(th/cph). Bei der diesjährigen DFB-Ehrungsaktion „Danke Schiri“ durfte die Gruppe
Nordschwaben Karl Prügel (TSV Mönchsdeggingen) auszeichnen. Karl ist
unangefochten der dienstälteste aktive Unparteiische, denn er steht bereits seit dem 1.
Februar 1971 und damit seit 55 Jahren ununterbrochen im Einsatz. In dieser Zeit hat er
1.995 Spiele absolviert. Mit Fug und Recht lässt sich somit feststellen, dass sein Name
untrennbar mit der Schiedsrichtergruppe Nordschwaben, die ja erst seit dem Jahr
1949 besteht, verbunden ist.
Die beeindruckende Zahl von knapp 2.000 Spielen wird nicht nur zu einer Auszeichnung in
diesem Jahr führen, sondern sie steht auch für Erfahrung und vor allem für eine
außergewöhnliche Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft, so Obmann Tobias Heuberger,
dem es vorbehalten war, bei der Auszeichnung die Laudatio für Karl Prügel zu halten.
Wenn Karl zu einem Jugendspiel fährt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er den Vater
auch schon gepfiffen hat - und vielleicht sogar den Opa. Durch seine freundliche Art, immer
zu einem Lacher gut, kommt er bei den Vereinen hervorragend an. Beschwerden gab es
kaum bis nie. Einzig in Laub, wo Karl noch vor Kurzem eine Reservepartie leitete, gab es
eine scherzhaft kritische Anmerkung: Der Betreuer meinte, er müsse jedes Mal bei einem
Wechsel so schreien, damit Karl es auch wirklich hört. Er wurde von den anwesenden
Rentnern aber direkt eingebremst. „Komm du erst mol in des Alter!“, war zu hören.
Spielrückgaben waren für Karl über all die Jahre hinweg nahezu ein Fremdwort. So hat er im
Jahr 2025 beispielsweise 32 Einsätze absolviert und dabei nur ein Spiel zurückgegeben.
Doch Karl ist weit mehr als nur eine Zahl in der Statistik. Er ist eine große Stütze innerhalb
der Gruppe Nordschwaben. Als regelmäßiger und aufmerksamer Teilnehmer an den
Monatsversammlungen gehört er fest zum Inventar. Dabei sitzt er immer am selben Platz -
nämlich in der Pole Position ganz vorne. Man möchte ja auch etwas mitbekommen. Zudem
gibt er seine Erfahrung unentgeltlich und mit großer Selbstverständlichkeit als Beobachter
und Pate bereitwillig an junge Schiedsrichter und Neulinge weiter. Nicht wenige von uns
durften ihre ersten Spiele unter seiner Anleitung bzw. mit seiner Unterstützung bestreiten.
Während die Greenhorns auf dem Platz ihr Bestes geben, steht Karl an der Seitenlinie und
geht mit dem Rauchen seiner Pfeife einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nach.
Ein weiteres Markenzeichen von Karl Prügel ist sein ausgeprägter Teamgeist. Viele Jahre
war er der legendäre „Grillmeister“ bei den Grillfesten der Gruppe - ein Amt, das er mit
genauso viel Hingabe ausfüllte wie seine Aufgabe auf dem Sportplatz. Kameradschaft,
Geselligkeit und Zusammenhalt waren ihm immer wichtig.
Auch über den Fußball hinaus zeigt Karl großes soziales Engagement. Über viele
Jahrzehnte war er im Fischereiverein tätig und leistete dort ebenfalls zahlreiche
ehrenamtliche und unentgeltliche Helfertätigkeiten. Seine freundliche, zugewandte Art hat
ihm in der gesamten Region große Anerkennung eingebracht. Viele Vereinsverantwortliche
von heute kennt Karl, wie bereits ausgeführt, noch aus deren Jugendzeit - damals, als er ihre
Spiele leitete.
Karl Prügel ist ein Vorbild im besten Sinne: durch Beständigkeit, durch Bescheidenheit, durch
Menschlichkeit und durch seine tiefe Verbundenheit mit dem Ehrenamt. Er steht für eine
Generation von Schiedsrichtern, die den Fußball geprägt und getragen hat - und dies bis
heute tut. Lieber Karl, für deinen jahrzehntelangen Einsatz, deine Loyalität, deine
Kameradschaft und deine Leidenschaft für das Schiedsrichterwesen sagen wir von Herzen:
Danke Schiri, danke Karl Prügel!
Foto: Benjamin Hecht