Für Frauenfußball-Fans wird dieser Donnerstag ein Fußball-Feiertag. Denn im BFV-Pokal der Frauen stehen die beiden Halbfinals an (Anstoß jeweils um 14 Uhr, Liveticker unten auf dieser Seite). Es sind zwei Spiele, die nicht nur sportlich ein hohes Niveau versprechen, sondern auch eine gute Portion Brisanz. Der BFV-Pokal-Rekordsieger und frisch gebackene Aufsteiger in die 2. Frauen-Bundesliga, SV 67 Weinberg, empfängt Titelverteidiger und Ligakonkurrent FFC Wacker München. In Bad Aibling stehen sich der TuS Bad Aibling und der ebenfalls frisch gekürte Bayernliga-Meister und Regionalliga-Wiederaufsteiger FC Würzburger Kickers im Pokalduell gegenüber.
Traum vom Vereins-Highlight versus Aufstiegs-Euphorie in Bad Aibling
Insbesondere die beiden Bayernligisten dürften bis in die Haarspitzen motiviert sein, denn mit dem Einzug ins Finale des BFV-Pokal-Wettbewerbs der Frauen ist womöglich schon die direkte Qualifikation für die DFB-Pokal-Hauptrunde 2023/24 verbunden – sollte der SV Weinberg das andere Halbfinale gewinnen. Denn als Zweitliga-Aufsteiger sind die Mittelfränkinnen bereits sicher beim DFB-Pokal-Wettbewerb 2023/24 dabei und damit wäre dann auch der andere BFV-Pokal-Finalist qualifiziert.
„Das ist natürlich extrem verlockend“, sagt Bad Aiblings Abteilungsleiter Stephan Brunner, „und wäre eine Riesengeschichte für unseren Verein. Aber auch so sind wir top motiviert. Wir haben zuletzt in der Liga das Heimspiel gegen Würzburg gewonnen. Von daher werden wir uns sicher nicht kampflos geschlagen geben, auch wenn Würzburg sicherlich der Favorit ist. Das wird bestimmt eine spannende Partie. Beide Teams haben ihr Saisonziel erreicht, beide können befreit aufspielen.“
Brunner bezieht sich auf das Duell vom 16. April. Der TuS bezwang den Favoriten aus Unterfranken im Meisterschafts-Rückspiel mit 2:1. Bad Aiblings Top-Torjägerin Lena Grabmeier sorgte mit einem Doppelpack für die 2:0-Pausenführung, Würzburg konnte im zweiten Durchgang nur noch Sekunden vor dem Abpfiff durch Laura Gerst verkürzen. „Wir haben da noch eine Rechnung offen“, sagt deshalb auch Maren Fuchs, Abteilungsleiterin bei den Frauen des FC Würzburger Kickers. Von daher seien alle Spielerinnen auch top motiviert. Und dass die Kickers-Frauen selbstbewusst anreisen, sollte nach der vorzeitigen Bayernliga-Meisterschaft klar sein. „Wir wollen natürlich die Euphorie durch die vorzeitige Meisterschaft und den Aufstieg mit nach Bad Aibling nehmen und dort nachlegen“, erklärt Fuchs. Dass die eine oder andere Spielerin zu ausgiebig gefeiert haben könnte, um am Donnerstag eine Top-Leistung abzurufen, schließt sie aus. „Nein, wir hatten jetzt natürlich was zu feiern, aber die Mädels sind alle so professionell, dass am Donnerstag alle wieder fit und fokussiert sind. Wir wollen das Spiel für uns entscheiden und ins Finale“, stellt sie klar. Das würde dann – je nach Ausgang – wieder in Bad Aibling stattfinden oder in Würzburg, denn als unterklassiger Klub hätten der TuS und die Kickers auf jeden Fall Heimrecht, egal welcher der beiden Regionalligisten das andere Halbfinale für sich entscheidet.
Rekordsieger empfängt Titelverteidiger
In Weinberg stehen sich im zweiten Halbfinale die beiden Regionalligisten SV 67 Weinberg und der FFC Wacker München gegenüber. Die Gastgeberinnen sind mit insgesamt sechs Titeln bayerischer Pokal-Rekordchampion, die Gäste aus der Landeshauptstadt allerdings Titelverteidiger. „Das wird ein ganz enges Spiel“, prognostiziert deshalb auch Edgar Schalk, Abteilungsleiter des SV 67 Weinberg. Dass sein Team durch die infolge des Aufstiegs bereits sichere Qualifikation für die DFB-Pokal-Hauptrunde ein paar Prozentpunkte weniger investieren wird, glaubt er nicht. „Nein! Ein Pokalfinale ist immer etwas Besonderes. Wir wollen ins Finale und wir wollen den Pokal“, stellt er klar.
Wie auch beim anderen Halbfinale kam es auch zwischen Weinberg und München erst vor wenigen Wochen zum direkten Duell in der Meisterschaft. Die Partie am 5. März war allerdings eine klare Angelegenheit für den späteren Meister - Weinberg bezwang die Münchnerinnen souverän 3:0. Und der in der Hinrunde auch auswärts oft überzeugende FFC rutschte in eine kleine „Auswärtskrise“. In diesem Jahr gingen vier der sechs Auswärtsspiele in der Liga verloren. Zuletzt setzte es in fremden Stadien drei Niederlagen in Folge. Allerdings weiß der FFC im Pokal zu überzeugen. Auf dem Weg ins Habfinale kassierten die Münchnerinnen bis dato keinen einzigen Gegentreffer. Einmal 7:0, zweimal 4:0 stand am Ende der Pokalspiele auf der Anzeigetafel – allesamt Auswärtspartien. So eine tadellose Bilanz hat keiner der drei übrigen verbliebenen Kontrahenten.