Christopher Romig vom TV Haßfurt ist im Rahmen der gemeinsamen BFV- und DFB-Aktion „Fair ist mehr“ ausgezeichnet worden. Der 25-Jährige wollte mit seinem Team nicht von einer falschen Wahrnehmung des Unparteiischen profitieren und schob deshalb einen Elfmeter in die Arme des Keepers.
Im Kreisliga-Spiel zwischen dem SV Fatschenbrunn und dem TV Haßfurt bekamen die Gäste nach gut einer Stunde beim Stand von 1:1 einen Handelfmeter zugesprochen. Zuvor hatte es eine Standardsituation für Haßfurt gegeben, wobei der Schiedsrichter beim Fatschenbrunner Klärungsversuch ein Handspiel wahrgenommen hatte.
Die Strafstoßentscheidung wurde von großen Protesten der Gastgeber begleitet. Die Perspektive hatte Referee Aaron Wachenbrönner offensichtlich getäuscht, wie er auch im Nachgang der Partie selbstkritisch feststellte. Im Zuge der Diskussionen auf dem Spielfeld stimmten sich die TV-Kicker untereinander ab. Als Christopher Romig dann zum Strafstoß anlief, erfolgte ein Ruf in Richtung des Heim-Keepers mit dem Hinweis, stehenzubleiben. Romig schob den Ball dann mit geringer Intensität in die Arme des Torwarts.
Im weiteren Verlauf gewann der Tabellenführer und auch spätere Meister TV Haßfurt zunehmend die Oberhand und fuhr noch einen deutlichen 4:1-Sieg ein. Zum Zeitpunkt der heiß diskutierten Strafstoßsituation war die Partie allerdings offen gewesen. Auch Fatschenbrunn hätte in dieser Phase in Führung gehen können.
Über die Elfer-Rückgabe wurde anschließend in der Presse berichtet und natürlich unterstützte auch Schiedsrichter Wachenbrönner, dass das sportliche Verhalten der Haßfurter bei "Fair ist mehr" aufgegriffen wird. Der Schweinfurter BFV-Kreis-Vorsitzende/Kreis-Spielleiter Gottfried Bindrim nutzte das abschließende Saisonspiel der Haßfurter Zweitvertretung in Dürrfeld, um Christopher Romig auch stellvertretend für seine Mannschaft die Fair Play-Urkunde und das „Fair ist mehr“-Handtuch von adidas zu überreichen.
Bindrim sagte: „Die Mannschaft des TV Haßfurt wollte aus der Fehlentscheidung keinen Nutzen ziehen und hat sich für eine Elfmeter-Rückgabe entschieden. Bei einem ausgeglichenen Spielstand Mitte der zweiten Halbzeit verdient ein solches Verhalten besonderen Respekt. Danke für dieses gelungene Zeichen für das gemeinsame Miteinander auf dem Spielfeld!"
Zur Aktion "Fair ist mehr"
Mit der Aktion „Fair ist mehr“ würdigen der BFV und der DFB sportliches Verhalten. Die Unparteiischen tragen besondere Gesten im elektronischen Spielbericht (ESB) ein. Darüber hinaus können aber auch alle anderen Beteiligten vorbildliche Aktionen melden (per E-Mail an: fair-play@bfv.de).
Die fairen Sportlerinnen und Sportler erhalten ein hochwertiges „Fair ist mehr“-Handtuch, ein persönliches Dankesschreiben von BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau sowie eine Urkunde. Jeden Monat wird zudem eine Geste des Monats ausgewählt und zusätzlich ausgezeichnet. Am Spieljahresende wird die stärkste Aktion für die Fair Play-Medaille des DFB nominiert. In der Saison 2024/25 würdigte der BFV insgesamt 129 Fairplay-Aktionen, für die aktuelle Spielzeit sind es bereits 161 gemeldete und gewürdigte Gesten.
Auf dem Foto oben ist Christopher Romig (links) neben dem Schweinfurter BFV-Kreis-Vorsitzenden und Kreis-Spielleiter Gottfried Bindrim zu sehen.
Foto: Ralf Schellenberger