Am Samstag, den 21. Februar, endet in der Bayernliga Nord mit sieben Nachholspielen die Winterpause. Wegen der insgesamt noch ausstehenden zehn "Hängepartien" ist die Tabelle nicht nur wegen der ungeraden Anzahl an Vereinen (17 Teams) ein wenig verzerrt. Als einzige Mannschaft hat bislang die U21 des SSV Jahn Regensburg sämtliche 20 vorgesehenen Begegnungen bestritten. Zum Vergleich: Der Würzburger FV, der FC Coburg und die SpVgg SV Weiden, die ebenfalls um den Klassenverbleib kämpfen und hinter dem Jahn-Nachwuchs platziert sind, haben bislang zwei Partien weniger absolviert. Das gilt auch für die Aufstiegskandidaten SC Eltersdorf, ASV Cham und FC Eintracht Bamberg sowie den ATSV Erlangen und die DJK Gebenbach.
So könnten die Nachholspiele auch in der Spitzengruppe noch für einige "Bewegung" und noch mehr Spannung sorgen. Erst am letzten Spieltag vor der Winterpause konnte der ASV Neumarkt (37 Punkte), der sich zuvor auch schon die inoffizielle Herbstmeisterschaft gesichert hatte, wieder auf Platz eins klettern. Das liegt allerdings auch daran, dass der SC Eltersdorf (36 Zähler) eine Zwangspause einlegen musste. Die Partie der "Quecken" gegen die SpVgg Bayern Hof wird allerdings schon eine Woche vor dem regulären Restrundenstart (27./28. Februar) nachgeholt, sodass der SCE die Tabelle schon früh wieder zurechtrücken könnte.
Mit dem ASV Cham (32), dem FC Eintracht Bamberg (32) und der U21 des FC Ingolstadt 04 (31) haben mindestens noch drei weitere Teams die Chance, in das Rennen um die Meisterschaft und die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation einzugreifen. Aber auch die weiteren Verfolger wie der SV Fortuna Regensburg (29), der FSV Stadeln (28) oder der ATSV Erlangen (28) sind noch nicht abgeschlagen.
Breiter gestreut sind die Klubs in der unteren Tabellenregion. Zwischen der U21 des SSV Jahn Regensburg auf dem ersten sicheren Nichtabstiegsplatz und dem Schlusslicht SC Großschwarzenlohe sind zwar nur drei Teams platziert. Der Rückstand des Aufsteigers auf die Regensburger beträgt allerdings bereits elf Zähler. Schon der direkte Tabellennachbar Würzburger FV hat drei Punkte mehr auf dem Konto. Die Relegationsplätze sind für den SCG sechs Zähler entfernt.
Dass der Würzburger FV erneut um den Klassenverbleib bangen muss, sorgte auch an der Seitenlinie für Veränderungen. Nachdem sich Philipp Eckart für eine neue Aufgabe bei der U19 des FC Augsburg entschieden und damit den Würzburgern den Rücken gekehrt hatte, übernahm zunächst Eckarts vorheriger Assistent Andreas Eisenmann die Verantwortung. Nach nur 14 Spielen war allerdings schon wieder Schluss. Der 28-Jährige musste seinen Platz für Christian Breunig räumen. In den drei bisherigen Partien an der Seitenlinie der Würzburger konnte der 47-jährige Breunig mit seiner Mannschaft immerhin vier Punkte einfahren und damit zumindest den Kontakt zu den Relegationsplätzen halten.
"Festung" Kappenberg: Immer eindrucksvoller wird die Heimserie des ASV Cham. Seit mittlerweile 29 Begegnungen haben die Oberpfälzer im heimischen Kappenberger Sportzentrum nicht mehr verloren. In diesem Zeitraum gab es 20 Siege und neun Unentschieden zu bejubeln. Die letzte Niederlage vor heimischer Kulisse liegt mittlerweile mehr als eineinhalb Jahre zurück. Am 20. April 2024 sorgte der TSV Abtswind, der inzwischen in der Landesliga Nordwest am Ball ist, für die bis dato letzte Chamer Heimniederlage. Dennoch reicht es für den ASV in der laufenden Spielzeit nach sechs Siegen und drei Unentschieden vor eigenem Publikum "nur" für den dritten Rang in der Heimtabelle. Trotz einer Niederlage (bei allerdings acht Siegen und einem Remis) ist der ASV Neumarkt auch zu Hause mit 25 Zählern Spitzenreiter. Dahinter folgt der SV Fortuna Regensburg punktgleich mit dem ASV Cham (jeweils 21 Zähler), hat aber auch schon ein Heimspiel mehr absolviert.
