Leichter Aufgalopp nach der langen Winterpause: Mit drei der insgesamt nur vier ausstehenden Nachholspielen startet an diesem Wochenende die Bayernliga Nord in die Restrunde, ehe es dann ab dem folgenden Wochenende (7. bis 9. März) auch für alle anderen Vereine mit dem 24. Spieltag wieder um wichtige Zähler geht. Insgesamt stehen noch elf Runden auf dem Programm, bis alle Entscheidungen über Meisterschaft und Aufstieg, die Teilnahme an den Relegationsspielen sowie den Klassenverbleib oder Abstieg gefallen sind.
Während der Vorbereitung auf den Saisonendspurt musste sich der abstiegsbedrohte Traditionsverein SpVgg Bayern Hof nicht nur mit sportlichen, sondern auch mit wirtschaftlichen Sorgen auseinandersetzen. So wurden mehrere Aktionen gestartet, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. "Die Resonanz ist riesig", sagt Geschäftsführer Steffen Goller. "Zu sehen, dass unser Verein der Region und auch darüber hinaus nicht egal ist, sowie die Erkenntnis, dass ganz viele helfen wollen, die gelb-schwarze Tradition auf der Grünen Au am Leben zu halten, hat uns echt überwältigt."
Dennoch mussten die Hofer während der Winterpause sportlich einige Abgänge hinnehmen. Moritz Richter schloss sich dem Ligakonkurrenten FC Eintracht Münchberg an, Luis Bürger wechselte zum Bischofswerdaer FV 08 in die NOFV-Oberliga Süd. Auch Libor Bobcik, Orlando Gutmann, Emir Terakaj und Vojtech Cermus verließen den Klub.
Einen herben Verlust muss auch der FC Eintracht Münchberg kompensieren. Bekannt war schon seit längerer Zeit, dass Felix Lang den Verein verlassen würde. Nun gab aber auch sein älterer Bruder Thorsten Lang seinen Abschied bekannt. Nach mehr als 15 Jahren im Verein war für den 33-jährigen "Knipser" Schluss. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder schloss er sich für die Restrunde dem Heimatverein 1. FC Waldstein an.
Andere Vereine stellten bereits wichtige Weichen für die Zukunft. Beim Meisterschaftsanwärter VfB Eichstätt, der als Tabellenvierter mit fünf Punkten Rückstand, aber auch zwei weniger ausgetragenen Partien im Vergleich zu Spitzenreiter ATSV Erlangen überwinterte, wird es im Sommer frischen Wind an der Seitenlinie geben. Dominic Rühl wird den Verein verlassen. In seine Fußstapfen tritt Dominik Betz. Mit Florian Grau und Norbert Scheuerer stehen auch schon seine Assistenten fest. Bereits an diesem Samstag, 1. März, ab 14 Uhr startet der VfB mit einem Heimspiel gegen den FC Eintracht Münchberg in den Endspurt.
Beim Tabellenletzten TSV Karlburg, der am Samstag den SV Fortuna Regensburg empfängt, gibt es ebenfalls bereits einen Nachfolger für den im Sommer scheidenden Trainer Markus Köhler. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit übernimmt ab der kommenden Spielzeit Ex-Profi Christopher Bieber die Verantwortung an der Seitenlinie der Karlburger. Der 35-Jährige hatte während seiner aktiven Laufbahn für den Karlsruher SC unter anderem zwei Spiele in der 2. Bundeliga bestritten, stand für Rot-Weiß Erfurt und die Würzburger Kickers 70-Mal in der 3. Liga auf dem Feld. Vor seinem Karriere-Ende 2024 war Bieber spielender Co-Trainer beim Regionalligisten TSV Aubstadt.
Auf Kontinuität setzt dagegen die DJK Gebenbach, die am Samstag ab 14 Uhr Heimrecht gegen den TSV Neudrossenfeld hat. Zwar befindet sich der Klub bei nur einem Punkt Vorsprung vor der Gefahrenzone der Liga noch mitten im Kampf um den Klassenverbleib. Dennoch sendete der Klub mit der Vertragsverlängerung von Cheftrainer Markus Kipry ein deutliches Zeichen. Der 50-Jährige erhielt ein neues Arbeitspapier bis zum Sommer 2027. An seine Seite gesellt sich Andreas Graml, der Kipry künftig als "Co" unterstützen soll. Auch der Auftaktgegner aus Neudrossenfeld hat bei seinem kompletten Trainerteam rund um Andi Baumer Nägel mit Köpfen gemacht und die Trainer mit neuen Verträgen über den Sommer hinaus ausgestattet.
