Der FC Würzburger Kickers hat mit seinem „Offenen Ganztagsangebot für Mädchen im Sport“ beim „Großen Stern des Sports“ die Chance auf den Siegerscheck in Höhe von 10.000 Euro. Die Unterfranken waren für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement bereits im November auf Landesebene mit dem „Großen Stern des Sports“ in Silber ausgezeichnet worden und gehen nun für Bayern beim großen Bundesfinale in Berlin ins Rennen um Gold. Insgesamt vergibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Preis gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken bereits zum 20. Mal.
Erstmals wird Bundeskanzler Olaf Scholz gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Weikert und Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), die Bundesfinalisten ehren und den Gewinnerverein des „Großen Stern des Sports“ in Gold 2023 bekanntgeben. Neben dem FC Würzburger Kickers hoffen 16 weitere nominierte Vereine auf die höchste Auszeichnung in diesem einzigartigen Wettbewerb, der sich an alle rund 86.000 Sportvereine in Deutschland, die unter dem Dach des DOSB organisiert sind, richtet.
Die Entscheidung über den Bundessieg trifft eine hochkarätig besetzte Expertenjury. Auf Landesebene ist dort auch BLSV-Präsident Jörg Ammon Mitglied. Die feierliche Ehrung, zu der sich eine Vielzahl prominenter Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sport angekündigt hat, findet traditionell im Gebäude der DZ BANK direkt neben dem Brandenburger Tor statt.
Der FC Würzburger Kickers Mädchen- und Frauenfußball überzeugte auf Landesebene mit der Initiative „Offenes Ganztagsangebot für Mädchen im Sport“. Dabei bietet der Verein speziell für Grundschülerinnen ein Mittagessen, eine pädagogisch begleitete Lernzeit sowie ein Sportangebot in Selbstverteidigung, Fußball, Handball und Turnen.
„Durch dieses Angebot an vier Nachmittagen pro Woche werden vor allem Mädchen aus bildungsfernen Familien sowohl im schulischen als auch im sportlichen Bereich gefördert“, sagt Prof. Dr. Heinz Reinders, Finanzvorstand des Vereins und als Erziehungswissenschaftler an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg eng mit der Initiative vertraut. „Mädchen – zumal mit Migrationshintergrund – sind allgemein im Vereinssport und besonders im Leistungssport deutlich unterrepräsentiert. Mit unserem Angebot ermöglichen wir ihnen, unterschiedliche Sportarten zu erproben und ihre Talente zu entfalten.“ Der FC Würzburger Kickers Mädchen- und Frauenfußball kooperiert dabei mit dem SC Würzburg Heuchelhof, mit der UNESCO-Grundschule Heuchelhof sowie mit dem EAL e.V., dem Träger des Offenen Ganztags, und mit der Universität Würzburg, die ihrerseits Studierende als Lerncoaches vermittelt.
Die Bewerbung des FC Würzburger Kickers lief über die VR-Bank Würzburg. „Sport ist für alle da. Niemand sollte ausgeschlossen werden – aus welchen Gründen auch immer. Deswegen ist dieses integrative Angebot speziell für Mädchen aus einem sozial benachteiligten Umfeld eine so großartige Initiative, die es verdient hat, eine Chance auf den ‚Großen Stern des Sports in Gold‘ zu erhalten“, sagt Joachim Erhard, Vorstandssprecher der VR-Bank Würzburg. „Besonders toll finde ich hierbei, dass ohne den Einsatz großer finanzieller Mittel gleich mehrere Kooperationspartner an einem Strang ziehen und einzig die Chancen für die Mädchen in den Mittelpunkt rücken. Entsprechend freue ich mich sehr über den Erfolg der Initiative und bin überzeugt, dass sie Bayern beim Bundesfinale in Berlin erfolgreich repräsentieren wird.“
Bereits zum 20. Mal würdigt der DOSB gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken mit den „Sternen des Sports“ außergewöhnliche Aktivitäten oder Angebote von Sportvereinen und deren besonderes gesellschaftliches Engagement. Initiativen aus Bereichen wie Bildung und Qualifikation, Digitalisierung, Demokratieförderung, Ehrenamtsförderung, Gesundheit und Prävention, Gleichstellung und Diversität, Integration und Inklusion, Kinder- und Jugendförderung, Klima-, Natur- und Umweltschutz, Vereinsmanagement oder -entwicklung werden alljährlich ausgezeichnet und mit Preisgeldern gefördert. Die Ehrungen finden auf den drei Ebenen Bronze (lokal), Silber (regional) und Gold (bundesweit) statt. Im Rahmen der „Sterne des Sports“ erhielten die teilnehmenden Sportvereine in den vergangenen zwei Jahrzehnten insgesamt bereits mehr als 8,5 Millionen Euro als Anerkennung sowie zum Ausbau ihrer Engagements.