Was auf dem Platz passiert, wirkt weit über den Sport hinaus: Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm als prominenter Pate setzen deshalb in den kommenden zwei Jahren mit einer gemeinsamen Respekt-Kampagne bayernweit ein Zeichen für ein faires, tolerantes und wertschätzendes Miteinander – auf und neben dem Fußballplatz. Die Kampagne bündelt dabei auch alle Maßnahmen und Aktionen, mit denen sich der BFV bereits für ein respektvolles Umfeld im Amateurfußball engagiert, darunter die Fair-Play-Aktion „Fair ist mehr“ und die Initiative „Bleibt’s entspannt am Spielfeldrand“.
„Die BFV-Respekt-Kampagne steht für klare Werte: Leidenschaft ja – Respektlosigkeit nein. Sie soll sensibilisieren, schützen und den Fußball als Gemeinschaft stärken. Sie ist kein Nice-to-have, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Fußballs“, erklärt Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann, der die Respekt-Kampagne in einer Talkrunde mit Philipp Lahm auf dem BFV-Verbandstag in Bad Gögging vorstellte.
„Mir wurde das Thema Respekt von klein auf vorgelebt. Von meinen Eltern weiß ich, wie viel Engagement Ehrenamtliche in die Ausbildung von Kindern investieren. Im Fußball wird Respekt vorgelebt und im Fußball gelten klare Regeln: Für jede Notbremse gibt es eine Rote Karte. Auf der ganzen Welt bekommen Kinder so Regeln spielerisch vermittelt. Deshalb ist diese Kampagne so wichtig. Auch, weil wir über den Fußball in Bayern pro Wochenende ungefähr eine Million Menschen erreichen: Trainerinnen und Trainer, Verantwortliche, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und Fans. Gemeinsam wollen wir diesen Weg auch mit der Inititative ,Treffpunkt Verein‘ weiter gehen. Ein respektvolles Miteinander ist zentral für unsere Gesellschaft. Gerade in einer Zeit der Unsicherheit und Polarisierung müssen wir für einen respektvollen Umgang werben, damit gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht“, erklärte Philipp Lahm.
Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann fügte hinzu: „Jedes vierte Kind bei uns in Bayern spielt Fußball. Jedem vierten Kind vermitteln wir so Woche für Woche unsere Werte. Wir erreichen nicht nur unsere 1,8 Millionen Mitglieder, wir erreichen deutlich mehr Menschen: Eltern, Großeltern, Geschwister und Fans.“
Der Fußball trägt eine besondere gesellschaftliche Verantwortung – und der BFV nimmt diese Spielführerrolle bewusst an. Denn: Wer Respekt vorlebt, sendet ein starkes Signal für einen positiven Umgang miteinander. Eine zentrale Rolle spielt der Schutz vor Anfeindungen: Gegenüber Ehrenamtlichen, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, Spielerinnen und Spielern sowie Trainerinnen und Trainern – denn sie alle sind unverzichtbar für den Amateurfußball, und Respektlosigkeit gefährdet ihre Motivation, sich weiter zu engagieren. Ebenso wichtig ist die Vorbildfunktion im Kinder- und Jugendbereich. Die Kampagne will deshalb auch nicht belehren, sondern durch positive Beispiele sensibilisieren und klar Stellung beziehen: Diskriminierung, Rassismus, Gewalt, Beleidigungen und persönliche Angriffe haben im Fußball keinen Platz.
Auch wenn die Zahlen verbaler und körperlicher Gewaltvorfälle in den vergangenen Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau verharren, „hat sich gefühlt etwas verändert. Der Ton wird rauer, die Hemmschwelle sinkt – und deshalb wollen wir zusammen mit Philipp Lahm und unseren Vereinen ein klares Zeichen setzen und Maßnahmen zur weiteren Sensibilisierung anstoßen“, sagte BFV-Präsident Christoph Kern.
Die neue BFV-Respekt-Kampagne spricht alle an, die den Fußball in Bayern tragen: Spielerinnen und Spieler, Unparteiische, Trainerinnen und Trainer, Eltern, Vereinsverantwortliche sowie Zuschauerinnen und Zuschauer. Um herauszufinden, welche Unterstützung Vereine und Ehrenamtliche konkret benötigen, startet der BFV zur inhaltlichen Ausgestaltung der Kampagne nach dem Verbandstag gemeinsam mit seinem Partner SLC Management eine große Vereinsumfrage und nimmt das Thema mit zu den bayernweiten Spielgruppen-Tagungen.