Kontinuität im Nordwesten Bayerns: In den Veitshöchheimer Mainfrankensälen haben 198 Delegierte die personellen und inhaltlichen Weichen für die kommenden vier Jahre im Bezirk Unterfranken des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gestellt. BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau (50, Frankenwinheim) wurde dabei in seinem Amt als Bezirks-Vorsitzender einstimmig bestätigt. Außerdem sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu möglichen Reformen im Spielbetrieb befragt worden und es wurden die nächsten Schritte zur geplanten Kreis-Reform verabschiedet. Im BFV-Wahljahr stehen bis zum 21. März 2026 noch fünf weitere Bezirkstage und abschließend am 8./9. Mai der Ordentliche Verbandstag auf dem Programm.
Neben Pfau, der bereits seit 2013 an der Spitze des Bezirks Unterfranken steht, wurden ebenfalls einstimmig Bernd Reitstetter (59, Würzburg) als Bezirks-Spielleiter, Thomas Krug (51, Aidhausen) als Bezirks-Jugendleiter, Yvonne Söser (42, Miltenberg) als Bezirks-Beauftragten für den Frauen- und Mädchenfußball sowie Felix Stingl (25, Bessenbach) als U30-Vertreter wiedergewählt. Bestätigt wurde zudem Michael Walter (54, Fuchsstadt) als Bezirks-Schiedsrichterobmann. Hans-Peter Heimbeck (61, Würzburg) als Bezirks-Sportgerichtsvorsitzender und Harald Friedrich (51, Wasserlosen) als Bezirks-Ehrenamtskoordinator sollen den Bezirks-Ausschuss erneut komplettieren. Entsprechende Berufungsvorschläge gehen im Nachgang des Bezirkstags gemäß den Statuten an das BFV-Präsidium.
Jürgen Pfau verabschiedete beim Bezirkstag mit Wolfgang Heller (Bezirks-Jugendleiter), Toni Adelhardt (Bezirks-Ehrenamtsreferent) und Pascal Heim (U30-Bezirks-Mitglied) auch drei verdiente BFV-Mitarbeiter.
In den Mainfrankensälen, dem Ort, wo sonst die viel beachtete BR-Livesendung „Fasnacht in Franken“ stattfindet und ein Millionenpublikum vor die Bildschirme lockt, war auch BFV-Präsident Christoph Kern mit dabei. In seiner Rede ging der gebürtige Unterfranke und heutige Wahl-Schwabe unter anderem auf die Wichtigkeit des Ehrenamts und eine notwendige Verjüngung ein. „Junge Menschen bringen neue Perspektiven, neue Ideen und ein anderes Verständnis von Kommunikation, Organisation und Beteiligung mit. Diese Impulse sind für die Weiterentwicklung unserer Vereine und unseres Verbandes unverzichtbar. Gleichzeitig wissen wir: Ehrenamt heute muss zeitgemäß, flexibel und sinnstiftend sein“, sagte Kern in Veitshöchheim: „Unser U30-Netzwerk erfüllt dabei eine doppelte Funktion: Zum einen ermöglicht es uns als Verband, direktes Feedback aus der jungen Generation zu erhalten. Zum anderen bietet es jungen Engagierten ganz konkret Qualifizierung, Vernetzung und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten. Deshalb schaut auch bei Euch, schaut nach jungen Menschen, die ihr weiterentwickeln könnt. Meldet sie unserer U30-Organisation, die die jungen Menschen mitbegleitet und mitentwickelt. Damit profitiert der Gesamtfußball, wenn wir auch in der Zukunft junge qualifizierte Menschen in den Vereinen haben.“
Auch Bayerns Innen- und Sportstaatssekretär Sandro Kirchner unterstrich in Veitshöchheim die zentrale Bedeutung des Ehrenamts: „Ohne ehrenamtliches Engagement gäbe es kein Training und keine Wettkämpfe, kein Vereinsleben, keine Nachwuchsförderung, keine Delegiertenversammlung und auch kein geselliges Miteinander. Ihr Tun für die Gesellschaft und Ihr außerordentliches Engagement verdienen deshalb höchste Anerkennung.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bezirkstags waren wie auch schon zuvor bei den Kreistagen aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es bei den Bezirkstagen um zwei Themen:
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Wie schon auf den unterfränkischen Kreistagen war auch jetzt in Veitshöchheim die geplante Kreis-Reform und der zwangsweise neue Zuschnitt der vier Fußball-Kreise Thema. Zum Hintergrund: Die BFV-Satzung sieht mindestens 100 Vereine mit Herren-Mannschaften vor, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb teilnehmen, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Während in den Kreisen Würzburg (132) und Schweinfurt (125) die Zahlen stabil sind, hat der Kreis Rhön die 100er-Marke bereits unterschritten (89), im Kreis Aschaffenburg sind aktuell 101 Mannschaften aktiv.
Gemeinsam mit den Vereinen soll diese Reform vorbereitet und bei einem außerordentlichen Bezirkstag 2028 verabschiedet werden. „Dieser Prozess“, so betonte es BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau: „braucht die Einbindung der Vereine, wir müssen miteinander reden und gemeinsam etwas mit Halbwertszeit entwickeln.“ Die Einbeziehung von Vereinsvertreterinnen und -vertretern wurde von den Delegierten ebenso einstimmig beschlossen wie die Prozessvorgabe, wonach am Ende die Maximalzahl von drei Kreisen stehen darf.
Alle Infos zum BFV-Wahljahr 2026 unter www.bfv.de/wahljahr