Das Halbfinale im bayerischen Toto-Pokal-Wettbewerb ist komplett: Nach Regionalligist FC Würzburger Kickers und den beiden Drittligisten TSV 1860 München und SSV Jahn Regensburg hat am Dienstagabend auch Regionalligist SV Wacker Burghausen das Ticket für die Vorschlussrunde gelöst. Im Duell der Bender-Zwillinge Lars und Sven setzten sich die Gäste im Unterhachinger Uhlsport-Park mit 6:5 nach Elfmeterschießen durch – vor 1739 Tribünengästen, darunter auch BFV-Präsident Christoph Kern und BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Wie die Pokal-Reise für das Team von Trainer Lars Bender weitergeht, entscheidet sich am Montag, den 15. Dezember. Dann lost der Bayerische Fußball-Verband (BFV) gemeinsam mit Partner Lotto Bayern im Münchner „Haus des Fußballs“ die Halbfinal-Paarungen aus. Die Ziehung wird ab 12 Uhr live auf dem BFV-Instagram-Kanal übertragen.
Für das erste Ausrufezeichen in einer Partie, in der von Beginn an deutlich wurde, was für beide Teams auf dem Spiel steht, sorgte Unterhachings Cornelius Pfeiffer, der nach 21 Minuten mustergültig von Simon Skarlatidis in Szene gesetzt wurde, aber in Burghausens Keeper Markus Schöller seinen Meister fand. Auf der Gegenseite musste Andy Breuer nach einem Ball von Timothee Diowo für seinen bereits geschlagenen Keeper Erion Avdija den Ausputzer spielen. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie bis zur Hachinger Führung ein Duell mit offenem Visier und Chancen auf beiden Seiten. Gleich zweimal hatte dabei Jeroen Krupa die Hachinger Führung auf dem Fuß, scheiterte aber in der 49. Minute zunächst an Schöller, ehe in der 67. Minute sein Schuss nur das Außennetz streifte. Nach 73 Minuten brachte Cornelius Pfeiffer die Hausherren dann nach Muster-Vorlage von Simon Skarlatidis in Führung, die in der Folge bis in die Schlussphase hinein wie der sichere Sieger aussahen, ehe der eingewechselte Pirmin Lindner Burghausen mit dem Ausgleich in der 88. Minute zurück in die Partie brachte. Kurz vor Schluss hatte dann Felix Bachschmid sogar noch die Entscheidung für Burghausen auf dem Fuß, setzte den Ball aber Zentimeter über den Querbalken. Die Entscheidung musste folglich vom Punkt fallen – und Burghausen bewies letztlich die besseren Nerven. Auch weil die Gastgeber aus dem verschossenen Elfmeter von Noah Müller kein Kapital schlagen konnten. In Manuel Stiefler und Tim Hannemann scheiterten gleich zwei Schützen auf Hachinger Seite in Folge während Mateo Zetic und Pirmin Lindner die Nerven behielten und Burghausen ins Halbfinale schossen.
Der SSV Jahn Regensburg hatte sich bereits am Freitagabend mit 5:3 nach Elfmeterschießen (1:1) gegen den Drittliga-Kontrahenten FC Ingolstadt 04 durchgesetzt und als drittes Team das Ticket für das Halbfinale des Toto-Pokal-Wettbewerbs 2025/26 gelöst. Zum Pokalhelden avancierte dabei vor den 4059 Zuschauerinnen und Zuschauern im Audi-Sportpark Jahn-Keeper Felix Gebhardt, der die ersten beiden Schanzer-Elfmeter parieren konnte.
Neben den Domstädtern stehen auch der TSV 1860 München und der FC Würzburger Kickers in der Runde der letzten vier Teams. Die Löwen hatten sich am vergangenen Mittwoch mit 4:0 beim TSV Aubstadt durchgesetzt, die Rothosen aus Würzburg den unterfränkischen Lokalrivalen SV Viktoria Aschaffenburg mit 4:0 besiegt. Im letzten Viertelfinale stehen sich am kommenden Dienstag die SpVgg Unterhaching und der SV Wacker Burghausen im "Bruder-Duell" der Bender-Zwillinge gegenüber (Anstoß: 19 Uhr).
