Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat Christoph Schilk vom unterfränkischen FC Ober-/Mittelstreu als bayerischen Monatssieger der Aktion „Fair ist mehr“ ausgezeichnet. Bei einer Aufholjagd seiner abstiegsbedrohten Mannschaft korrigierte der 33-Jährige eine irrtümliche Elfmeter-Entscheidung des Unparteiischen und ging infolgedessen mit seinem Team nach 90 Minuten leer aus. Am Saisonende stieg Schilk mit seinem Team mit nur einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz direkt aus der Kreisklasse Rhön II ab.
Im April war Schilk mit dem FC Ober-/Mittelstreu bei der (SG) Unsleben/Wollbach angetreten, der dabei einen zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand wettmachte. Als Schiedsrichter Sascha Seifert nach einem Sololauf und einem Tackling gegen den eingewechselten Schilk auf den Elfmeterpunkt zeigte (73.), schien sich das Blatt komplett zu wenden und wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt schienen zum Greifen nah. Doch der vermeintlich Gefoulte erklärte dem Referee, dass der Verteidiger zunächst den Ball gespielt habe und folglich kein Foulspiel vorläge. So gab es statt Strafstoß einen Eckball, der für den FC Ober-/Mittelstreu nichts einbrachte, der dann einige Minuten später zudem den Treffer zur 2:3 hinnehmen musste und das Spiel schließlich verlor.
Nachdem Schiedsrichter Sascha Seifert die besondere Geste im Elektronischen Spielbericht (ESB) eingetragen hatte, wurde Schilk aus einer ganzen Reihe an bemerkenswerten Fair Play-Aktionen als bayerischer „Fair ist mehr“-Monatssieger im April ausgewählt. Im Rahmen eines Relegationsspiels vor gewohnt großer Kulisse im Kreis Rhön würdigten der BFV-Kreis-Vorsitzende Rainer Lochmüller und Gruppen-Spielleiter Peter Schmitt das vorbildliche Verhalten von Christoph Schilk. In der Halbzeitpause der Partie zwischen der (SG) ASV Sulzfeld/SV Merkershausen und dem TSV Thundorf (2:1) vor 1050 Zuschauerinnen und Zuschauern in Herschfeld überreichte Lochmüller die Fair Play-Urkunde, das „Fair ist mehr“-Handtuch und einen Gutschein für den DFB-Fanshop.
„Wir hatten trotz allem genug Zeit, das Spiel gegen Unsleben für uns zu entscheiden“, sagte Schilk zu seiner fairen Geste: „Ebenso hatten wir auch genug Partien, um den Abstieg verhindern zu können. Es war keine Entscheidung gegen meinen Verein, sondern für den Fußballsport. Ich würde jederzeit wieder so handeln!“
Mit der Aktion „Fair ist mehr“ würdigen der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sportliches Verhalten. Die Unparteiischen tragen besondere Gesten im Elektronischen Spielbericht (ESB) ein. Darüber hinaus können aber auch alle anderen Beteiligten vorbildliche Aktionen per E-Mail an fair-play@bfv.de melden.
Die fairen Sportlerinnen und Sportler erhalten ein hochwertiges „Fair ist mehr“-Handtuch, ein persönliches Dankesschreiben sowie eine Urkunde. Jeden Monat wird zudem eine Monatssiegerin oder ein Monatssieger mit einem zusätzlichen Präsent von einem BFV-Vertreter oder einer -Vertreterin ausgezeichnet. Am Spieljahresende wird aus dem Kreis der Montassiegerinnen und -sieger der Landessieger gekürt, der wiederum bei der bundesweiten Wahl des DFB antritt. In der Saison 2024/25 würdigte der BFV bisher 120 Fairplay-Aktionen.