Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat auf seinem 27. Ordentlichen Verbandstag in Bad Gögging Reinhold Baier (von 2007 bis 2026 Vizepräsident), Josef Janker (von 2010 bis 2026 Verbands-Spielleiter), Dieter Habermann (von 2016 bis 2023 Bezirks-Vorsitzender Mittelfranken und von 2014 bis 2018 Verbands-Ehrenamtsreferent) sowie Oskar Riedmeyer (von 2004 bis 2024 Sportgerichts-Vorsitzender) zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt.
BFV-Präsident Christoph Kern und BFV-Vizepräsidentin Silke Raml überreichten den Geehrten unter dem Applaus der Delegierten und Ehrengästen wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Sportminister Joachim Herrmann oder Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm eine Urkunde und ein Erinnerungstrikot. Verabschiedet wurden in Bad Gögging zudem Florian Weißmann (von 2018 bis 2026 Verbands-Jugendleiter) und Emanuel Beierlein (von 2024 bis 2026 Vorsitzender Verbands-Sportgericht), die mit dem Verbandstag aus dem Vorstand ausgeschieden sind.
„Mit Reinhold Baier, Josef Janker, Oskar Riedmeyer und Dieter Habermann ehren wir vier Persönlichkeiten, die den bayerischen Fußball über Jahrzehnte hinweg auf ihre eigene Weise geprägt haben. Sie stehen beispielhaft für das, was unseren Verband trägt: Verantwortung übernehmen, verlässlich handeln und sich mit großer Fachkompetenz und Leidenschaft für die Gemeinschaft einsetzen. Ihr Wirken hat Strukturen geschaffen, Orientierung gegeben und den Fußball in Bayern nachhaltig mitgestaltet. Dafür gebührt ihnen unser großer Dank und höchste Anerkennung“, erklärte BFV-Präsident Christoph Kern.
Reinhold Baier (München, 70) hat sich über mehr als zwei Jahrzehnte als prägende Persönlichkeit im bayerischen und deutschen Fußball einen Namen gemacht. Sein sportpolitisches Engagement begann 2002 im Verbandsgericht des BFV, dessen stellvertretenden Vorsitz er ab 2004 übernahm, ehe er 2007 Verantwortung als Vizepräsident übernahm und seitdem auch dem Verbandsvorstand angehörte.
Zugleich setzte er ab 2011 als Vorsitzender des Verbandsgerichts des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) sowie in zentralen DFB-Kommissionen starke Impulse für Rechtsstaatlichkeit, Integrität und dialogorientierte Verbandsarbeit. Besonders nachhaltig wirkt sein Engagement als BFV-Beauftragter für soziale Integration: Seit 2010 entwickelte er dieses Feld zu einer tragenden Säule gesellschaftlicher Verantwortung – mit klarer Haltung gegen Gewalt, Rassismus und Diskriminierung.
Als Vorsitzender Richter am Landgericht München I profilierte sich Baier auch beruflich als moralisch gefestigte Instanz, die für Gerechtigkeit, Empathie und Verantwortung einsteht. Für sein Wirken wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit, der DFB-Verdienstnadel und der BFV-Ehrennadel in Gold.
Josef Janker (Zell, 70) hat dem bayerischen Amateurfußball über Jahrzehnte mit großer Beständigkeit und Führungsstärke seinen Stempel aufgedrückt. Seine Funktionärslaufbahn begann 1990 als Beisitzer im Ausschuss der Schiedsrichtergruppe Cham, der er bereits seit seiner Schiedsrichterprüfung im Februar 1982 angehörte. 1995 wechselte der ehemalige Stabsfeldwebel in den Verbands-Lehrstab und übernahm ab 2005 parallel als Bezirks-Spielleiter der Oberpfalz im Spielbetrieb Verantwortung.
2010 wählten ihn die Delegierten des Verbandstags zum Verbands-Spielleiter – und bestätigten den „Mister Regionalliga“ in der Folge dreimal im Amt. Neben dem Fußball engagierte sich Janker auch kommunal: 24 Jahre lang als Gemeinderat und zwölf Jahre als Zweiter Bürgermeister seines Heimatortes Zell in der Oberpfalz. Für sein herausragendes Engagement wurde Janker mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der BFV-Verdienstnadel in Silber, der DFB-Ehrennadel in Silber, der DFB-Verdienstnadel sowie der Ehrennadel in Gold des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV).
