Wo sind unsere Nationalspieler eigentlich groß geworden? Wo haben sie ihre ersten fußballerischen Schritte gemacht? Klar, im Fußballverein um die Ecke! Anlässlich der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli 2026) stellen wir die Heimatvereine der deutschen Nationalspieler aus dem Freistaat vor. Heute: Mittelfeldspieler Alexandar Pavlovic vom SC Olching.
Olching, der Heimatort von Aleksandar Pavlovic, ist nur etwa 20 Kilometer von der bayerischen Landeshauptstadt München entfernt. Sportlich hätte der inzwischen 22 Jahre alte Profi des FC Bayern München aber wohl kaum einen größeren Schritt in seiner Entwicklung bewältigen können. Jetzt gehört er beim deutschen Rekordmeister und aktuellen Doublesieger ebenso zu den Stammspielern wie in der deutschen Nationalmannschaft.
Der gebürtige Münchner wuchs als Sohn eines serbischen Vaters und einer deutschen Mutter in der Stadt mit fast 28.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf. Beim heimischen SC Olching begann Pavlovic im Jahr 2009 auch mit dem Fußball. Seine ersten Trainer*innen in der F3-Jugend waren Fadil Hoti, Nicole Putz und Ulrich Steinhardt. "Aleksandar zeigte schnell sein Talent und wurde zusammen mit Luis Hoti, der ebenfalls einige Jahre in der Bayern-Jugend spielte, einer der besten Spieler in der Mannschaft", erinnert sich das Trainer*innen-Trio. "Durch seine positive und freundliche Art trug er zu einem hohen Teamgeist bei, der in dieser Mannschaft geherrscht hat."
Neben den normalen Ligaspielen der F3-Jugend nahm Pavlovic mit seiner Mannschaft auch an zahlreichen Turnieren teil - darunter auch ein international besetzter Wettbewerb des SV Innsbruck in Österreich, bei dem der SC Olching in seiner Altersklasse den dritten Rang belegen konnte. Zu dieser Zeit gab es auch schon Berührungspunkte mit dem FC Bayern München. Gemeinsam mit dem Team und den Trainern besuchte der Mittelfeldspieler in der Allianz Arena einige Spiele des deutschen Rekordmeisters.
Das Stadion mit Platz für mehr als 70.000 Fans sollte Pavlovic auch noch in zwei anderen Rollen erleben. Während seiner Zeit im Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters war er Balljunge - darunter auch in der Saison 2017/2018 als dem FCB die Meisterschale übergeben wurde. Bevor er später zum FC Bayern wechselte, zog es Pavlovic im Sommer 2010 innerhalb der Region zum SC Fürstenfeldbruck. Bei einem Hallenturnier fiel er den Münchner Scouts auf, so dass er sich bereits im Sommer 2011 im Alter von erst sieben Jahren dem FC Bayern anschloss.
Dort durchlief er alle Nachwuchsmannschaften, ehe er Ende Oktober 2023 unter dem damaligen Cheftrainer und jetzigen England-Coach Thomas Tuchel sein Profidebüt in der Bundesliga gab. Mittlerweile stehen 64 Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse zu Buche. Auch in den weiteren Wettbewerben wie der UEFA Champions League (22 Partien) oder dem DFB-Pokal (acht Begegnungen) ist "Pavlo" längst regelmäßig für den FCB von Beginn an am Ball. Drei Wochen nach seinem Pflichtspieleinstand bei der ersten Mannschaft lief Pavlovic bei der U2 auch erstmals für ein Auswahlteam des DFB auf.
Auch in den Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann schaffte er es schnell. Zum Abschluss seiner ersten Saison bei den Profis debütierte er im Juni 2024 im Freundschaftsspiel gegen die Ukraine (0:0). Auch bei der wenig später startenden Europameisterschaft in Deutschland sollte der Mittelfeldspieler eigentlich dabei sein. Seine Teilnahme musste Pavlovic aufgrund einer Mandelentzündung aber kurzfristig absagen.
Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist somit sein erstes großes Turnier mit der deutschen Nationalmannschaft. Seine Anfänge auf diesem Weg hat Pavlovic dabei nicht vergessen. Ende November 2024 trug er sich in das Goldene Buch seiner Heimatstadt Olching ein. Erst vor einem Jahr stellte er ein original getragenes und handsignierte Bundesligatrikot sowie einen ebenfalls von ihm signierten Fußball zur Versteigerung für einen guten Zweck im Rahmen des Olchinger Volksfestes zur Verfügung. Außerdem überreichte er dem Verein "Kreis Eltern behinderter Kinder" Ausstattungen für das Training und für Sportveranstaltungen.
Auch unmittelbar vor der Weltmeisterschaft gab es Kontakt in die Heimat - genauer gesagt nach Fürstenfeldbruck, wo rund 500 Fans das erste Gruppenspiel gegen Curaçao (7:1) im Veranstaltungsforum Fürstenfeld auf einer großen Leinwand verfolgten. "Hallo Fürstenfeldbruck, hier ist der Aleks", grüßte der Nationalspieler in einer vor dem Anpfiff abgespielten Videobotschaft. "Schöne Grüße aus Amerika. Es freut mich sehr, dass ihr Euch alle zum Public Viewing getroffen habt und uns alle sehr unterstützt. Das motiviert uns sehr und wir werden auf jeden Fall alles dafür geben, dass wir zusammen hoffentlich eine schöne und tolle Zeit erleben dürfen."
Mit dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste und dem damit bereits feststehenden Sieg in der Gruppe E ist ein weiterer Schritt dafür schon gelungen. In der am Montag, 29. Juni (22.30 Uhr), mit dem Sechzehntelfinale beginnenden K.-o.-Phase soll es für Pavlovic und Co. möglichst lange so weitergehen.
Autor: Dominik Dittmar/MSPW