiftung materielle und finanzielle Hilfe für unverschuldet in Not geratene Mitglieder der bayerischen Fußballfamilie, stand seitdem in knapp 1200 Fällen Menschen und Vereinen zur Seite und schüttete dabei über zwei Millionen Euro aus. Zudem unterstützt die Stiftung das BFV-Sozialprojekt in Mosambik. Neben Spenden finanziert sich die Stiftung durch den „Sozialeuro“. Amateurfußball-Fans leisten bei allen Entscheidungs- und Relegationsspielen sowie ab den Kreispokal-Endspielen im Toto-Pokal-Wettbewerb über die Eintrittskarten (zusätzlich zum normalen Preis) diesen kleinen Solidarbeitrag.
Betroffene Vereine oder einzelne BFV-Mitglieder können per Mail an info@bfv-sozialstiftung.de formlos Unterstützung beantragen. Zur Homepage der BFV-Sozialstiftung: www.bfv-sozialstiftung.de.