Die Seiten für ein weiteres Kapitel des Illertisser Pokal-Märchens bleiben vorerst leer, der Traum von der Titelverteidigung ist geplatzt. Drittligist TSV 1860 München hat sich im Toto-Pokal-Achtelfinale vor 3483 Zuschauenden im Vöhlinstadion mit 3:1 (1:0) gegen den Regionalligisten und amtierenden Toto-Pokal-Sieger FV Illertissen durchgesetzt und das Ticket für die Runde der besten acht Pokal-Teams der Saison 2025/26 gelöst.
Damit revanchierte sich der Toto-Pokal-Sieger von 2020 auch für die 0:1-Niederlage gegen Illertissen im Pokal-Viertelfinale 2022. Die Münchner Löwen wurden von Beginn an ihrer Favoritenrolle gerecht und gingen früh in Führung. Nach einem Pfostentreffer stand Max Reinthaler goldrichtig und drückte den Ball in der 18. Minute aus kurzer Distanz über die Linie – keine Abwehrchance für Illertissens Schlussmann Michel Witte. In der Folge bestimmte die Mannschaft von Trainer Patrick Glöckner das Spiel und ließ die Gastgeber nicht zur Entfaltung kommen.
„Die erste Halbzeit war genauso, wie wir das erwartet haben: Die Sechzger haben unglaublich Druck gemacht und ihr Spiel aufgezogen. Wenn wir das Herz in die Hand nehmen und mutiger spielen, ist vielleicht noch etwas drin“, bilanzierte Karl-Heinz Bachthaler, Sportvorstand FV Illertissen, zur Halbzeit.
Und in der Tat kamen die Gastgeber etwas mutiger aus der Pause zurück. Die beste Illertisser Chance zum Ausgleich hatte nach der Pause zunächst Yannik Glessing, der mit seinem Schuss aber an 1860-Keeper Thomas Dähne scheiterte (61.). Beinahe im Gegenzug sorgte aber dann David Philipp für die Vorentscheidung (65.). Illertissen gab sich aber nicht auf, sondern glaubte weiter an seine Chance – und verkürzte 15 Minuten vor Schluss durch Daniel Hausmann. Für die Entscheidung sorgte schließlich Thore Jacobsen per Strafstoß in der 88. Minute. Vorausgegangen war ein Foulspiel des kurz zuvor eingewechselten Robin Muth.
„Der Landespokal ist extrem wichtig für uns und der Pokalgewinn auch eines unserer erklärten Saisonzielen. Es geht ja um den Einzug in den DFB-Pokal und damit um wichtige Einnahmen. Darum legen wir auch alles rein“, erklärte Christian Werner, Geschäftsführer Sport beim TSV 1860 München.
Das BR Fernsehen hatte das Achtelfinal-Highlight zwischen dem amtierenden Titelträger FV Illertissen und Drittligist TSV 1860 München im Free-TV übertragen. Zudem war die Partie unter BR24Sport im Web, über die BR24-App sowie in der ARD Mediathek im Livestream zu sehen.
Bereits am Freitagabend hatte Drittligist SSV Jahn Regensburg mit einem 5:4-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen Regionalligist SpVgg Ansbach den Viertelfinal-Einzug perfekt gemacht. Vor 1363 Besucherinnen und Besuchern in Ansbach hatte alles lange Zeit nach der ersten dicken Überraschung der laufenden Spielzeit ausgesehen, Drittligist Regensburg drohte das Aus.
In der 22. Minute war Eric Weeger auf dem Posten und köpfte nach einem Eckstoß von der rechten Seite zur verdienten Ansbacher Führung ein. Der Lohn für eine starke Anfangsphase. Auch in der Folge erspielte sich Ansbach gute Gelegenheiten, blieb aber im Abschluss glücklos. Nach einem Solo von Tarkan Ücüncü hatte Nico Hayer nach 65. Minuten den zweiten Ansbacher Treffer auf dem Fuß, sein Schuss strich aber knapp am Pfosten vorbei. In der 71. Minute scheiterte zunächst Niklas Seefried an Felix Gebhard im Regensburger Kasten, ehe erneut Hayer den Nachschuss nicht im Tor unterbrachte.
Das sollte sich rächen: In der siebten Minute der Nachspielzeit traf Nicolas Oliveira schließlich zum Ausgleich und rettete die Domstädter ins Elfmeterschießen, die nach Fehlschüssen der Ansbacher Tobias Dietrich und Patrick Kroiß mit 5:4 die Oberhand behielten.
Bereits am Dienstagabend hatten der FC Ingolstadt 04, die Würzburger Kickers und die SpVgg Unterhaching ihre Tickets für das Toto-Pokal-Viertelfinale gelöst. Damit stehen nun sieben Viertelfinalisten fest.
Zum Auftakt der Pokal-Woche musste Drittligist FC Ingolstadt 04 am Dienstagabend beim TSV 1882 Landsberg zittern: Das Team von Trainerin Sabrina Wittmann, das 2023 den ersten Toto-Pokal-Triumph der Vereinsgeschichte feierte, legte gegen den Underdog aus der Bayernliga Süd einen Fehlstart hin. Nach 26 Minuten stand es nach Toren von Kilian Pittrich und Daniele Sgodzaj 2:0 für die Landsberger. Doch Ingolstadt kam noch vor der Pause zurück – Yann Sturm (31.) und Fredrik Bennedsgaard Carlsen (35.) sorgten für den 2:2-Pausenstand. Wer danach auf eine ruhigere zweite Halbzeit gehofft hatte, wurde eines besseren belehrt: Mit einem Doppelschlag erhöhte der Drittligist kurz nach der Pause auf 4:2, ehe Benedikt Auburger in der 56. wieder für einen Hoffnungsschimmer auf Seiten der Landsberger sorgte. Nur fünf Minuten später traf dann Mads Borchers erneut für den FC Ingolstadt und Simon Lorenz schraubte das Ergebnis in der 64. noch weiter in die Höhe. Zwar gelang Maximilian Berwein in der 79. Minute noch der Treffer zum 4:6 aus Landsberger Sicht, das änderte aber nichts mehr am Erfolg des Drittligisten. Am Ende der turbuleten Partie stand ein 7:4-Erfolg für die Wittmann-Elf, für den Endstand sorgte in der 83. Minute Julian Kügel nach einem Elfmeter.
In den beiden weiteren Duellen, in denen sich am Dienstagabend die SpVgg Hankofen-Hailing und der FC Würzburger Kickers, sowie der SV Erlbach und Regionalliga-Spitzenreiter SpVgg Unterhaching gegenüber standen, gewann jeweils das Auswärtsteam: Cherif Cisse (27. Minute) und Luke Hemmerich (43.) trafen für die Kickers, für die SpVgg Unterhaching netzten Nils Ortel (13.) und Simon Skarlatidis (45. Minute) ein.
Bereits fürs Viertelfinale qualifiziert hatten sich in der vergangenen Woche der SV Wacker Burghausen durch ein 3:0 beim FC Pipinsried und der TSV Aubstadt durch ein 2:1 beim TSV Neudrossenfeld.