Wintertagung im oberbayerischen Fußball-Kreis Inn/Salzach: Mehr als 70 Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter waren in Kienberg mit dabei – auch Christoph Kern. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) lauschte dem besonderen, in dieser Form im Freistaat noch nicht wirklich bekannten Format. Er stand aber auch gemeinsam mit Vize-Präsident Robert Schraudner Rede und Antwort, „um aus erster Hand zu erfahren, welche Themen bewegen und welche Richtung sich die Fußballerinnen und Fußballer vom Verband wünschen“.
Die Premiere einer Wintertagung ohne den sonst bekannt-klassischen Fokus ausschließlich auf das Geschehen in einzelnen Spielgruppen- und -klassen war vor Jahresfrist bereits im Kreis Donau/Isar erfolgreich gewesen, die Rückmeldungen durchweg positiv – und deshalb gab es jetzt die Format-Fortsetzung im Landkreis Traunstein.
Bietet der BFV zu viele Angebote im Kreis? Ist der Informationsfluss zwischen Verband und Klubs gewährleistet? Welche Veranstaltungsformate sind gewünscht? Welche Themenfelder müssen priorisiert werde? Was ist aus Vereinssicht vielleicht weniger wichtig? Kreis-Vorsitzender Michael Baumann hatte gleich zu Beginn ein Stimmungsbild abgefragt, die Klubs votierten umgehend online per Smartphone und gaben damit auch die Richtung für das künftige Handeln der BFV-Verantwortlichen im Kreis mit vor.
Erstes konkretes Resultat: Aus bisher acht Tagungen im Sommer für Herren, Frauen und den Jugendbereich werden fortan drei, die alle Themen behandeln – die Vereine entscheiden, welcher der drei Termine für sie passt. „Wir werden es versuchen, wollen aus den Strukturen ausbrechen und auch andere Themenschwerpunkte setzen, die eine größere Schnittmenge haben“, sagte Baumann.
Ehrenamt, Sportgericht, Nachwuchsförderung im Schiedsrichterbereich, Sportplatzetikette für ein besseres Klima auf und rund um den Rasen, einen respektvollen Umgang: Kurz, knapp, prägnant – so verlief der erste Teil des Abends in Kienberg, ehe BFV-Präsident Christoph Kern zusammen mit dem oberbayerischen Bezirks-Vorsitzenden und BFV-Vize-Präsident Robert Schraudner die Fragen der Vereinsvertreterinnen und -vertreter beantwortete – es wurde zur kurzweiligen, wenngleich intensiven Reise quer durch die weite Welt des Amateurfußballs, auf die naturgemäß aus unterschiedlichen Winkeln geblickt wird: die neue Form des Kinderfußballs, die Anzahl der Teams in den Klassen, der Rahmenspielplan, die Wiedereinführung der Zehn-Minuten-Strafen, der Einsatz in verschiedenen Mannschaften oder aber die Zahl der Spiele pro Tag für den Nachwuchs.
Nach fast 90 Minuten im voll besetzten Saal sprach Michael Baumann von „einer aktiven, spannenden Talkrunde". Und Christoph Kern sowie Robert Schraudner nannten es „lebendig. So eben, wie es sein soll und muss. Am Ende geht es darum, Hintergründe zu erklären und für Themen wie den Kinderfußball argumentativ zu werben. Das war heute hier in Kienberg zweifelsfrei in vielen Bereichen der Fall."