Wie lässt sich der Spielbetrieb unter veränderten Rahmenbedingungen zukunftssicher organisieren? Was brauchen Vereine im Kinder- und Jugendfußball? Wie kommt der Kinderfußball in der Region besser zum Tragen? Und welche Antworten gibt es auf demografischen Wandel, knapper werdende Platzkapazitäten und fehlende Ehrenamtliche? Diese Fragen standen im Zentrum des Kreisdialogs im Fußball-Kreis Coburg/Kronach/Lichtenfels. Verantwortliche des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) um Präsident Christoph Kern nutzten den Austausch mit den Entscheidungsträgern des Kreises vor Ort in Sonnefeld, um Herausforderungen aus der täglichen Verbandsarbeit offen anzusprechen und Lösungsansätze zu diskutieren.
Der Fußball im Kreis steht dabei vor Herausforderungen, die viele Bereiche gleichzeitig betreffen. Neben dem demografischen Wandel und dem Mitgliederrückgang rücken insbesondere Infrastruktur und Platzkapazitäten sowie der Rückgang von Trainerinnen, Trainern, Betreuerinnen und Betreuern in den Vordergrund. Gleichzeitig bieten sich neue Möglichkeiten durch eine intensive Jugendarbeit und Talentförderung, Kooperationen mit Schulen und Kommunen sowie die fortschreitende Digitalisierung des Spielbetriebs. Strukturell beschäftigen sich die BFV-Funktionäre mit der anstehenden Kreisreform in Oberfranken. Die Dimension des Spielbetriebs macht deutlich, wie vielfältig die Aufgaben im Kreis sind: Für die Saison 2026/27 weist die Statistik 176 Vereine sowie 203 Herren-, 15 Frauen-, 350 Junioren- und 25 Juniorinnen-Mannschaften aus.
„Wer den Amateurfußball weiterentwickeln will, muss genau hinhören, was die Menschen beschäftigt, die ihn Tag für Tag vor Ort organisieren. Beim Kreisdialog kommen die konkreten Themen auf den Tisch. Wir wollen Probleme nicht nur benennen, sondern gemeinsam nach praktikablen Lösungen suchen. Genau dieser offene Austausch zwischen Kreis, Vereinen und Verband bringt uns weiter“, sagte BFV-Präsident Christoph Kern.
Besonders deutlich wurde der Handlungsbedarf im Kinderfußball. Bei den E- und F-Junioren beschäftigen die Kreis-Verantwortlichen um ihren im Januar beim Kreistag neu gewählten Vorsitzenden Ulrich Pochmann unter anderem die Organisation der Spielnachmittage und Festivals. Während die neuen und verbindlichen Spielformen für die kleinsten Kicker in den klassisch spielfreien Monaten gut angenommen werden, gelingt die Einbindung in den regulären Spielbetrieb – entgegen den anderen Regionen im Freistaat – nach Einschätzung der Verantwortlichen bislang nur schwer.
Mit den Kreis-Verantwortlichen um Ulrich Pochmann, Kreis-Spielleiter Egon Grünbeck, Kreis-Schiedsrichterobmann Markus Kleuderlein, dem Kreis-Sportgerichts-Vorsitzenden Alexander Gross und Kreis-Ehrenamtsreferent Michael Deuerling sowie dem oberfränkischen Bezirks-Vorsitzenden Thomas Unger und dem Ehren-Bezirks-Vorsitzenden Karlheinz Bram diskutierten BFV-Präsident Christoph Kern, Vizepräsidentin Inge Pirner, Vizepräsident Jürgen Pfau sowie der stellvertretende BFV-Geschäftsführer Fabian Frühwirth.
Der Kreisdialog machte damit vor allem eines deutlich: Die Anforderungen an die Vereine verändern sich, und mit ihnen müssen sich auch Spielbetrieb und Verbandsarbeit weiterentwickeln. Der direkte Austausch soll dabei helfen, Erfahrungen aus der Praxis aufzunehmen und gemeinsam Lösungen zu finden, die den Fußball im Kreis Coburg/Kronach/Lichtenfels dauerhaft stärken.