Helmut Rahn, Gerd Müller, Mario Götze: Sie alle haben für besondere Momente im Fußball gesorgt. Nicht zuletzt mit ihren Toren haben sie die deutsche Fußballgeschichte nachhaltig geprägt und dazu beigetragen, dass sich ihre Sportart bis heute größter Beliebtheit erfreut. Dass die Liebe zum Fußball allerdings auf den Amateurplätzen dieser Welt entsteht, hat Marcell Jansen, heute Präsident des Hamburger SV, vor Jahren eindrucksvoll in einem Interview bekräftigt. Die „kleinen“ Vereine sind es, die Fußball erst zu einem Volkssport gemacht haben. Woche für Woche organisieren sie ehrenamtlich ihren Spielbetrieb, fördern Nachwuchstalente und bieten Kindern und Jugendlichen neben sportlichen Aktivitäten etwas, das viel wichtiger ist als jede Deutsche Meisterschaft: Gemeinschaft im Vereinsleben. Amateurvereine haben dabei mit einigen Problemen zu kämpfen, die im Profifußball eher nicht zu finden sind: Die Bereitschaft Freizeit zu opfern, Nachwuchs- und Mitgliedermangel sowie stark beschränkte Budgets. Fragt man die Verantwortlichen jedoch, warum sie ihre Vereine im wahrsten Sinne des Wortes leben, sind die Antworten meist identisch: Aus Verbundenheit, Liebe und Verantwortung gegenüber nachkommenden Generationen.
Einer dieser Vereine ist der FC Dombühl, der im Jahre 1960 als reiner Fußballverein gegründet wurde und mittlerweile auch die Abteilungen Gymnastik, Tennis, Volleyball und in Kürze auch Darts anbietet. Mit rund 650 Mitgliedern, von denen über 200 aus der Jugend stammen, ist der „FC“ der größte Verein der Marktgemeinde Dombühl. Neben zwei Mannschaften im Seniorenbereich (Kreisliga und A-Klasse) beheimatet der Verein zehn Jugendmannschaften aller Altersklassen. Damit der Spielbetrieb auch ab der U15 gesichert ist, wurde eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein VfB Franken Schillingsfürst ins Leben gerufen. Nachwuchsarbeit wird beim FC Dombühl großgeschrieben. So sorgt der Förderverein mit seinen rund 50 Mitgliedern unter anderem für die Bewirtung während der Heimspiele sowie bei diversen Veranstaltungen, damit vor allem der Jugendbereich finanziell unterstützt wird.
Jeder, der in einem Amateurklub gespielt oder ein Amt übernommen hat, kennt es: Wasserkästen quer über die Anlage tragen, damit sich die Spieler*innen den Trinkpausen erfrischen können. Ein Schicksal, das der FC Dombühl bis vor Kurzem noch selbst teilen musste. Im Laufe der Jahre hat der Verein beobachten können, dass sich das Trinkverhalten der Spieler änderte. Ein Phänomen, das durch die Corona-Pandemie zusätzlich verstärkt wurde. Während es laut Vereinsaussagen früher kein Problem war, sich unter Spielern einige wenige große Wasserflaschen zu teilen, möchte nun jeder eine eigene Trinkflasche haben. Was aus Hygienegründen absolut nachvollziehbar ist, hat jedoch die negative Begleiterscheinung, dass die Flaschen selten ausgetrunken werden. Das kostet und ist wenig nachhaltig.
„Als Fördervereinsvorsitzender war es mir schon immer ein Dorn im Auge, wenn halb angetrunkene Mineralwasserflaschen zurückgeschickt werden müssen. Auf kleinere Flaschen umzustellen, wäre eine Option gewesen, jedoch zu einem weit höheren Preis und noch mehr Platz, um die Kästen zu lagern. Von Nachhaltigkeit gar nicht zu reden“, sagt Reinhold Hofmann, Vorstand Förderverein FC Dombühl 1997 e.V. Über eine Aktion des Bayerischen Fußball-Verbandes war Hofmann auf „fresh at work“, ein Tochterunternehmen der Firma Melitta, gestoßen. Nach einigen Telefonaten mit der Firma war schnell klar, dass ein Wasserspender die bessere Alternative sein könnte. „Ich habe das Ganze dann in einer der nächsten Ausschusssitzungen dem Hauptverein und vor allem der Fußballabteilung vorgestellt. Es wurde beschlossen, dass wir das für 1 bis 2 Jahre ausprobieren wollen. Überzeugt hat uns auch, dass die Firma uns nicht nur den Spender auf Mietbasis stellt, es sind auch alle erforderlichen Wartungen und Prüfungen inbegriffen. Bei einem Vororttermin am Sportheim wurden mögliche Standorte und erforderliche Umbaumaßnahmen besprochen und ein Vertrag über 18 Monate geschlossen. Der Förderverein übernimmt hierbei sämtliche Kosten und entlastet damit die Fußballabteilung, die bisher die Mineralwasserkästen bezahlt hat“, so Hofmann weiter.
Ein erster positiver Effekt besteht laut Verein darin, dass er nun allen Mannschafte – von den Bambinis bis zu den Senioren – beim Spiel und Training Wasser anbieten kann. Als weitere Investition wurden Trinkflaschen zum Befüllen angeschafft, optional können aber auch eigene Flaschen mitgebracht werden. „Während im Seniorenbereich anfangs noch über den Mehraufwand ob des Abfüllens und Reinigen der Flaschen diskutiert wurde, waren unsere Kleinsten sofort begeistert. Es hat sich mittlerweile zum festen Bestandteil des Trainings entwickelt, zu Beginn unter Aufsicht der Trainer ihre mitgebrachten Flaschen zu füllen. So sind diese Jungs und Mädels inzwischen meine wichtigsten Botschafter für den Wasserspender. Auch im Seniorenbereich hat man sich damit längst arrangiert und selbst von Gastvereinen kommt oft Zuspruch, wenn wir ihnen unseren Spender für ihre Mannschaft zur Verfügung stellen. Mittlerweile haben auch Nachbarvereine angefragt, wo wir den Spender herhaben und wie zufrieden wir damit sind.“
„Wir werden zum Ende der laufenden Saison ein Resümee ziehen und entscheiden, ob wir den Vertrag über die 18 Monate hinaus weiterlaufen lassen. Finanziell erwarte ich keine Einsparung gegenüber den bisherigen 1-Literflaschen, jedoch haben wir die Verschwendung kostbaren Mineralwassers reduziert und in unserem kleinen Sportheim freien Lagerplatz geschaffen.“