Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) unterstützt den geplanten Vollumbau des Max-Morlock-Stadions und damit die Pläne des 1. FC Nürnberg: Im Rahmen des Zweitliga-Spitzenspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:1) hat sich eine BFV-Delegation mit Präsident Christoph Kern und Schatzmeister Jürgen Faltenbacher an der Spitze mit den Verantwortlichen des Club getroffen, um sich die aktuellen Planungen vorstellen zu lassen und sich über die Chancen einer modernen Arena für den Fußball in Franken auszutauschen.
„Nürnberg braucht ein modernes Fußballstadion. Deshalb unterstützen wir den anvisierten Umbau ausdrücklich. Dabei geht es für uns um weit mehr als die Heimspiele des 1. FC Nürnberg. Eine moderne Arena entwickelt Strahlkraft für die ganze Region und schafft insbesondere für den Nachwuchs und unsere Amateurvereine ganz neue Möglichkeiten“, sagte BFV-Präsident Christoph Kern und formulierte zugleich eine Bitte an die Politik: „Wir wissen um die angespannte städtische Haushaltslage. Wir wissen aber auch, dass ein Vorhaben dieser Größenordnung mittelfristig erheblichen wirtschaftlichen Nutzen haben wird und zusätzliche Kaufkraft generiert. Klar ist auch, dass jeder Tag bis zu einer Entscheidung über den Umbau die Baukosten weiter steigen lässt.“
Stefan Heim, Vorstand Finanzen des 1. FC Nürnberg und verantwortlich für das Stadionprojekt, erklärte: „Wir freuen uns sehr, dass der Bayerische Fußball-Verband unser Anliegen so tatkräftig unterstützt. Denn am Ende profitieren wir alle davon, wenn der Fußball in unserer Region gestärkt wird. Breite braucht Spitze und Spitze braucht Breite. In den Amateurvereinen entdecken Kinder ihre Begeisterung für den Fußball, dort werden Talente gefördert und diese entwickeln sich im besten Fall zu Profis. Umgekehrt sind es die Profis, die Menschen begeistern und gerade Kinder motivieren, selbst Fußball zu spielen. Ein modernes Stadion verstärkt diese Strahlkraft erfahrungsgemäß. Deshalb ist der Vollumbau nicht nur für den Club, sondern für den Fußball in unserer gesamten Region von Bedeutung.“
Der BFV setzt bei der neuen Arena auf ein konsequentes „Hand in Hand“ von Profi- und Amateurfußball – nicht zuletzt drückte das auch die Anwesenheit des mittelfränkischen Bezirks-Vorsitzenden Uwe Mauckner sowie der Kreis-Vorsitzenden Tanja Fascella (Kreis Neumarkt/Jura) und Günter Schuh (Nürnberg/Frankenhöhe) aus. Kinder und Jugendliche könnten bei Minifußball-Festivals oder einer Vielzahl anderer Veranstaltungen selbst dort auflaufen, wo sonst ihre Idole zu Hause sind. Solche Fußball-Erlebnisse ermöglicht der BFV bereits in großen bayerischen Stadien, darunter die Münchner Allianz Arena, der Audi Sportpark in Ingolstadt oder das Regensburger Jahn-Stadion.
„Club-Heimspiele sind zweifelsfrei als feste Anker wichtig, aber die Wirkung eines solchen Stadions darf sich nicht auf diese Spieltage beschränken. Wir wollen diese Arena auch für die Basis öffnen. Wenn Kinder dort selbst Fußball spielen und unvergessliche Momente erleben, entsteht Begeisterung, die sie mit zurück in ihre Heimatvereine nehmen. Genau diese Sogwirkung brauchen wir für unseren Fußball“, betonte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher: „Der Rasen ist das eine, zeitgemäße Räumlichkeiten für unsere Aus- und Weiterbildungs-Angebote das andere.“
Welche Kraft große Fußballereignisse in Nürnberg entfalten können, zeigte die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Umso bedauerlicher war es aus BFV-Sicht, dass Nürnberg bei der Europameisterschaft 2024 nicht zu den Spielorten zählte und sich auch für die Frauen EURO 2029 keine Option für eine Bewerbung bot. Ausschlaggebend war beide Male das in die Jahre gekommene Max-Morlock-Stadion.
Kern macht deutlich: „Wir dürfen nicht einerseits davon träumen, die großen Fußball- und Sportereignisse nach Nürnberg zu holen, und andererseits auf die dafür notwendige Infrastruktur verzichten. Wenn Nürnberg bei Olympia eine Rolle spielen und darüber hinaus vielleicht wieder Schauplatz international herausragender Fußballereignisse werden will, braucht es ein modernes Stadion. Damit aus dem Traum Wirklichkeit werden kann, führt am Umbau kein Weg vorbei.“