Stadionfrage offen: Der VfB Eichstätt gehört zum engeren Kreis der Aufstiegskandidaten. Mit fünf Punkten Rückstand, aber zwei Spielen weniger als Ligaprimus ATSV Erlangen hat der VfB noch gute Karten, auf Platz eins zu klettern. Für den Fall einer Rückkehr in die Regionalliga Bayern müssten sich die Eichstätter allerdings auch höheren Standards in der Infrastruktur widmen. Die Verantwortlichen des Vereins betonten, dass es fraglich sei, ob die Auflagen im heimischen Liqui-Moly-Stadion umgesetzt werden können. Eventuell muss eine Ersatzspielstätte gefunden werden.
Abgänge in Abtswind: Der TSV Abtswind muss zur nächsten Saison zwei Abgänge verkraften. Ab dem Sommer stehen mit Fabio Groß und Felix Lehrmann zwei Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung. Groß kam im Sommer 2020 aus der Jugendabteilung des 1. FC Nürnberg zum TSV, absolvierte seitdem 113 Begegnungen für Abtswind. Lehrmann (88 Einsätze) kam 2021 vom 1. FC Geesdorf und verabschiedet sich nach drei Jahren wieder.
Mit Siegesserie in die Winterpause: Die lange Winterpause kam für den ASV Cham wohl ein wenig ungelegen. Schließlich präsentierte sich der ASV bis dahin in bester Verfassung. Zuletzt gelangen drei Siege am Stück. Damit verbesserten sich die Oberpfälzer in das obere Tabellendrittel. Mit dem Spitzenquartett der Liga kann Cham aber nicht mithalten. Von dem nur einen Rang besser dastehenden VfB Eichstätt ist der ASV schon neun Zähler entfernt.
Chamer Heimstärke: Dass es beim ASV Cham in dieser Saison so gut läuft, liegt vor allem an der Stärke vor eigener Kulisse. Am heimischen Kappenberger Sportzentrum unterlag der ASV in der laufenden Spielzeit noch keinem anderen Team. Zu Hause gelangen acht Siege und drei Unentschieden. Damit sind die Chamer aber nicht allein. Mit der exakt gleichen Ausbeute thront auch der VfB Eichstätt an der Spitze der Heimtabelle. Schlusslicht TSV Karlburg gewann dagegen nur eines seiner insgesamt elf Spiele vor eigenem Publikum.
Erlangen dank Auswärtsbilanz Erster: Um am Ende der Saison ganz oben mitmischen zu können, muss es allerdings auch auswärts rund laufen. Das stellte bislang vor allem Ligaprimus ATSV Erlangen unter Beweis. Der inoffizielle "Wintermeister" sammelte in der Fremde die meisten Punkte. In zwölf Auswärtsspielen sicherte sich der ATSV beachtliche 26 von 36 möglichen Punkten. Dahinter folgt der SC Eltersdorf, der einen Punkt weniger in der Fremde auf der Habenseite hat. Wohl keine große Überraschung ist, dass der TSV Karlburg auch in der Auswärtstabelle die "Rote Laterne" trägt, hier allerdings punktgleich mit der U 21 des SSV Regensburg. Der Nachwuchs des Zweitligisten ist die einzige Mannschaft, die noch auf ihren ersten Auswärtssieg wartet.
Die zwei Gesichter von Fortuna Regensburg: Zu einer Achterbahn der Gefühle entwickelte sich diese Saison bislang für den SV Fortuna Regensburg. Nachdem der Klub den Klassenverbleib in der abgelaufenen Spielzeit erst über die Relegation perfekt machen konnte, sah es zu Beginn dieser Saison zunächst erneut nicht gut aus. Die ersten vier Begegnungen gingen allesamt verloren, in den ersten sieben Partien gab es keinen Sieg. Danach setzte aber der Höhenflug an. Zwischenzeitlich gelangen dem SV Fortuna acht Dreier in Folge. In diesem Zeitraum blieben die Regensburger insgesamt sogar 13-mal am Stück unbesiegt. Allerdings geht es auch bei der besten Achterbahn nicht stetig steil nach oben. Im rasanten Tempo folgte der Absturz. Die letzten sieben Partien im alten Jahr konnte der SV Fortuna nicht gewinnen (vier Niederlagen, drei Unentschieden). Damit kamen die Donaustädter der Gefahrenzone wieder deutlich näher. Das Polster auf einen Relegationsplatz ist auf fünf Zähler geschrumpft. Kurios: Trotz der Abstiegsgefahr stellt der Tabellenelfte SV Fortuna mit 51 erzielten Treffern nach 22 Begegnungen (2,32 Tore im Schnitt pro Spiel) die mit einigem Abstand gefährlichste Offensive der Liga. Dahinter folgt die U 21 des FC Ingolstadt 04 mit 44 markierten Toren. Auch die Tordifferenz des SV Fortuna Regensburg von +14 (51:37) ist immer noch besser als die des Spitzenreiters ATSV Erlangen (+11) oder des Verfolgers FC Ingolstadt 04 II (+10). Nur die weiteren Titelaspiranten SC Eltersdorf (+22) und VfB Eichstätt (+19) kommen auf bessere Werte. Der SV Fortuna Regensburg war übrigens auch für den bislang höchsten Sieg (6:0 gegen den Würzburger FV 04) und das torreichste Spiel (5:6 gegen den ASV Cham) in der aktuellen Spielzeit der Bayernliga Nord verantwortlich.
