Viele Schiedsrichterkameraden waren von der Nachricht über das Ableben von Ludwig Donhauser am 10.März 2021 mehr als überrascht. Der Unparteiische der DJK Amberg bestand 1967 mit 25 Jahren die Prüfung; bald wurde man auf sein Können aufmerksam und schon nach vier Jahren pfiff er Spiele in der Landesliga. 1969 stieg “Lucky” in die höchste Amateurliga, die Bayernliga, auf. 1973 qualifizierte sich der Amberger-Referee als siebter von 33 SR sogar für die 2.Bundesliga als Linienrichter. Doch Ludwig verzichtete. Ein Jahr später gab er seinen Rücktritt aus den Leistungsklassen bekannt und erhielt als Abschieds-spiel vom damaligen VSO Hans Ebensberger) das A-Jugendspiel des FC Bayern München gegen die SpVgg Kaufbeuren im Münchner Olympiastadion (Ehrenobmann Georg Wienzek fuhr ihn mit dem Auto). Er stellte sich noch weitere zwei Jahre als Beobachter in der Landesliga beim TuS Rosenberg zur Verfügung.
Zur damaligen Zeit reiste das Gruppen-Aushängeschild noch mit dem Zug an und war den ganzen Tag unterwegs. Bei seinen Spielleitungen in der näheren Umgebung kam er per Moped zum Spielort. Er war geschätzt für seine tadellosen Spielleitungen. Seine Kennzeichen waren sein nicht zu überhörender Pfiff, seine unnachahmlichen Sprints und seine klaren, unmissverständlichen Ansagen an die Spieler, Betreuer und Zuschauer.
Highlights seiner Karriere waren die Einsätze beim Jugend-Oberpfalzfinale in Teublitz vor 2000 Zuschauern zwischen dem ASV Burglengenfeld und dem SSV Jahn Regensburg, bei der Platzeinweihung des FC Chammünster gegen den TSV 1860 München und bei vielen Relega-tionsspielen. Auch als Assistent unterstützte er andere Kameraden: Thomas Gebele (SGS Amberg) bei seinem ersten Landesligaspiel 1984 in Ruhmannsfelden oder Karl-Heinz Groll-misch (FV Vilseck) während seiner Landesligasaison 1988.
Nicht nur durch seine fachlichen Kenntnisse (er besuchte regelmäßig die Monatssitzun-gen) war er auf den Sportplätzen anerkannt, auch als Mensch war er geschätzt und beliebt, weil er die Situationen des Alltags mit viel Spaß und Humor anging. Das Schnupfen, Karten-spielen und im SR-Ruhestand sein Kleingarten waren weitere Leidenschaften des 83-jährigen.
In seiner 58-jährigen Tätigkeit als Unparteiischer ernannte ihn die Gruppe 2003 zum Eh-
renmitglied, der Bezirk Oberpfalz und der Bayerische Fußballverband zeichneten ihn mit den Ehrennadeln in Silber und Gold aus.
„Lugge“ war eine Koryphäe auf den Fußballfeldern, dessen “letztes (Lebens-) Spiel” nun ab-gepfiffen wurde.
Die SR-Gruppe Amberg dankt ihm und wird ihm immer ein ehrendes Gedenken bewahren.