Das Toto-Pokal-Endspiel 2026 steigt in der unterfränkischen Residenzstadt: Am Dienstagabend setzte sich der FC Würzburger Kickers im ersten Halbfinale mit 2:1 (0:1) gegen Regionalliga-Konkurrent SV Wacker Burghausen durch und löste damit zum sechsten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Ticket für die Teilnahme am Finale um den bayerischen Verbandspokal.
Beide Teams starteten vor 1508 Zuschauerinnen und Zuschauern mutig in die Partie, konnten ihre Chancen zunächst jedoch nicht in Zählbares ummünzen. Erst kurz vor dem Seitenwechsel war es Moritz Bangerter, der die Gäste aus der Salzachstadt nach einer Flanke von der linken Seite per Kopf – und quasi mit dem Halbzeitpfiff – in Führung brachte (45.+5).
Den zweiten Durchgang begannen die Hausherren von Trainer-Rückkehrer Michael Schiele deutlich aktiver: Tarsis Bonga (48.) und Jermain Nischalke (52.) scheiterten jedoch jeweils aus aussichtsreicher Position. Auch in der Folge erarbeiteten sich die Rothosen ein klares Chancen-Plus und drängten auf den Ausgleich.
Dieser fiel schließlich in der 79. Minute: Der kurz zuvor eingewechselte Dion Berisha bediente im Strafraum Bonga, der den Ball aus rund acht Metern wuchtig und unhaltbar für Wacker-Keeper Markus Schöller unter die Latte setzte.
Nur wenig später klingelte es erneut: Nach einer sehenswerten Kombination und einer flachen Hereingabe von Kapitän Peter Kurzweg schob Dominik Meisel den Ball zum viel umjubelten 2:1 über die Linie (81.) – die Kickers hatten die Partie innerhalb von nur zwei Minuten gedreht.
An diesem Samstag (28. März) wird dann ab 14 Uhr im Regensburger Jahnstadion auch direkt der zweite Toto-Pokal-Finalist ermittelt – und auch dieses Spiel wird nichts für schwache Nerven. Die Verantwortlichen beim BR Fernsehen wissen, warum sie diesen Pokalkracher im Free-TV und im Livestream auf BR24Sport im Web, in der BR24-App und der ARD-Mediathek zeigen: Der SSV Jahn Regensburg empfängt die Münchner Löwen zum Pokal-Showdown. Zwei Drittligisten, für die die Teilnahme am DFB-Pokal-Wettbewerb längst nicht mehr zum Tagesgeschäft gehört und die es sich nicht leisten können, im Toto-Pokal-Wettbewerb mit angezogener Handbremse zu spielen.
Löwen-Dompteur Markus Kauczinski steht noch am ehesten vor der Frage, ob er mit der „vollen Kapelle“ antritt, oder nicht. Das Saisonziel der Münchner ist klar der Aufstieg in die 2. Bundesliga, bei derzeit fünf Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze kommt ein kräftezehrendes Pokalspiel gegen einen Ligakonkurrenten eigentlich ungelegen, doch bis zum erst zweiten Toto-Pokalsieg nach 2020 und zum Einzug in den DFB-Pokal-Wettbewerb sind es halt auch nur noch zwei Schritte. In der Liga müsste dafür am Saisonende mindestens Rang vier herausspringen, garantiert ist das keineswegs. Dazu kommt die 0:4-Klatsche im Liga-Hinspiel in Regensburg im November, die sowohl Team als auch Fans gerne vergessen machen würden. Kaum vorstellbar, dass es die Münchner mit Personalspielen riskieren, am Saisonende womöglich mit komplett leeren Händen dazustehen. Schon nach der Auslosung der Halbfinals ordnete 1860-Geschäftsführer Manfred Paula das Los entsprechend ein: „Mit Regensburg haben wir einen schweren Gegner erwischt, gegen den wir im Punktspiel nicht so gut ausgesehen haben. Ich bin mir sicher, dass wir diesmal ein anderes Gesicht zeigen und das Spiel entsprechend für uns entscheiden werden.“
Für die Gastgeber ist Rang vier in der Liga längst außerhalb ihrer Reichweite und der Toto-Pokal-Sieg der einzig verbliebene Weg in die DFB-Pokal-Hauptrunde – in der Liga ist mit Rang zwölf aktuell die Saison mehr oder weniger schon jetzt abgehakt. Da kommt ein Pokalfight gegen den TSV 1860 München und seinen zahlreichen und reisefreudigen Fans gerade recht, um der Saison noch einmal einen Punch zu verpassen und den eigenen Fans ein Schmankerl zu servieren – zumal der jüngste der bislang drei Toto-Pokal-Siege aus dem Jahr 2005 datiert. Die Generalprobe zuletzt in der Liga im Heimspiel gegen den TSV Havelse lief perfekt: Mit 5:2 fertigten die Oberpfälzer den Aufsteiger ab, während die Münchner nach einer starken Phase und dem Angriff auf die Aufstiegsregion zuletzt wieder zwei Dämpfer einstecken mussten. Erst kamen die Löwen daheim nicht über ein 0:0 gegen Wehen Wiesbaden hinaus, am vergangenen Wochenende mussten sie sich beim direkten Aufstiegskonkurrenten MSV Duisburg 1:2 geschlagen geben. Alles egal, wenn am Dienstagabend und Samstag der Anpfiff ertönt – denn dann ist Pokal!