Wer kann schon auf eine 100jährige Vergangenheit zurückblicken? Dieses nicht alltägliche Ereignis
feierte die Schiedsrichtervereinigung (SRVGG) Coburg/Ebern gebührend bei der TSV Scherneck. Nach
der Begrüßung der Ehrengäste sowie der anwesenden Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durch
den Gebietsschiedsrichterobmann Florian Forkel folgten sehr unterhaltsame Gruß- und
Dankesworte. Der Coburger Landrat Sebastian Straubel ging in seinem Grußwort speziell auf den
hohen Stellenwert des Ehrenamtes ein. Die stellv. Eberner Ländrätin Birgit Bayer blickte auf die
Fusion und die daraus entstandene Verbindung über Regierungsbezirksgrenzen hinweg. Prof. Dr.
Sven Laumer, Vorsitzende des Verbands-Schiedsrichterausschusses im Bayerischen Fußballverband
erinnerte daran, dass in den Gründungsjahren 1925/26, der Deutsche Spitzenfußball mit den
Kleeblättern aus Fürth und dem Club aus Nürnberg, fest in fränkischer Hand war. Der Bezirks-
Vorsitzende im Bezirk Oberfranken Thomas Unger, der Bezirks-Schiedsrichter-Obmann Stefan Klerner
sowie der Kreisvorsitzende Ulrich Pochmann lobten die stets tolle Zusammenarbeit. So habe sich die
SRVGG stets alle zuverlässiger und im höchsten Maße kameradschaftliche SR-Gruppe präsentiert.
Als Festredner konnte die Gruppe den ehemaligen Bundesligaschiedsrichter und amtierenden DFB-
Lehrwart Lutz Wagner gewinnen. Die rund 180 Gäste lauschten gespannt dem rund 30minütigen
Vortrag. Dabei brillierte Wagner durch seine Eloquenz, seinen Charme, sein Fachwissen und durch
seinen unbeschreiblichen Humor, sodass alle im Saal förmlich an seinen Lippen klebten. Wagner
lobte die Gruppe besonders für die hohe Anzahl an aktiven Schiedsrichtern und die deutlich über
dem Bundesdurchschnitt liegende Zahl an Schiedsrichterinnen in der SRVGG Coburg/Ebern.
Immerhin mehr als sechs Prozent der Gruppenmitglieder sind weiblich; im Bundesdurchschnitt sind
es gerade einmal rund 2,5 Prozent.
Als zentrales Thema formulierte Wagner 10 Punkte die einen guten Schiedsrichter ausmachen. Dazu
gehören unter anderem neben guter Kondition und mentaler Fitness auch eine vernünftige
Fehlerkultur. „Jeder macht Fehler – wir sind ja auch nur Menschen“ so Wagner. Wichtig dabei sei:
„Ein Fehler darf nicht durch eine Fehlentscheidung auf der anderen Seite gutgemacht werden – also
niemals eine Konzessionsentscheidung“. Daneben muss ein SR das Spiel auf dem Platz als auch neben
dem Platz lesen können. Alle Punkte wurden mit prominenten Beispielen aus Wagners eigener
Schiedsrichter-Historie unterhaltsam verdeutlicht. Mit minutenlangem Applaus dankten Wagner, am
Ende seiner Rede, alle Anwesenden.
Im Anschluss wurden die Schiedsrichter Jan Gräser, Felix Hofmann, Peter Lischka, Manuel Schunk,
Andreas Dietz, Thomas Hein, Thomas Rampel, Marcel Schiller, Frank Schunk, Siegmar Weisenberger
sowie Rolf Kühn für den langjährigen (20 – 40 Jahre) Einsatz an der Pfeife geehrt. Für unglaubliche 50
Jahre als Schiedsrichter, bekamen Reinhardt Wegner und Rudi Luther unter Standing Ovations die
Ehrung des Verbandes verliehen.
Der feierliche und würdige Abend wurde durch eine hervorragende Bewirtung des TSV Scherneck
und zwei professionellen und perfekt choreographierte Auftritte der „Dance it“ Formation der
Effect`s abgerundet.
Rechte am Bild SRVGG Coburg/Ebern
Im Bild v.l. Steffen Reißmann GSA, Prof. Dr. Sven Laumer, Landrat Sebastian Straubel, Tobias
Fenkl GSA, Florian Forkel GSO, Lutz Wagner DFB-Lehrwart
Rainer Sagasser
Schriftführer SRVGG Coburg/Ebern