Im Audi-Sportpark entwickelte sich von Beginn an ein munteres Spiel, in dem Regensburg in Hälfte eins leichte Vorteile zu verzeichnen hatte. Folgerichtig ging das Team von Trainer Michael Wittmann in der 34. Minute durch Benedikt Bauer auch in Führung. Nach dem Wechsel erhöhte Ingolstadt zwar den Druck, Zählbares sprang für die Gastgeber aber zunächst nicht heraus.
Noch höher wurde der Druck der Schanzer dann als Regensburgs Noel Eichinger in der 66. Minute die Gelb-Rote Karte sah. Uns so dauerte es nur wenige Zeigerumdrehungen, bis Jonas Scholz den vielumjubelten Ausgleich erzielte (73.). Der FCI blieb weiter auf dem Gaspedal und wollte die Partie noch in der regulären Spielzeit auf seine Seite ziehen. Doch das gelang nicht und es musste – wie schon im Toto-Pokal-Achtelfinale der Saison 2023/2024 – das Elfmeterschießen entscheiden.
Vom Punkt bewies der Jahn Nervenstärke und konnte sich zudem auf seinen Torwart verlassen: Gebhardt parierte die ersten beiden Elfmeter gegen Mads Borchers und Frederik Christensen. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte schließlich Benedikt Bauer – und sorgte so für die Revanche. Beim letzten Toto-Pokal-Aufeinandertreffen hatte sich noch der FCI vom Punkt mit 9:8 durchgesetzt.
Mit einem souveränen 4:0-Sieg beim Regionalligisten TSV Aubstadt löste der TSV 1860 München sein Halbfinal-Ticket und revanchierte sich damit auch für das sensationelle Pokal-Aus 2022 an gleicher Stelle – damals gewann der TSV Aubstadt 4:3 nach Elfmeterschießen und düpierte den Top-Favoriten auf den Toto-Pokalsieg. Dieses Mal zeigten die Gäste aus der Landeshauptstadt von Beginn an ein anderes Gesicht als zuletzt bei der bitteren 0:4-Niederlage im bayerischen Drittliga-Derby beim SSV Jahn Regensburg und untermauerten ihre Ambitionen auf den zweiten Pokal-Triumph nach 2020 und den Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde 2026/27. Auch wenn die Münchner vom Anpfiff weg mehr vom Spiel hatten, blieben wirklich zwingende Chancen zunächst Mangelware. Manuel Pfeiffer setzte in der 33. Minute ein erstes Ausrufezeichen, blieb aus acht Metern am Ende aber glücklos. Besser machte es kurz darauf Kevin Volland, der aus 18 Metern abzog, Aubstadts Kapitän Steffen Behr den Scheitel streichelte und per abgefälschtem Schuss kurz vor der Pause für die Münchner Führung sorgte (36.). Nach dem Seitenwechsel sorgte der Favorit dann per Doppelschlag für die frühe Vorentscheidung. Zunächst traf Thore Jacobsen per Strafstoß (50.), drei Minuten später war Philipp Maier nach einer Ecke auf dem Posten und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Den Schlusspunkt setzte Maximilian Wolfram in der Schlussminute.
Als erstes Team hatte der FC Würzburger Kickers bereits sein Halbfinal-Ticket gelöst. Die Rothosen von Trainer Marc Reitmaier gewannen den Lokalschlager beim SV Viktoria Aschaffenburg vor 1032 souverän 4:0. Jermain Nischalke avancierte in der AKON ARENA zum Matchwinner: Der 22 Jahre alte Stürmer erzielte gleich drei Kickers-Tore – und löste damit quasi im Alleingang das Halbfinal-Ticket für seine Farben. Cherif Cissé markierte den Endstand eines am Ende doch recht einseitigen Pokal-Derbys (90.+1).