Mit insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro unterstützt die Deutsche Fußball Liga (DFL) in diesem Jahr 106 Amateurklubs unterhalb der 3. Liga, die an der Ausbildung von späteren Lizenzspielern in der Bundesliga und 2. Bundesliga beteiligt waren. In der abgelaufenen Saison 2021/2022 debütierten in den beiden höchsten deutschen Spielklassen insgesamt 60 Profis, für die eine entsprechende Ausbildungshonorierung ausgezahlt wurde.
Aus der Regionalliga Bayern profitiert die SpVgg Unterhaching von der Nachwuchsausbildung. Mit Andre Leipold (SV Darmstadt 98), Thomas Keller (FC Ingolstadt 04) und Lasse Günther (FC Augsburg) absolvierten gleich drei frühere Haching-Talente in der abgelaufenen Spielzeit ihren ersten Einsatz in einer Profi-Liga. Da Leipold im Nachwuchsbereich auch für den SV Wacker Burghausen am Ball war, darf sich der ehemalige Zweitligist ebenfalls über zusätzliche Einnahmen freuen. Auch der FV Illertissen brachte mit Maximilian Neuberger (FC Ingolstadt 04) einen Jung-Profi hervor.
Zu den entsprechenden Debütanten der Vorsaison gehört auch Angelo Stiller, Mittelfeldspieler der TSG Hoffenheim. Von seinem ersten Einsatz in der Bundesliga profitiert der TSV München-Milbertshofen, dessen Herrenmannschaft in der Münchner Kreisliga 2 aktiv ist. In Stillers Kindheit war der TSV von 2006 bis 2010 die erste Station des heutigen U 21-Nationalspielers. Auch Kevin Schade vom SC Freiburg, Stillers Teamkollege in der U 21-Nationalmannschaft, absolvierte in der letzten Saison seinen ersten Bundesliga-Einsatz. Die entsprechende Ausbildungshonorierung kommt dem SV Babelsberg 03 und dem FC Energie Cottbus zugute. Für Babelsberg spielte Schade von 2008 bis 2014, für Cottbus von 2014 bis 2018. Vom Bundesliga-Debüt von Nationalspieler Jamal Musiala (FC Bayern München) profitiert die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz aus der Regionalliga Südwest.
Die Ausbildungshonorierung erhalten Amateurvereine, die spätere Lizenzspieler ab der Saison ihres 6. bis zur Spielzeit ihres 21. Geburtstages ausgebildet haben. Für die Ausbildung eines Spielers zwischen der Saison seines 6. bis zur Saison seines 11. Geburtstags erhalten die Vereine jeweils 4.200 Euro für eine gesamte Spielzeit. Für die Ausbildung in der Saison seines 12. bis zur Saison seines 21. Geburtstags erhalten die Clubs je 5.400 Euro pro Spielzeit. Dieses von der DFL zugunsten der Amateurvereine überarbeitete Honorierungssystem kam erstmals in der Saison 2017/18 zur Anwendung. Bis dahin waren nur die fünf zurückliegenden Jahre ab Wirksamkeit des ersten Lizenzspielervertrages entscheidend. In Summe wurden seit der Spielzeit 2017/2018 mehr als acht Millionen Euro an Klubs unterhalb der 3. Liga gezahlt.
BFV/mspw