Die 1. BFV-Hauptrunde im Bayerischen Toto-Pokalwettbewerb 2026/27 ist gespielt. Zum Abschluss standen am Dienstagabend zwei Partien auf dem Programm – das Gastspiel des Drittligisten FC Ingolstadt 04 beim Bezirksligisten VfB Forstinning (Kreis-Pokalsieger München) und der von vielen Fußballfans mit Spannung erwartete erste Pflichtspielauftritt des TSV 1860 München beim Kreisligisten SV Eintracht Berglern (Kreis-Pokalsieger Donau/Isar). Beide Favoriten lösten ihre Pflichtaufgaben souverän. Damit steht auch fest, dass der FC Wendelstein als einziger der insgesamt in Runde eins gestarteten 22 Kreis-Pokalsieger in die nächste Runde eingezogen ist und sich bei der Auslosung der 2. Runde an diesem Freitag ab 12.30 Uhr (live auf dem BFV-Instagram-Kanal) seinen Wunschgegner aussuchen kann.
1384 Fußballfans strömten am Dienstagabend auf die Sportanlage des SV Eintracht Berglern, um einerseits den Kreis-Pokalsieger Donau/Isar bei seinem „Traumspiel“ anzufeuern und andererseits den ersten Pflichtspielauftritt des TSV 1860 München nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern und der Rundumerneuerung des Teams zu sehen. Und der Leader und neue Kapitän der Löwen, Florian Niederlechner, setzte mit der frühen Führung in der neunten Spielminute (Foto oben) gleich ein deutliches Zeichen für sein Team und die mitgereisten Anhänger. Es dauerte bis in die Nachspielzeit der ersten Halbzeit, bis Raphael Wach das 2:0 für die Gäste folgen ließ und das Nervenkostüm des Favoriten beruhigen konnte. In Durchgang zwei wurden die Münchner dann ihrer Favoritenrolle absolut gerecht. Loris Husic erhöhte in der 67. Spielminute auf 3:0, Arian Orivero Calderon machte mit einem Doppelpack innerhalb von zwei Minuten (78., 79.) den Deckel auf die Partie, die dem Kreisligisten trotz der Pokalniederlage noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Seiner Favoritenrolle mehr als gerecht wurde auch Drittligist FC Ingolstadt 04 bei seinem Pokal-Gastspiel beim VfB Forstinning. Das Team von Sabrina Wittmann ließ dem Bezirksligisten keine Chance und sorgte bereits in Durchgang eins für klare Verhältnisse. Elias Decker traf in Minute vier zur Gästeführung und Lars Lokotsch legte in der 18. Spielminute das 2:0 nach. Für großen Jubel sorgte dann Leo Gabelunke in der 27. Spielminute mit seinem Anschlusstreffer, doch die Hoffnung auf die Sensation währte nur kurz. Emre Gül stellte elf Minuten später für die Schanzer den alten Abstand wieder her, ehe Ognjen Drakulic und erneut Lars Lokotsch noch vor dem Pausenpfiff für die Vorentscheidung sorgten. Nach dem Seitenwechsel legte Lokotsch dann schnell noch seinen dritten Treffer nach (52.), ehe ein Eigentor kurz vor Abpfiff zum 1:7 das Pokalaus des Kreis-Pokalsiegers besiegelte.
Großer Jubel beim FC Wendelstein, der als einziger der 22 in Runde eins gestarteten Kreis-Pokalsieger (Kreis Neumarkt/Jura) das Ticket für die 2. Pokalrunde gelöst hat. Der Landesliga-Aufsteiger schlug im Duell zweier Landesligisten den SV Unterreichenbach 2:1 und darf sich nun auf ein weiteres „Traumspiel“ freuen. „Wir sind natürlich superglücklich. Das war ein richtig gutes Spiel. Wir hätten ehrlicherweise auch 0:2 zurückliegen können, hatten dann ein wenig das Glück auf unserer Seite, sind in Führung gegangen – erst zur Pause 1:0, später 2:0 und haben dann auch defensiv nicht mehr allzu viel zugelassen“, sagte Thomas Peuntinger, Wendelsteins 1. Vorsitzender und Fußball-Abteilungsleiter, nach dem Spiel. „Klar hoffen wir jetzt, dass wir vielleicht am Ende als einziger Kreis-Pokalsieger in die zweite Runde einziehen und dann die Chance auf ein Top-Spiel haben“, gab Peuntinger nach dem Pokalcoup zu. Mittlerweile ist klar: der Traum geht in Erfüllung!
