Nach dem coronabedingten zweijährigen Stillstand kehrt sowohl im gesellschaftlichen Leben als auch in der Schiedsrichtergruppe Schongau endlich wieder Normalität ein. So konnte die Gruppe nicht nur Anfang Oktober ihren traditionellen Schiedsrichterausflug durchführen, sondern nun auch im familiären Kreis das Jahr 2022 beschließen. Dabei wurden im Rahmen des sozialen Tages auch wieder reichlich Spenden für einen guten Zweck gesammelt.
Am 10.12.2022 lud GSO Michael Kögel endlich wieder alle Schongauer Schiedsrichter und deren Angehörige sowie zahlreiche Ehrengäste nach Sachsenried zur Jahresabschlussfeier ein. Noch bevor sich alle im Gemeindezentrum einfanden, nutzte eine Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich im Rahmen eines adventlichen Gottesdienstes in der Pfarrkirche St. Martin, der von Pfarrer Johannes Huber und einem Musiktrio sehr würdevoll und stimmungsvoll gestaltet wurde, in der üblicherweise eher turbulenten Adventszeit zu besinnen. Nach dieser sinnlichen Einstimmung wurde jeder im nahegelegenen Gemeindezentrum mit einem ausgesprochen schmackhaften Menü verwöhnt, sodass nun jeder bereit für den offiziellen Teil der Veranstaltung war. Michael Kögel begrüßte die Anwesenden und warf einen Blick auf die Ereignisse des zurückliegenden Jahres. Hierbei war sowohl ihm als auch jedem Schiedsrichter eine gewisse Freude anzumerken, dass in den vergangenen Monaten wieder „Normalbetrieb“ in Oberbayerns kleinster Schiedsrichtergruppe möglich war. Anhand mehrerer Fotoaufnahmen wurde auf die Leistungsprüfungen, das Grillfest und den Schiedsrichterausflug nach Sibratsgfäll (Vorarlberg) zurückgeblickt. Allerdings sei, so der Obmann in seiner Ansprache, die Pandemie auch an der Schiedsrichtergruppe Schongau nicht spurlos vorübergezogen. Wie in vielen Sportvereinen und ehrenamtlichen Vereinigungen hat sich der vorher bereits erkennbare Schiedsrichterschwund noch weiter verstärkt. Dabei zeigte auch die im Juni groß angelegte Werbekampagne der Gruppe nur überschaubaren Erfolg. Ein ähnliches Bild zeichnete auch BSA Gerhard Kirchbichler in seiner Rede, der sich zwar ebenso erfreut über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zeigte, allerdings auch anmerkte, „dass vieles nicht mehr so ist wie früher.“ Auffällig sei für ihn zuletzt insbesondere gewesen, dass das kameradschaftliche Vereinsleben zuletzt deutlich abgenommen habe und nun erst wiederbelebt werden müsse. Umso erfreulicher, so waren sich Kögel und Kirchbichler einig, ist es demnach, dass sich so zahlreiche Schiedsrichter über viele Jahre in ihrem Ehrenamt engagieren. Als Anerkennung für diesen Verdienst wurden auch wieder mehrere Ehrungen für langjährige Schiedsrichtertätigkeit vorgenommen.
Christoph Reitler (10 Jahre)
Mert Akkoyun (10 Jahre)
Sebastian Ostenrieder (10 Jahre)
Haymo Welscher (10 Jahre)
Sebastian Weinmann (10 Jahre)
Martin Hatzelmann (25 Jahre)
Traditionell steht jedoch in Schongau nicht nur die Feierlichkeit im Vordergrund, sondern die Jahresabschlussfeier lädt stets auch dazu ein, einen Blick auf diejenigen zu werfen, welche von einem schweren Schicksalsschlag getroffen wurden. Dabei kamen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Spenden zusammen, welche an Bedürftige aus der Region verteilt werden. Heuer geht ein Großteil der Spendengelder an die Familie eines leukämieerkrankten 5-jährigen Jungen, dessen Vater ein Verdienter Funktionär und Spieler ist.
Nach dem Hinweis auf den sozialen Tag bedankte sich Michael Kögel bei seinem Ausschuss und insbesondere bei seiner Frau Daniela für die tolle Unterstützung. Auch der stellvertretende GSO Martin Holzhauser richtete anerkennende Worte an den Obmann für seine wertvollen Dienste in der SRG Schongau. Anschließend beendete Michael Kögel den öffentlichen Teil, allerdings verließ in weiser Voraussicht kaum einer der Anwesenden den Saal, sondern wartete die aus der Vor-Coronazeit bereits etablierte Einlage des Vergnügungsausschusses ab. Heuer betrat der Nikolaus mitsamt einem Gefolge aus Engeln, Krampus und Rentieren das Gemeindezentrum und lieferte lustige Anekdoten aus dem Schiedsrichteralltag der vergangenen Saison. Mit einem Augenzwinkern wurde dabei auch auf die ein oder andere Disziplinlosigkeit hingewiesen.
Nach diesem vergnüglichen Ausklang gab es noch ausgiebig Raum und Zeit für ein gesellschaftliches Miteinander. Scheinbar ticken die Uhren in Schongau doch noch etwas anders, denn entgegen der Worte von BSA Kirchbichler in seiner Rede, nutzten zahlreiche Schiedsrichter diese Gelegenheit, um sich in entspannter Runde mit den Kollegen und Kolleginnen bei einigen Getränken auszutauschen. Somit endete deutlich nach Mitternacht ein gelungenes Jahresabschlussfest, das – so hoffen wir alle – zukünftig keine dreijährige Unterbrechungspause mehr erfahren wird.
Bericht von Johannes Rotter