Lange Durstrecken: Mit dem Tabellenvorletzten FC Eintracht Münchberg und dem Schlusslicht TSV Karlburg teilen sich zwei Klubs die längste Niederlagenserie. Gleich sechsmal in Folge zogen die beiden Vereine jeweils den Kürzeren. Der Tabellenletzte aus Karlburg blieb dabei zwischenzeitlich zwölfmal in Folge ohne einen Sieg. Einen solchen Negativlauf legte auch die DJK Gebenbach hin, als sie erst im 13. Anlauf den ersten Saisonsieg einfahren konnte.
Zuschauermagnet SpVgg SV Weiden: Nicht nur in der Tabelle mischt die SpVgg SV Weiden als Aufsteiger im oberen Drittel mit. Im Ranking der Zuschauerzahlen liegt die SpVgg sogar an der Spitze. Insgesamt verfolgten 9.795 Besucher die Spiele der Weidener. Das ergibt einen Durchschnitt von 816 Fans von Begegnung. Zum Vergleich: Der erste Verfolger SpVgg Bayern Hof kommt auf insgesamt 7.582 Zuschauer (Schnitt von 689). Auf Platz drei folgt Liganeuling FC Eintracht Münchberg (6.224/Schnitt 519), der dafür jedoch die größte Einzelkulisse erreichte. So sahen 3.100 Fans die 1:5-Heimiederlage am 2. Spieltag gegen die benachbarte SpVgg Bayern Hof. Das sind Zahlen, von denen die Zweitvertretungen des FC Ingolstadt 04 (im Schnitt 90 Besucher) und des SSV Jahn Regensburg (113) - wenig überraschend - nur träumen können. Aber auch der SSV-Stadtkonkurrent SV Fortuna spielt regelmäßig vor kleineren Kulissen. Insgesamt sahen 1870 Zuschauer (Schnitt 170) die in der Regel äußerst unterhaltsamen Fortuna-Partien.
BFV/mspw
| Pl. | Verein | Sp. | G | U | V | Torv. | Tordiff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. |
|
34 | 23 | 5 | 6 | 74:33 | 41 | 74 |
| 2. |
|
34 | 21 | 10 | 3 | 56:24 | 32 | 73 |
| 3. |
|
34 | 20 | 6 | 8 | 70:46 | 24 | 66 |
| 4. |
|
34 | 18 | 8 | 8 | 52:36 | 16 | 62 |
| 5. |
|
34 | 15 | 10 | 9 | 60:43 | 17 | 55 |
| 6. |
|
34 | 15 | 8 | 11 | 84:58 | 26 | 53 |
| 7. |
|
34 | 14 | 8 | 12 | 47:40 | 7 | 50 |
| 8. |
|
34 | 13 | 8 | 13 | 58:53 | 5 | 47 |
| 9. |
|
34 | 12 | 10 | 12 | 49:57 | -8 | 46 |
| 10. |
|
34 | 12 | 10 | 12 | 50:58 | -8 | 46 |
| 11. |
|
34 | 11 | 10 | 13 | 43:40 | 3 | 43 |
| 12. |
|
34 | 13 | 4 | 17 | 39:49 | -10 | 43 |
| 13. |
|
34 | 10 | 11 | 13 | 48:51 | -3 | 41 |
| 14. |
|
34 | 10 | 10 | 14 | 46:51 | -5 | 40 |
| 15. |
|
34 | 9 | 8 | 17 | 43:51 | -8 | 35 |
| 16. |
|
34 | 8 | 11 | 15 | 52:71 | -19 | 35 |
| 17. |
|
34 | 5 | 5 | 24 | 30:83 | -53 | 20 |
| 18. |
|
34 | 3 | 6 | 25 | 30:87 | -57 | 15 |