Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle bewegen sich im bayerischen Amateurfußball weiterhin auf einem konstant niedrigen Niveau und liegen zudem unter dem Bundesdurchschnitt. Das geht aus dem aktuellen "Lagebild Amateurfußball" hervor, das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) jetzt veröffentlicht hat. Grundlage der Statistik für die Saison 2025/26 sind die Angaben der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Elektronischen Spielbericht (ESB).
Im Freistaat wurden in der Spielzeit 2025/26 insgesamt 190.468 Partien per ESB digital erfasst. Dabei kam es in 472 Begegnungen zu Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen. Das entspricht einer Quote von 0,25 Prozent und damit weiterhin einem sehr niedrigen Wert (Vorjahr: 0,24 Prozent). Von den gemeldeten Vorfällen entfielen 298 auf Gewalt und 185 auf Diskriminierung (Hinweis: In einzelnen Begegnungen können mehrere Vorfallarten gemeldet worden sein).
Abgebrochen wurden in der vergangenen Saison bayernweit 87 Spiele. Das entspricht einem Anteil von 0,05 Prozent aller erfassten Partien. Bundesweit liegen die Quoten sowohl bei den erfassten Vorfällen (0,42 Prozent) als auch bei den Spielabbrüchen (0,07 Prozent) höher. Die meisten Spielabbrüche im Freistaat entfielen erneut auf den Herren- und Juniorenbereich. Im Herrenfußball wurden 44 Begegnungen abgebrochen, bei den Junioren 40. Auf den Senioren-Bereich entfallen zwei Spielabbrüche. Im Bereich der Juniorinnen wurde lediglich ein Spiel vorzeitig beendet, im Frauenfußball kam es zu keinem Spielabbruch.
"Die Zahlen unterstreichen einmal mehr, dass ein respektvolles Miteinander auf Bayerns Fußballplätzen gelebte Realität ist. Zugleich zeigen sie aber auch, dass wir Gewalt, Beleidigungen, Diskriminierung und Ausgrenzung weiterhin entschieden bekämpfen müssen. Das ist eine Aufgabe der gesamten Fußballfamilie. Wer für Gemeinschaft und Zusammenhalt einsteht, darf Grenzüberschreitungen nicht tolerieren, sondern muss ihnen konsequent entgegentreten – und das beginnt bei verbalen Entgleisungen. Eine Verharmlosung lassen wir da nicht zu", sagt BFV-Präsident Christoph Kern.
Besonders häufig waren Spielerinnen und Spieler von Vorfällen betroffen. In 267 Fällen wurden sie als Geschädigte erfasst. Ebenfalls betroffen waren Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, die in 180 Fällen als Betroffene genannt wurden. Als Beschuldigte wurden überwiegend Spielerinnen und Spieler registriert, aber auch Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Mitglieder der Funktionsteams.
Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt seit jeher eine konsequente Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. Dazu gehört die lückenlose Aufarbeitung sämtlicher gemeldeter Vorfälle durch die unabhängigen bayerischen Sportgerichte. Diese können ein breites Spektrum an Sanktionen verhängen, das von Bewährungsstrafen bis hin zum Verbandsausschluss reicht.
Unabhängig von der sportgerichtlichen Aufarbeitung leitet der BFV besonders schwerwiegende Fälle an die Justiz weiter. Diese kann nach eigener Prüfung Ermittlungen aufnehmen und Verfahren vor den ordentlichen Gerichten anstrengen. Seit dem Start der deutschlandweit ersten Kooperation zwischen dem BFV und der Generalstaatsanwaltschaft München im Februar 2024 hat der Bayerische Fußball-Verband 17 Fälle an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
"Respekt, Fairness und Gemeinschaft sind das Fundament unseres Sports. Wer diese Grundwerte mit Füßen tritt, schadet nicht nur dem Spiel, sondern der gesamten Fußballfamilie. Deshalb reagieren wir auf entsprechendes Fehlverhalten konsequent und mit der notwendigen Klarheit", sagt Christoph Kern.
Mit Präventionsmaßnahmen, Aufklärungsarbeit und Fair-Play-Kampagnen setzt sich der BFV gemeinsam mit seinen Vereinen, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern sowie tausenden Ehrenamtlichen dafür ein, dass Bayerns Fußballplätze Orte des respektvollen Miteinanders bleiben. Sichtbar wird dieses Engagement einmal mehr bei den bayernweiten RESPEKT-Aktionsspieltagen vom 18. bis 27. September 2026, die der BFV gemeinsam mit Philipp Lahm und dessen Initiative treffpunkt verein im Rahmen der RESPEKT-Kampagne durchführt. Mehr als 700 Vereine haben sich für die Aktionsspieltage angemeldet, so werden über 1400 Teams an den BFV-Aktionsspieltagen Flagge zeigen für einen respektvollen Umgang auf und neben dem Fußballplatz.