Quasi ein Heimspiel hatte Martin Speckner, der in der dritten Liga pfeift und in der 2. Bundesliga an der Linie agiert, als er in seiner Gruppe einen vorzüglichen Vortrag über die Kommunikation im Schiedsrichtergespann vor vollem Haus hielt.
Wird in den obersten Ligen voll auf Technik wie Funkfahnen und Headset gesetzt, müssen die Unparteiischen in den Amateurligen mit viel Zeichengebung arbeiten.
Wie die Verständigung im Profibereich funktioniert, erklärte Speckner. Vier Mann im Stadion, mindestens zwei im „Kölner Keller“ überwachen ein Spiel. Die Tonspuren, was so alles gesprochen wird waren im Lehrabend zu hören.
Primärkommunikation braucht es bei schnellen Entscheidungen, wenn z.B. Abseits oder Strafstöße gegeben werden. Sekundär heißt in diesem Jargon, dass z.B. bei persönlichen Strafen nicht innerhalb von Sekundenbruchteilen entschieden wird, sondern der Schiedsrichter zuerst seine Meinung per Funk sagt und dann die Assistenten bei der Entscheidung unterstützen.
„Weniger ist mehr, wenn sechs Leute kurze und prägnante Zurufe über Funk untereinander machen“, so der Referent. Es werden nur „positive Ansprachen“ per Funk gemacht, wie „weiterspielen" oder „sauber“ statt „kein Elfmeter“, denn wenn das erste Wort nicht richtig vom Schiri aufgenommen wird, kommt es zu einer Fehlentscheidung.
Im Amateurbereich wird noch mehr „handwerklich“ kommuniziert. Versteckte Zeichen, wie die Entscheidung, ob es eine Verwarnung gibt oder nicht, sind üblich. Blickkontakt und ein kurzes Nicken bei einer richtigen Entscheidung fördern die Sicherheit im Team der Referees. Bei Vergehen im Strafraum, vor allem wenn sie knapp im Bereich der Linien sind, unterstützt der Assistent mit einem Zeichen an den Spielleiter.
Zum Ende seines interessanten Vortrags zeigte er die Vielzahl seiner Einsätze in Liga drei oder zwei auf. Ein freies Wochenende hat er durch seine Einsätze kaum noch.
Mit dem Hinweis auf die nächsten Termine, vor allem des Lehrabends am 16. Mai schloss Obmann Karl-Heinz Späth die Veranstaltung.