Auch Dieter Habermann (Heideck, 78) zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Ehrenamtspersönlichkeiten im bayerischen Amateurfußball. Seine Funktionärslaufbahn begann 1992 als Lehrwart der Schiedsrichtergruppe Jura Nord, ehe er als Ehrenamtsbeauftragter des Kreises Neumarkt/Jura und später als Ehrenamtsreferent des Bezirks Mittelfranken Verantwortung übernahm. 2014 folgte der Schritt auf Verbandsebene, wo er die Nachfolge von Hermann Güller als Verbands-Ehrenamtsreferent antrat (bis 2018) und sich zugleich von 2013 bis 2019 in der Kommission Ehrenamt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einbrachte.
Als Bezirks-Vorsitzender in Mittelfranken übernahm er 2016 zunächst kommissarisch die Nachfolge von Peter Bursy, wurde auf den Bezirkstagen 2018 und 2022 im Amt bestätigt und gehörte damit auch dem Verbandsvorstand an. Für sein langjähriges Wirken erhielt der Heidecker zahlreiche Auszeichnungen, darunter die DFB-Verdienstnadel, das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten sowie zuletzt die Verbands-Verdienstnadel in Silber für 30-jähriges herausragendes Engagement im BFV.
Oskar Riedmeyer (München, 66) legte mit seinem Jura-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München den Grundstein für seine spätere Laufbahn in der Sportgerichtsbarkeit, in der er sich als juristisch verlässliche Instanz einen Namen machte. 1994 wurde er Beisitzer im Verbands-Sportgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes, bevor er zum 1. Januar 2000 zum stellvertretenden Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichts berufen wurde.
Zehn Jahre nach seinem Einstieg in die BFV-Sportgerichtsbarkeit übernahm er den Vorsitz des Verbands-Sportgerichts und wurde damit auch Mitglied des BFV-Vorstands. Darüber hinaus war und ist er seit vielen Jahren auch auf Ebene des Süddeutschen Fußball-Verbandes aktiv – zunächst von 1998 bis 2005 als Beisitzer im SFV-Sportgericht und seit 2004 als Beisitzer im SFV-Verbandsgericht. 2024 wurde Riedmeyer zunächst zum neuen Vorsitzenden des Bundesgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) berufen und auf dem DFB-Bundestag 2025 einstimmig im Amt bestätigt.
Für sein langjähriges Wirken wurde Riedmeyer unter anderem mit der BFV-Verdienstnadel in Silber sowie der DFB-Verdienstnadel ausgezeichnet.
Florian Weißmann (Markt Schwaben, 46) übernahm bereits früh Verantwortung im Verband: zunächst als Beisitzer im Ausschuss der Schiedsrichtergruppe München Ost/Ebersberg, ab 2006 als erstes U30-Mitglied im Verbandsvorstand. Von 2009 bis 2018 prägte er als Kreis-Jugendleiter in München die Nachwuchsarbeit, bevor ihm der Verbandstag 2018 in Bad Gögging das Amt des Verbands-Jugendleiters übertrug – verbunden mit der Gesamtverantwortung für den Juniorenfußball im Freistaat.
2022 wurde der Markt Schwabener auf dem Verbandstag in Bad Gögging im Amt bestätigt und hatte in der abgelaufenen Legislaturperiode entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Einführung der neuen Spielformen im Kinderfußball. Ab 2018 übernahm Weißmann zusätzlich den Vorsitz des Jugendausschusses des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) und war seit 2019 zudem Mitglied des DFB-Jugendausschusses. Für seine Verdienste wurde Weißmann mit der Verbands-Ehrennadel in Silber sowie der DFB-Verdienstnadel ausgezeichnet.
Emanuel Beierlein (Oberottmarshausen, 66) übernahm bereits 1989 Verantwortung in der unabhängigen Sportgerichtsbarkeit des Bayerischen Fußball-Verbandes. Zunächst als Beisitzer im Bezirks-Sportgericht Schwaben, später als dessen Vorsitzender, etablierte er sich früh als feste Größe in der sportgerichtlichen Arbeit. 2002 wurde er Beisitzer im Verbands-Sportgericht und bringt seit 2013 als Beisitzer des DFB-Sportgerichts seine Expertise und Erfahrung auch auf Bundesebene ein. Seit 2016 gehört er zudem dem DFB-Kontrollausschuss an.
Nach dem Rücktritt von Oskar Riedmeyer übernahm Beierlein den Vorsitz des BFV-Verbands-Sportgerichts und wurde damit zugleich Mitglied des Verbandsvorstands. Für sein langjähriges Wirken wurde er unter anderem mit der Verbands-Verdienstnadel in Gold sowie der DFB-Verdienstnadel ausgezeichnet.