3. SR seit
Tatsächlich seit Januar 2003. Damals hatte ich zusammen mit unserem jetzigen Obmann Marcel den Lehrgang gemacht. Aus beruflichen Gründen musste ich aber 2006 mit dem Pfeifen aufhören.
Nachdem ich 2016 wieder fest zurück in der Region war, stand meine Entscheidung zurückzukommen recht schnell fest und ich bestand meine Schiedsrichterprüfung erneut im Oktober 2016.
4. Was sind deine Hobbys?
Neben dem Pfeifen bin ich noch bei der Freiwilligen Feuerwehr in meinem Heimatort Zell am Main aktiv.
5. Welche Ziele als SR verfolgst du noch?
Ehrlich gesagt: Keine. Grund hierfür ist einfach die Ressource Zeit. Mit Familie, Freundeskreis und Beruf bin ich mit der Kreisliga sehr zufrieden. Die Fahrzeiten halten sich in Grenzen und man ist sein „eigener Chef“. Und in manchen Kreisligen wird ja auch sehr ansprechender Fußball gespielt 😉.
Das ist natürlich kein Grund sich auszuruhen. Stetige Regelkunde und auch die ein oder andere Joggingeinheit neben dem Fußballplatz dürfen natürlich nicht fehlen, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden und das eigene Niveau zu halten. Man wird nicht jünger…
6. Wie bist du zur Schiedsrichterei gekommen? Was hat dich daran fasziniert?
Bei meinem ersten Anlauf war tatsächlich der Mangel in meinem damaligen Verein der Grund. Um keine Strafe zahlen zu müssen, kam der Vorstand auf mich zu und bat mich, zumindest die Mindestanzahl an Spielen zu Pfeifen. Dadurch konnte ich aber sehr gute Einblicke gewinnen. Daran habe ich mich 2016 zum Glück wieder positiv zurückerinnert.
7. Wie lautet dein Lebensmotto?
Eigentlich ist es kein Motto, sondern ein Wort: Authentizität. Nur wenn man authentisch ist und sich nicht verstellet, kann man Erfolg haben. Das gilt nicht nur für „auf´m Platz“, sondern im gesamten Leben, privat – wie beruflich.
8. Welches Vorbild als SR hast du?
Das ist für mich eine schwere Frage, da ich zugegebenermaßen schon seit langer Zeit keinen Profifußball mehr verfolge. Natürlich kennt man einen Deniz Aytekin oder einen Felix Brych. Aber um hier ein Vorbild zu definieren, fehlt mir einfach der Bezug. Ich würde da sogar eher in unserer Gruppe bleiben: Holger Geis verkörpert für mich genau das Gesamtpaket des anerkannten Hobbyschiedsrichters. Wenn ich in 10 bis 20 Jahren das gleiche Ansehen in der Fußballregion habe wie er, wären meine fußballerischen Ziele erfüllt!
9. Welche drei Wörter beschreiben dich am besten?
Geradlinig, verlässlich, positiv
10. Welche Anekdote/kuriose Erfahrung hast du beim Pfeifen erlebt?
Das ist schwierig zu beantworten. So ein richtiges Kuriosum ist mir noch nicht passiert…
11. Was war bisher dein größtes Highlight?
Das war tatsächlich ein A-Klasse-Spiel in der Saison 2017/18: DJK Oberndorf gegen FC Karbach vor gut 150 Zuschauern. Das Spiel ist mir wirklich in Erinnerung geblieben. 2 rote Karten gegen den Gast. Dieser machte trotzdem in doppelter Unterzahl das 1:2 und kämpfte aufopferungsvoll bis zu Schluss. Am Ende trifft die Heimmannschaft noch in der letzten Situation des Spiels zum 2:2. Ein Spiel in dem alles dabei war, was diesen Sport ausmacht!
12. Hattest du schon mal Angst auf dem Platz? Bist du schon mal konkret bedroht worden? Wie bist du damit umgegangen?
Diese Frage ist gerade in der heutigen Zeit eine ganz schwierige. Der Anspruch und die Erwartungshaltung der Spieler und der der Vereine steigt gefühlt von Saison zu Saison. Da wird schon mal ein falsch gegebener Einwurf als spielentscheidend tituliert. Oft wird vergessen, dass wir bis zur Kreisliga keine Assistenten und keinen Keller in Köln haben. Die Kreisliga bekommt eben nur Kreisliga-Schiris…
Zurück zur Frage: Angst hatte ich noch nie. Ich denke das wäre auch eine Zäsur. Sollte mir das mal passieren – wovor man ja nie gefeit ist – dann würde ich wohl die Pfeife an den Nagel hängen. Natürlich gab es schon Konfliktsituationen, die man bewältigen (oder besser gesagt lösen) musste. Das gehört bei diesem Hobby dazu.
13. Bereuest du Entscheidungen, die du gepfiffen hast?
Ganz klares Nein! Natürlich reflektiert man seine Entscheidungen. Aber ich stehe immer zu meinen Entscheidungen. Dafür bin ich mir aber nicht zu schade, auch mal einen Fehler zuzugeben, wenn mir einer auffällt. Lässt es die Regel dann noch zu, eine Entscheidung zurückzunehmen oder abzuändern, mache ich das auch. Hier spielt wieder die Kommunikation eine große Rolle. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei den Spielern und Verantwortlichen besser ankommt, wenn man seine Fehler zugibt. Das kann auch nach dem Spiel passieren. Bis jetzt ist man dann immer im Guten auseinander gegangen!
14. Wie kommst du mit dem ganzen Druck klar?
Druck ist so ein negatives Wort. „Herausforderung“ passt hier besser. Das ist es ja eben, was dieses Hobby ausmacht. Ohne diese Herausforderungen wäre es ja langweilig!
15. Wie bereitest du dich auf ein Spiel vor?
Da gibt es keine konkreten Rituale. Ich prüfe halt mindestens drei Mal, ob auch alles in der Tasche ist! 😉
16. Was würdest du einem Freund sagen, der überlegt, die SR-Prüfung abzulegen?
Das kommt ganz auf den Freund an. Ich würde aber jedem sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, sich das Ganze mal anzuschauen. Ob es denjenigen dann auch „packt“, weiß man im Vorherein nie – ich damals ja auch nicht!