Eltersdorf jubelt gerne auswärts: Kaum ein Team wird sich so sehr auf Auswärtsfahrten freuen wie der SC Eltersdorf. Schließlich haben die "Quecken" in der laufenden Spielzeit gerade auf fremden Plätzen oft Grund zum Jubeln. Bemerkenswerte 21 seiner insgesamt 36 Zähler holte der SCE auswärts. Sieben Siegen stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber. Das ist ein entscheidender Faktor, weshalb Eltersdorf im Rennen um die Meisterschaft noch alle Trümpfe in der eigenen Hand hält. Mit jeweils 15 Punkten folgen in der Auswärtstabelle der FC Eintracht Bamberg und der TSV Kornburg, der vor eigenem Publikum gerade einmal acht Zähler einfuhr.
Freundorfer freut's: In der individuellen Rangliste der Torschützen gibt es beim SV Fortuna Regensburg Grund zur Freude. Mit elf Saisontreffern führt Lukas Da Silva Freundorfer die Torjägerliste an. Auf seinen Lorbeeren darf er sich allerdings im neuen Jahr nicht ausruhen, wenn er auch zum Ende der Saison die Torjägerkrone für sich beanspruchen möchte. Seine Konkurrenten sitzen ihm nämlich im Nacken. Selim Mjaki vom ASV Neumarkt hat zehn Tore auf dem Konto. Mit Lucas Markert (ATSV Erlangen), Kelvin Onuigwe (SSV Jahn Regensburg U21), Lucas Seidel (SpVgg Bayern Hof) und Marco Weber (FSV Stadeln) folgt ein treffsicheres Quartett mit jeweils neun Toren in dieser Saison. Auffällig: Ognjen Drakulic von der zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt 04 und Fabian Ziegler von der U21 des SSV Jahn Regensburg benötigten für ihre jeweils sieben Treffer lediglich 14 Einsätze.
Stadelns "Achterbahnfahrt": Ein Aufstieg bedeutet für viele Vereine oft eine Einordnung in die untere Tabellenregion der neuen Liga. Der Liganeuling FSV Stadeln hat dieser Kategorisierung allerdings getrotzt. Mit der Euphorie nach dem erstmaligen Aufstieg in die Bayernliga Nord sicherte sich der FSV in den ersten neun Begegnungen als Fünftligist gleich sieben Siege. Damit thronte Stadeln zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze. Nach dem rasanten Aufstieg ging es aber fast genauso schnell wieder bergab. Aus den zurückliegenden zehn Partien folgten nur noch sieben Zähler. Sieben Partien gingen dabei verloren. In der Tabelle rutschte Stadeln auf den siebten Rang ab, hat aber noch sieben Zähler Vorsprung auf die Gefahrenzone.
Fast jeder darf mal: Für die zweite Mannschaft des FC Ingolstadt 04 traf Edis Bakic in der laufenden Spielzeit achtmal. Er ist damit der erfolgreichste Torschütze der "Jungschanzer", bei denen sich die insgesamt 44 Treffer (Höchstwert in der Liga) auf nicht weniger als 17 Spieler verteilen. Zum Vergleich: Die abstiegsbedrohten SC Großschwarzenlohe und FC Coburg haben jeweils nur neun verschiedene Torschützen in den eigenen Reihen.
Hopp oder top in Gebenbach: Es ist etwas Besonderes, am höchsten Ergebnis einer Saison beteiligt zu sein. Der DJK Gebenbach ist es in der bisherigen Spielzeit sogar gelungen, an den beiden höchsten Resultaten mitgewirkt zu haben. Allerdings gab es nicht in beiden Fällen Grund zum Jubeln. Immerhin gelang der DJK mit dem 7:0-Erfolg gegen den Würzburger FV vor heimischer Kulisse am 5. Spieltag der höchste Sieg der laufenden Runde. In einer Nachholpartie vom 3. Spieltag kassierten die Gebenbacher allerdings nur wenige Tage danach gegen die SpVgg Bayern Hof (1:7) auch eine herbe Niederlage, die bis heute das zweithöchste Ergebnis bedeutet. Ebenfalls mit einem deutlichen 7:1 fertigte die U21 des FC Ingolstadt 04 am 15. Spieltag den FC Coburg ab.
Frischgebackener Nationalspieler: Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ein Fünftligist einen Nationalspieler stellt. Dies ist seit dieser Saison allerdings beim SC Eltersdorf der Fall. Geremi Perera wurde erstmals für die Nationalmannschaft von Sri Lanka nominiert. Im Oktober feierte der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler beim 1:0-Heimsieg in der Qualifikation für den Asia Cup 2027 sein Debüt gegen Turkmenistan, stand dabei auf Anhieb in der Startelf, musste aber schon in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Einen Monat später stand er im Gruppenspiel gegen Thailand (0:4) erneut in der Anfangsformation. Für den Asia Cup konnte sich die Nationalmannschaft von Sri Lanka allerdings nicht qualifizieren.
