Ab diesem Donnerstagabend (16. Juli) rollt im gesamten Freistaat in der 1. BFV-Hauptrunde des Toto-Pokal-Wettbewerbs 2026/27 wieder der Ball. Ab 20 Uhr eröffnen der TSC Neuendettelsau und der TSV Kornburg die neue Pokalsaison und den Kampf um den prestigeträchtigen bayerischen Pokalsieg 2027, der mit dem Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde 2027/28 und garantierten Einnahmen in Höhe von 210.000 Euro aus Vermarktungserlösen verbunden ist.
32 Partien stehen bis zum 21. Juli in der ersten Runde auf dem Programm – die meisten davon sind, nicht zuletzt wegen des Wunschlos-Prinzips für die 22 Toto-Pokal-Kreissieger, echte „David gegen Goliath“-Kracher und Derbys.
Allen voran natürlich das „Traumspiel“ des SV Eintracht Berglern gegen den TSV 1860 München zum Abschluss der ersten Pokalrunde auf Landesverbandsebene (Dienstag, 21. Juli, 18.30 Uhr). Berglerns Mittelfeldspieler Sebastian Hermann war bei der Auslosung am vergangenen Freitag in Bad Kötzting überglücklich über das Losglück des Kreisligisten. „Heute fühlt es sich an, als gäbe es tatsächlich einen Fußballgott“, sagte der Amateurkicker vor dem Hintergrund, dass die abgelaufene Saison zwar trotz des sportlichen Erfolgs durch den vollkommen überraschenden Tod des Mannschaftskapitäns in trauriger Erinnerung bleiben wird, jetzt aber doch noch einmal eine ungeahnte, positive Wendung genommen hat.
Das Pokalspiel gegen den Münchner Traditionsklub, der sich in der abgelaufenen Pokal-Saison erst im Finale in Würzburg geschlagen geben musste, wird deshalb sicherlich für den kleinen Verein, das Team und seine Anhängerschaft eine ganz besondere und emotionale Erfahrung werden. Nicht zuletzt, weil die Löwen traditionell von einer großen Anhängerschaft begleitet werden, somit eine für die Gastgeber ungewohnt große Kulisse erwartet wird und es zugleich der erste Auftritt der Münchner nach den Wirren der vergangenen Monate und dem Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern ist.
Auch das Spiel des FC Thalhofen gegen Regionalligist FC Memmingen am Samstag (18. Juli, 17 Uhr) wird bei den Fußballfans hoch im Kurs stehen. Allerdings weniger wegen der höherklassigen Gäste, die sich beim Bezirksligisten beweisen müssen, sondern eher wegen eines Ex-Nationalspielers. Kevin Volland wird im Toto-Pokal-Spiel das erste Pflichtspiel nach seiner Rückkehr in den Amateurfußball bestreiten. Der Ex-Profi, der in der vergangenen Saison noch als eine der großen Identifikationsfiguren für den TSV 1860 München auf dem Platz stand, lässt seine Karriere im Team seines Bruders ausklingen. Die Erfahrung von 15 A-Länderspielen und 277 Bundesliga-Spielen wird für die Abwehrreihe des FC Memmingen sicher ein echter erster Prüfstein für die eine Woche später beginnende Regionalliga-Saison 2026/27.
Packende lokale und regionale Derbys sind an den insgesamt fünf Pokal-Spieltagen im ganzen Freistaat garantiert. So zum Beispiel die Partie zwischen der SpVgg Erlangen und dem TSV Abtswind am Freitagabend (17. Juli) ab 19 Uhr oder am Samstagnachmittag ab 15 Uhr das Duell der (SG) Breitenberg/Sonnen gegen Drittligist und Partnerverein SSV Jahn Regensburg. Am Sonntagnachmittag greift dann auch Titelverteidiger FC Würzburger Kickers ins Geschehen ein. Der Pokalsieger, Bayerische Amateurmeister und Drittliga-Aufsteiger vom Dallenberg ist ab 14 Uhr beim Bezirksligisten 1. FC Trogen gefordert.
Am späten Dienstagabend (21. Juli) steht dann fest, für welche 32 Klubs die neue Pokalsaison schon wieder beendet ist und wie viele der 22 Kreissieger den Sprung in die zweite Pokalrunde geschafft haben. Dort winkt ihnen bereits die nächste Chance auf ein echtes Pokal-Traumspiel, denn für die Toto-Pokal-Kreissieger gilt auch in Runde zwei das Wunschlos-Prinzip, bei dem sie sich in der ausgelosten Reihenfolge ihren Gegner für ihr Pokal-Heimspiel frei aussuchen können.