Das Ehrenmitglied des 1. FC 1917 Gerolzhofen pfiff sein 4.000 Spiel als Fußballschiedsrichter. Der 76-jährige gebürtige Gerolzhöfer, der seit 52 Jahren in Gerbrunn wohnt, pfeift seit 2009 für die Schiedsdichtergruppe Würzburg. Bei Kaiserwetter im Soccerpark auf dem Würzburger Heuchelhof pfiff der Jubilar das Kreisklassenspiel der U13 Mädchen des FC Kickers Würzburg gegen die U13 des ETSV Würzburg. Vor dem Einlaufen beschenkte Ludwig Bauer beide Mannschaften. Die Jungs bekamen DFB-Anstecknadeln, während die Mädels sich über DFB-Knautschbälle erfreuten, dazu gab es neben Süßigkeiten auch DFB-Kugelschreiber und DFB-Aufkleber. Routiniert leitete Bauer sein Jubiläumsspiel. Schon vor dem Spiel wurde der Jubilar vom Reporter des BR-Fernsehens befragt und erklärte: „Bei meinem ersten Spiel am 16.11.1963 habe ich mir nie träumen lassen, dass ich nach 62 Jahren einmal auf diese Zahl von Spielen kommen werde. Ich habe viele Nationalspieler pfeifen dürfen“. Er erinnert sich gerne an sein 1.000 Spiel 1995 in Kitzingen mit dem Rekordmeister FC Bayern München vor 12.000 Zuschauern, bei dem Jürgen Klinsmann sein erstes Spiel für die Bayern machte, Otto Rehhagel als Trainer debütierte und Uli Hoeneß ihm den Spielball nach dem Spiel wieder abnahm. Als Erinnerung hat Ludwig Bauer eine Originalunterschrift vom Spielführer Jürgen Klinsmann auf dem Spielberichtsbogen, den er vom Verband für sein Jubiläum geschenkt bekam. Weltmeister Klaus Augenthaler wechselte sich damals ohne Spielrecht selbst ein. Gerne erinnert er sich auch an die Weltmeister Wolfgang Overath, Paul Breitner oder Bernd Hölzenbein bei der "Uwe-Seeler-Traditionself" oder Nationaltorwart Andreas Köpke vom1. FC Nürnberg, der mit der neuen Rückpassregelung bei dessen Einführung Probleme hatte. Zu vielen wusste Ludwig Bauer eine kleine Geschichte.
Er pfiff 28 Jahre Spiele auf Verbandsebene von der Bezirksliga, Bezirksoberliga bis zu Landesliga, bevor er wegen der Schiedsrichter-Altersgrenze mit 50 Jahren aus diesen Klassen ausscheiden musste.
In den letzten Jahren konzentrierte sich Bauer mehr auf Spiel der Junioren und pfiff auch an manchem Wochenende bis zu fünf Spiele.
Bereits mit 17 Jahren stand er siebenmal im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion in der Oberliga (damals zweithöchste Liga in Deutschland) beim FC 05 Schweinfurt als Linienrichter an der Seitenlinie. Bei der Schiedsrichtergruppe Gerolzhofen bildete er in 40 Jahren als Gruppenlehrwart über 600 Neu-Schiedsrichter aus, darunter auch Bundesligaschiedsrichter Benjamin Brand. In all den Jahren ist er als Schiedsrichter seinem Verein 1. FC 1917 Gerolzhofen treu geblieben. Erste Vorstand Ansgar Willacker überreichte seinem Ehrenmitglied und Träger des "Silbernen Stadtwappens" mit lobenden Worten eine Ehrenurkunde und eine Gelbe und Rote Karte mit Vereinswappen und der Zahl 4.000.
Auf die abschließende Frage des BR-Reporters, wie lange er noch pfeifen will, meinte Ludwig Bauer, solange die Gesundheit und die Frau mitspielen, pfeife ich noch, höre aber auf, wenn die Kids sagen: „Hopp hau nei, der Alt siecht nix mehr“, aber mit dem Rollator werde er nicht mehr pfeifen.
Seitens des Bayerischen-Fußball-Verbandes gratulierte Kreisjuniorenleiter Claus Höpfner dem Jubilar zu seinem 4.000 Spiel und bedankte sich bei Ludwig Bauer für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Schiedsrichter im Juniorenbereich
Das BR-Fernsehen würdigte dieses nicht alltägliche Ereignis mit einem Bericht in der Abendschau, der noch ein Jahr in der Mediathek zu sehen sein wird. Auch in Welle Mainfranken konnte man Ludwig Bauer in einem Kurzbericht im Radio hören.
Ansgar Willacker, 1. Vorstand FC 1917 Gerolzhofen