In der Stadthalle Kulmbach haben 155 Delegierte die personellen und inhaltlichen Weichen für die kommenden vier Jahre im Bezirk Oberfranken des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gestellt und dabei weitestgehend auf Kontinuität gesetzt: So ist Thomas Unger als Bezirks-Vorsitzender einstimmig im Amt bestätigt worden. Der 61-Jährige aus Konradsreuth geht damit in seine dritte Amtszeit. Außerdem sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu möglichen Reformen im Spielbetrieb befragt worden und es wurden die nächsten Schritte zur geplanten Kreis-Reform verabschiedet. Im BFV-Wahljahr stehen bis zum 21. März 2026 noch vier weitere Bezirkstage und abschließend am 8./9. Mai der Ordentliche Verbandstag im niederbayerischen Bad Gögging auf dem Programm.
Neben Unger gehen auch Gerald Schwan (68, seit 2014 im Amt) als Bezirks-Spielleiter und Klaus Schmalz (59, seit 2016 im Amt) als Bezirks-Jugendleiter nach einstimmigem Votum in eine weitere Amtszeit. Neu im Bezirks-Ausschuss sind künftig Fabian Röthig und Alexa Müller. Röthig ist zum neuen Vorsitzenden des Bezirks-Frauen- und Mädchenausschusses und Nachfolger seines Vater Jürgen Röthig gewählt worden, die 24-jährige Schiedsrichterin Alexa Müller tritt als Bezirks-U30-Vertreterin die Nachfolge von Lennart Sollmann an. Zudem haben die Delegierten einstimmig Stefan Klerner als alten und neuen Bezirks-Schiedsrichterobmann bestätigt. Jann Brauner soll nach dem Bezirkstag dem BFV-Präsidium für eine weitere Amtszeit als Bezirks-Sportgerichts-Vorsitzender zur Berufung vorgeschlagen werden. Ebenso ein noch zu benennender Bezirks-Ehrenamtskoordinator.
Im Rahmen des Bezirkstages am Fuße der Plassenburg bedankte sich der Fußball-Bezirk Oberfranken auch bei zwei Persönlichkeiten für deren langjähriges Engagement für den Sport und insbesondere den Fußball in Oberfranken. Gerald Prell von der Deutsch-Tschechischen Fußballschule erhielt die Verbandsplakette in Silber und Klaus-Peter Söllner, scheidender Landrat des Landkreises Kulmbach, die BFV-Ehrenurkunde.
In der Dr.-Stammberger-Halle war – wie schon bei den 22 Kreistagen und zwei Bezirkstagen zuvor - auch BFV-Präsident Christoph Kern mit dabei. In seiner Rede ging er auf viele aktuelle Themen ein und fand klare Worte bei den Themen Gewalt, setzte wichtige Impulse bei der Einbindung der jungen Generation in die Entscheidungen auf Vereins- und Verbandsebene, hob aber auch die Bedeutung einer modernen Kommunikationsstrategie mit den verschiedenen Medienkanälen hervor. „Für uns und die Wertigkeit des Amateurfußballs sehr wichtig, ist die Sichtbarkeit des bayerischen Amateurfußballs – in der Öffentlichkeit, in den Medien und in den sozialen Netzwerken. Der Fußball an der Basis soll weiterhin gesehen werden und präsent sein. Denn Sichtbarkeit bedeutet Wertschätzung, Identifikation und ist eine entscheidende Voraussetzung für Mitgliederbindung und Nachwuchsgewinnung. Und wir sprechen längst die unterschiedlichen Sprachen der Generationen: TikTok und Instagram, Facebook und WhatsApp. Wir machen das, weil wir es müssen, wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie sind – und wir müssen sie unterschiedlich ansprechen, eben so, wie sie sprechen. Und wir zeigen uns und unseren Fußball zeitgemäß – auf allen Kanälen, auf eigenen und externen. Nur so spielen wir auf Ballhöhe, begeistern wir für unseren Sport.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bezirkstags waren wie auch schon zuvor bei den Kreistagen aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es bei den Bezirkstagen um zwei Themen:
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Wie schon auf den oberfränkischen Kreistagen war auch jetzt beim Bezirkstag in Kulmbach die geplante Kreis-Reform und der zwangsweise neue Zuschnitt der drei Fußball-Kreise Thema. Zum Hintergrund: Die BFV-Satzung sieht mindestens 100 Vereine mit Herren-Mannschaften vor, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb teilnehmen, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Aktuell liegen die Kreise Bamberg/Bayreuth/Kulmbach (164) sowie Coburg/Kronach/Lichtenfels (120) über der Sollzahl, während im Kreis Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel zuletzt 85 Vereine gezählt worden sind. „Die Mitgestaltung durch die oberfränkischen Vereine ist von enormer Bedeutung“, betonte Thomas Unger – und so sahen es auch die Delegierten, sie fassten den einstimmigen Beschluss, wonach der Bezirks-Ausschuss beauftragt wird, „eine Neugliederung der drei Fußballkreise im Bezirk Oberfranken zusammen mit den Vereinen auf den Weg zu bringen. Spätestens bis zum Bezirkstag 2030 soll die Kreisreform in Oberfranken abgeschlossen sein“.
Alle Infos zum BFV-Wahljahr 2026 unter www.bfv.de/wahljahr