Ein Wahnsinns-Spektakel – allerdings ohne Happy End – bot ein anderer Kreis-Pokalsieger seinen Fans und dürfte für einen festen Eintrag ins Vereinsgeschichtsbuch gesorgt haben. Der TSV Bobingen (Kreissieger Augsburg) aus der Landesliga Südwest empfing Mitte-Landesligist SpVgg Lam zum Pokalduell und war zur Pause eigentlich mehr als nur gefühlt auf der Siegerstraße. Georg Zimmermann war von den Gästen nicht zu stoppen und erzielte ein Dreierpack (19., 22., 30.), zusammen mit Teamkollege Mattis Junker, der das zwischenzeitliche 3:0 erzielte (27.), sorgte er für einen Vier-Tore-Vorsprung. Nach Wiederanpfiff passierte dann zunächst nicht viel, doch ab der 64. Spielminute ging die Post ab. Niklas Maimer mit einem Doppelpack in vier Minuten (64., 68.) und David Iglhaut mit seinem Treffer nur weitere drei Minuten später machten die Partie wieder spannend. Es entwickelte sich eine Abwehrschlacht, in der Iglhaut am Ende mit zwei weiteren Treffern in der Nachspielzeit (90.+5, 90.+7) noch für die Entscheidung zugunsten der Gäste sorgte.
Die 1. BFV-Hauptrunde hat auch gezeigt: Die Teams nehmen den Toto-Pokalwettbewerb absolut ernst und unterschätzen auch nicht die unterklassigen Teams. Hochkonzentriert gingen die Teams aus den bayerischen Top-Ligen ans Werk und lieferten zum Teil Tore satt. Beim Auftritt des Titelverteidigers FC Würzburger Kickers liefert Bezirksligist 1. FC Trogen dem Drittliga-Aufsteiger vor knapp 500 Zuschauern zwar einen großen Kampf, musste sich am Ende aber dennoch klar mit 0:6 geschlagen geben. Franck Evina eröffnete den Torreigen für die Unterfranken bereits in der sechsten Spielminute. Bis zum Pausenpfiff erhöhte Tarsis Bonga mit einem Doppelpack auf 3:0 (17., 43.), ehe nach dem Seitenwechsel Jermain Nischalke (72.), Franck Evina mit seinem zweiten Tor des Tages per Elfmeter (77.) und Ebrahim Farahnak (83.) den Einzug in Runde zwei klarmachten.
Ungefährdet zogen auch die SpVgg Unterhaching (7:0 beim 1. FC Schwarzenfeld) und Bayernligist SV Viktoria Aschaffenburg nach dem 2:0 im Derby beim TuS Röllbach in die nächste Runde ein. Das vierte Pokalspiel des Tages hatte zumindest eine kleine Überraschung zu bieten. Landesligist FC Dingolfing schlug daheim Bayernligist SpVgg Hankofen-Hailing 4:2. Marcel Müller glänzte dabei mit einem Dreierpack für die Hausherren.
Der SSV Jahn Regensburg fuhr bei Partnerverein SG Breitenberg/Sonnen den höchsten Sieg der Pokalrunde ein (11:0), aber auch die Regionalliga-Topteams wie der 1. FC Schweinfurt 05 (7:0 bei der SpVgg Giebelstadt), der SV Wacker Burghausen (9:1 beim TSV Alling) oder der TSV Aubstadt (9:0 beim 1. FC Viktoria Untererthal) ließen wie nahezu alle favorisiteren Teams nichts anbrennen.
Das Lieblings-Ergebnis der Teams in der laufenden 1. Pokalrunde: 6:0 für den Favoriten - gleich sechs der 32 Partien endeten mit diesem Endstand und nur zwei Pokalduelle waren nicht nachregulärer Spielzeit entschieden und mussten den Sieger im Elfmeterschießen ermitteln.
Ohne eigenen Treffer musste Ex-Profi Kevin Volland seine Toto-Pokalpremiere mit dem FC Thalhofen beenden. Der ehemalige Nationalstürmer, der in der Sommerpause von den Münchner Löwen zum Heimatverein und Klub seines Bruders Robin wechselte und dort seine Karriere ausklingen lässt, musste sich mit seinem Team dem Regionalligisten FC Memmingen, für den er ebenfalls als Jugendlicher auflief, 0:6 geschlagen geben.