Mit Unterstützung des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds (BBSB) e.V. und den Blindenfußballmannschaften aus Ingolstadt und Stuttgart fand das erste Fußballtraining für blinde und sehbehinderte Menschen bei der SpVgg Greuther Fürth statt.
Rasselnde Fußbälle, „Voy!“-Rufe der Spieler*innen, Guides hinter den Toren, die mit „Hier“-Rufen zum Tor lenken – im Soccer Court der Spielvereinigung wurde es am vergangenen Samstag laut. Sechs blinde und sehbehinderte Fußball-Neulinge lernten gemeinsam mit Blindenfußball-Profis die wichtigsten Regeln des Sports kennen und testeten ihr Können am Ball.
Initiiert und mitorganisiert wurde der Workshop von Teilnehmer und Sportreferent beim Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) e.V. Simon Bienlein. „Ich freue mich, dass wir hier sein dürfen und Unterstützung aus Stuttgart und Ingolstadt haben“, begrüßte er die Teilnehmer*innen. Denn neben der bunt gemischten Gruppe aus Fußball-Neulingen waren auch erfahrene Spieler*innen und Trainer*innen aus Ingolstadt und Stuttgart dabei. Die beiden Trainer des Tages Mulgheta Russom und Alexander Fangmann spielen mit dem MTV Stuttgart in der Blindenfußball-Bundesliga und kamen gemeinsam mit Trainer Giuseppe Calaciura nach Fürth. „Wir haben schon einiges erlebt und wollen von unseren Erfahrungen den Teilnehmenden etwas mitgeben“, so Russom. Das Ziel beim ersten Training: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unabhängig von ihren Erfahrungen in den Blindenfußball einführen.
Zunächst lernten die Teilnehmenden die wichtigsten Regeln des Blindenfußballs: Alle Spieler*innen tragen blickdichte Augenbinden, um Chancengleichheit bei unterschiedlichen Sehvermögen herzustellen. Nur der Torwart ist sehend und unterstützt sein Team mit Anweisungen. Wer sich dem Ball nähert, muss sich mit dem spanischen Wort „Voy“ („Ich komme“) bemerkbar machen, um ein Zusammenstoßen zu verhindern.Nach der Regeleinführung und einigen Aufwärmübungen ging es an den Ball: Nacheinander mussten die Teilnehmer*innen mit dem Fußball, der mit einem rasselnden Klangsystem ausgestattet und etwas kleiner als ein normaler Fußball ist, zuerst von Bande zu Bande dribbeln. Anschließend wurde der Torschuss geübt. Sehende Guides hinter den Toren markierten durch Rufen und Klopfen die Position des Tors.
Treffsicher landete der Ball im Netz – auch bei den Spieler*innen aus Ingolstadt. Sie trainieren seit knapp einem Jahr in der Blindenfußballmannschaft des FC Ingolstadt 04. „Wir sind gerne hier zum Workshop gekommen, weil wir auch noch dazulernen wollen. Auch wir haben bei null angefangen und unterstützen den Blindenfußball bei der Spielvereinigung deshalb gerne“, so der Trainer Peter Adrian.Zum Abschluss des Workshops spielten die Teilnehmenden eine Partie Blindenfußball. Dabei zeigte sich, dass viele der zuvor geübten Spielformen verinnerlicht wurden: Die Spielerinnen und Spieler dribbelten, passten und brachten den Ball einige Male im Tor unter.
Du bist interessiert daran Blindenfußball zu spielen oder willst mehr über das Thema erfahren, dann melde dich bei Simon Bienlein, Sportreferent beim BBSB über Simon.Bienlein@bbsb.org