Nervenkitzel, Jubel und Verzweiflung: Weltweit ist das Elfmeterschießen für Aktive und Fans Fluch und Segen zugleich – und aus dem Fußball nicht mehr wegzudenken, um eine Entscheidung herbeizuführen, wenn dies die Teams in der regulären Spielzeit (oder nach Verlängerung) nicht geschafft haben. Was viele nicht wissen: Das offizielle Elfmeterschießen ist im Vergleich zum Fußballspiel noch relativ jung und hat seinen Ursprung in Oberbayern. Vor nur etwas mehr als 50 Jahren hat der damals in Penzberg lebende Unparteiische Karl Wald auf dem 12. Schiedsrichter-Bezirkstag Oberbayern (30. Mai 1970) den Antrag gestellt, statt des bisherigen Losentscheids bei Unentschieden das Elfmeterschießen einzuführen. Der Rest ist Fußballgeschichte. Fakt ist: Das Elfmeterschießen hat den Fußballsport ein Stück fairer und um unzählige dramatische Fußballmomente reicher gemacht.
Viele Jahre geriet die Geschichte des Elfmeterschießens und dessen Erfinder in Vergessenheit. Erst zur WM 2006 in Deutschland griffen die Medien das Thema wieder auf und so wurde auch den Verantwortlichen in Penzberg bewusst, dass es Zeit war, den 1916 in Frankfurt/Main geborenen Karl Wald in dessen späterer Heimatstadt zu würdigen.
2014 wurde die Straße zum städtischen Fußballstadion in „Karl-Wald-Straße“ umbenannt. Es folgte die Eröffnung einer Ausstellung im städtischen Museum und jetzt wurde ihm posthum die vorerst letzte große Ehre zuteil: die Umbenennung des Stadions in „Karl-Wald-Stadion“. Feierlich wurde im Beisein von Walds Tochter und Enkel sowie BFV-Vizepräsident Robert Schraudner jetzt die Namenstafel enthüllt.
„Ich freue mich, dass Karl Wald jetzt diese Würdigung erfährt. Seine Idee hat damals den Fußball weltweit verändert und fairer gemacht. Es ist wichtig, dass so etwas auch für die breite Öffentlichkeit sichtbar wird und da gibt es natürlich nichts passenderes, als dass ein Fußballstadion seinen Namen trägt“, erklärte Schraudner im Rahmen der Feierlichkeiten.