Zuschauermagnet Weiden: Wie schon in der vergangenen Spielzeit erweist sich die SpVgg SV Weiden einmal mehr als Zuschauermagnet. In der bisherigen Saison besuchten 7389 Fans die Heimspiele im Sparda-Bank-Stadion. Das ergibt einen Zuschauerschnitt von 821 Fans pro Begegnung. Dahinter folgt die SpVgg Bayern Hof mit insgesamt 6991 Zaungästen (im Schnitt 777). Kein Wunder, dass das direkte Duell zwischen den beiden Klubs vom 9. Spieltag auch die Begegnung mit der größten Kulisse in dieser Saison war. Nicht weniger als 1313 Zuschauerinnen und Zuschauer wollten in Weiden mit dabei sein. Insgesamt sechs Begegnungen durchbrachen bisher die Marke von 1000 Stadiongästen.
Sonst gab es bis zur Winterpause nur noch zwei weitere Trainerwechsel. Dabei wechselte Patrick Schönfeld beim FC Ingolstadt 04 von der zweiten Mannschaft zu den Profis in die 3. Liga. Dort ist der Ex-Profi jetzt Assistent von Cheftrainerin Sabrina Wittmann. Seine Nachfolge bei der U21 trat Oliver Gorgiev an, der seit 2024 im Nachwuchsbereich der "Schanzer" tätig ist. Von sich aus erklärte Markus Kipry seinen Rücktritt bei der DJK Gebenbach. Nach fast vier Jahren bei der DJK – zunächst als Teamchef, dann als Cheftrainer – zog der 51-Jährige die Reißleine. Seit kurzem ist er wieder für den Bezirksligisten SV Inter Bergsteig Amberg verantwortlich, bei dem er bereits von 2016 bis 2021 an der Seitenlinie gestanden hatte und nun vom Spielertrainer-Duo Helmut Jurek und Julian Ceesay übernimmt, das fortan für die SF Ursulapoppenricht aktiv ist. In Gebenbach übernahm Dominic Rühl das Ruder und führte das Team mit einer Positivserie aus dem Tabellenkeller. Unter anderem gelangen Siege gegen Tabellenführer ASV Neumarkt (2:0) und den FC Eintracht Bamberg (1:0). Aktuell trennen die DJK vier Punkte von der Gefahrenzone der Liga.
Weitere Veränderungen auf den Trainerbänken zeichnen sich zur neuen Saison ab. So haben Trainer Shqipran Skeraj und Co-Trainer Mauris Dransfeld beim ATSV Erlangen ihren Abschied für den Sommer angekündigt. Die Nachfolge sollen Jochen Strobel und Normann Wagner als gleichberechtigtes Gespann antreten. Bei der U21 des SSV Jahn Regensburg legt verlässt Trainer Christoph Jank den Verein nach sieben Jahren und wird durch U17-Trainer Lukas Baumer ersetzt. Beim Schlusslicht SC Großschwarzenlohe endet das Engagement von Trainer Florian Bauer und dessen Assistent Fabian Klose. Nachfolger wird der noch aktive Mittelfeldspieler Fabian Schäll.
BFV/mspw
| Pl. | Verein | Sp. | G | U | V | Torv. | Tordiff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. |
|
19 | 11 | 4 | 4 | 41:29 | 12 | 37 |
| 2. |
|
18 | 12 | 0 | 6 | 33:16 | 17 | 36 |
| 3. |
|
18 | 9 | 5 | 4 | 31:18 | 13 | 32 |
| 4. |
|
18 | 9 | 5 | 4 | 32:21 | 11 | 32 |
| 5. |
|
19 | 9 | 4 | 6 | 44:29 | 15 | 31 |
| 6. |
|
19 | 8 | 5 | 6 | 41:32 | 9 | 29 |
| 7. |
|
19 | 9 | 1 | 9 | 34:34 | 0 | 28 |
| 8. |
|
18 | 8 | 4 | 6 | 26:32 | -6 | 28 |
| 9. |
|
19 | 7 | 5 | 7 | 34:31 | 3 | 26 |
| 10. |
|
19 | 8 | 2 | 9 | 26:32 | -6 | 26 |
| 11. |
|
18 | 7 | 4 | 7 | 25:30 | -5 | 25 |
| 12. |
|
19 | 5 | 8 | 6 | 27:26 | 1 | 23 |
| 13. |
|
20 | 6 | 4 | 10 | 35:36 | -1 | 22 |
| 14. |
|
18 | 4 | 9 | 5 | 30:28 | 2 | 21 |
| 15. |
|
18 | 5 | 2 | 11 | 22:49 | -27 | 17 |
| 16. |
|
18 | 3 | 5 | 10 | 23:45 | -22 | 14 |
| 17. |
|
19 | 2 | 5 | 12 | 20:36 | -16 | 11 |