Große Bühne für den FC Forstern. In der Wolfsburger Autostadt sind die diesjährigen Sepp-Herberger-Awards verliehen worden und in der Kategorie „Handicap“ hat der oberbayerische Fußballverein den mit 5000 Euro dotierten dritten Platz belegt. Die DFB-Stiftung Sepp Herberger würdigt bei ihrer jährlichen Preisverleihung herausragendes gesellschaftliches Engagement im Fußball.
„Das ist eine Riesenauszeichnung für unseren Verein und eine große Wertschätzung für die Arbeit und das Engagement aller Beteiligten für unser Inklusionsfußballteam. Vor allem verschafft uns dieser Preis mehr Sichtbarkeit und Anerkennung über das Vereinsumfeld hinaus“, sagte Marc Lindenblatt, Leiter der Forsterner Fußballabteilung, der zusammen mit Martina Mettin, Schriftführerin des Vereins und auch im Inklusionsfußballteam „Alle am Ball“ engagiert, bei der Gala in Wolfsburg die Urkunde und den Preis entgegennahm.
Zusammen mit den beiden gefreut hat sich BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau, der ebenfalls nach Wolfsburg zur live im TV übertragenen Gala angereist war. „In den bayerischen Fußballvereinen wird nicht einfach nur Fußball gespielt. Sie sind ganz wichtige Orte der Begegnung, der Integration und eben auch der Inklusion. Wir haben ein stetig wachsendes Angebot in den Vereinen und solche Auszeichnungen auf bundesweiter Bühne und die damit verbundene Wertschätzung für das Engagement sorgen hoffentlich dafür, dass sich noch mehr Menschen und Vereine für solche Angebote öffnen“, sagte Pfau (Foto oben links neben den beiden Ausgezeichneten, rechts: Ralph-Uwe Schaffert, Vorsitzender DFB-Stiftung Sepp Herberger und DFB-Vizepräsident).
Seit drei Jahren gibt es beim FC Forstern, der in Bayern vor allem für seine Frauen-Mannschaft in der Bayernliga und seine Nachwuchsarbeit bekannt ist, das Inklusionsfußballteam. Drei Jahre mit viel Arbeit, aber auch einem großen Gewinn für den Verein.
„Es profitieren wirklich alle Seiten: Unsere Teammitglieder durch die Möglichkeit, Fußball zu spielen und die Teilhabe am Vereinsleben – und alle anderen durch die Sensibilisierung für Menschen mit Handicap und ihrem ganz besonderen Beitrag zu einem lebendigeren und diverseren Vereinsleben“, erklärt Lindenblatt.
Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro ist bereits zu großen Teilen verplant. „Wir haben bereits angefangen, unseren Sportplatz rollstuhlgerecht umzubauen und haben dann auch schnell festgestellt, dass wir auch zum Beispiel für unsere älteren Vereinsmitglieder Nachholbedarf haben – zum Beispiel mit Handläufen auf der Tribüne. Die Inklusionsmannschaft hat uns allen da auch teilweise die Augen geöffnet“, sagt Lindenblatt, der davon ausgeht, dass die besondere Auszeichnung auch die Zahl der Unterstützer im und um den Verein weiter erhöht und das Inklusionsangebot des Vereins weiter optimiert oder sogar ausgebaut werden kann.
Auch eine weitere Auszeichnung ging gewissermaßen in den Freistaat – an den 113-fachen A-Nationalspieler und DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm. Er wurde für sein Engagement mit der Philipp Lahm-Stiftung ausgezeichnet. „Ich fühle mich sehr geehrt, dass die Philipp Lahm-Stiftung mit dem Sepp-Herberger-Award ausgezeichnet wird. Der Preis ist für mich eine starke Motivation, meine Stiftungsarbeit auszubauen. Wir werden weiter Projekte umsetzen, die benachteiligte Kinder und Jugendliche fördern, Gesundheitskompetenzen vermitteln oder Vereine in Deutschland stärken“, sagte Lahm bei der Preisverleihung.
Insgesamt hat die DFB-Stiftung Sepp Herberger elf Preise im Gesamtwert von 100.000 Euro verliehen – jeweils drei in den Kategorien „Handicap-Fußball“, „Resozialisierung“ und „Schule und Verein“ sowie den „Sozialwerk/Horst-Eckel-Preis“ und den Sonderpreis.
Handicap-Fußball:
1. Platz: DJK Sportfreunde Datteln 2018 (Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen)
2. Platz: SV Eichede von 1947 (Schleswig-Holsteinischer Fußballverband)
3. Platz: FC Forstern (Bayerischer Fußball-Verband)
Resozialisierung:
1. Platz: Bayer 04 Leverkusen (Fußball-Verband Mittelrhein)
2. Platz: JVA Butzbach (Hessischer Fußball-Verband)
3. Platz: SG Oftersheim (Badischer Fußballverband)
Schule und Verein:
1. Platz: Kickers JuS 03 (Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern)
2. Platz: FC Heidenheim 1846 (Württembergischer Fußballverband)
3. Platz: VfL Bückeburg von 1912 (Niedersächsischer Fußballverband)
Sozialwerk/Horst-Eckel-Preis:
VAR/Traditionsgemeinschaft des Fußballsports Berlin (Berliner Fußball-Verband)
Fußball-Stiftung:
Philipp Lahm-Stiftung