Ohne Social Media geht’s nicht mehr: Davon ist Christoph Nowak von der SSV Dillingen überzeugt. Deshalb hat der 1. Vorsitzende des Kreisklassisten aus dem schwäbischen Fußballkreis Donau das Thema zur Chefsache erklärt. In Eigenregie und mit ganz viel Liebe zum Detail bespielt er den Facebook- und Instagram-Kanal seines Heimatvereins. Mit Erfolg: Die Spieler, Mitglieder und Fans finden’s super – und auch bei den Sponsoren kommt das Engagement in den sozialen Netzwerken gut an.
Über 2000 Fans bei Facebook, knapp 800 Abonnenten auf Instagram: Die SSV Dillingen spielt zwar „nur“ in der Kreisklasse, hat sich in den Social Media aber auch über die Grenzen des Fußballkreises hinaus einen Namen gemacht. „Hier im nordschwäbischen Bereich sind wir der Klub mit der größten Reichweite. Da müssen wir uns auch vor höherklassigen Vereinen aus der Landes-, Bayern oder Regionalliga nicht verstecken“, sagt Nowak.
Zufall ist dieser Erfolg nicht. Denn wenn Christoph Nowak etwas anpackt, dann mit vollem Herzblut – und immer mit dem Ziel, „seine“ SSV Dillingen voranzubringen. So auch schon 2017 als er Ex-Nationaltorwart Tim Wiese zum Kreisliga-Comeback im SSV-Trikot überredet und damit für ein deutschlandweites Medien-Spektakel gesorgt hat.
Aufmerksamkeit lautet das Stichwort. Ein Amateurklub muss Präsenz zeigen, um in der heutigen Zeit attraktiv zu bleiben. Sprich: Mitglieder an den Verein binden, neue gewinnen, mehr Zuschauer zu den Spielen locken und Sponsoren akquirieren. Und dafür sind die Social Media ein hervorragendes Hilfsmittel, wie Nowak erklärt: „Auf keinem anderen Weg erreicht man seine Mitglieder schneller. Gerade die, die mal nicht bei einem Spiel dabei sein können. Da kann keine Homepage oder Tageszeitung mithalten. Außerdem sind die Social Media aus Marketingsicht einfach wichtig. Bei jedem Gespräch, das ich mit einem potenziellen Sponsor führe, kommt das Thema zur Sprache. Deswegen muss man in diesem Bereich einfach gut aufgestellt sein.“
Präsenz in den sozialen Medien bedeutet für die SSV Dillingen also auch bares Geld. Man muss mit der Zeit gehen, nicht auf festgefahrenen Strukturen beharren. „Natürlich kann man immer noch klassisch eine Bande verkaufen. Aber Social Media wird immer mehr“, sagt Nowak, der bei der inhaltlichen Gestaltung der Social-Media-Kanäle auf einen ausgewogenen Mix setzt: Spielankündigungs-Grafiken, Vor- und Nachberichte zu den SSV-Spielen, Links zum ePaper der Stadionzeitung, Presseberichte der Lokalzeitung oder auch mal ein Video aus der Kabine. Außerdem spiegelt der SSV Dillingen seine Social-Media-Inhalte in einer vereinseigenen App. „Eine richtige Strategie verfolge ich nicht, ich mache das eher nach Gefühl. Mir ist einfach wichtig, dass die Inhalte, die ich poste, interessant gestaltet sind. Außerdem achte ich darauf, zu unterschiedlichen Uhrzeiten zu posten, um den Algorithmus zu ‚beschäftigen‘.“
Gerade die modernen Grafiken kommen an und werden von den Spielern des Vereins auf deren Social-Media-Profilen zweitverwertet – hervorragende Multiplikatoren, die die Reichweite enorm steigern. Aber auch die von Christoph Nowak selbstverfassten Berichte generieren viele Klicks. „In unserer Heimatzeitung finde ich maximal eine 1:0-Berichterstattung über unsere Spiele und im Lokalteil wird mehr über den FC Augsburg oder den 1. FC Heidenheim berichtet als über ein Derby von uns. Ich bin kein Fan der heutigen Medienarbeit und finde diese Entwicklung nicht gut – von daher habe ich das Heft nun selbst in die Hand genommen. Und ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“
Die positive Resonanz gibt Christoph Nowak Recht. Und weil sich die Arbeit, die er in die Social-Media-Kanäle seines Vereins steckt, lohnt, rät Nowak allen Amateurvereinen, sich auf Facebook, Instagram und Co. zu präsentieren. Ein Falsch gibt es nicht. „Perfekt muss der Auftritt nicht sein, schließlich sind wir im Amateurfußball. Man muss es einfach machen und sich trauen!“