Bravourös gekämpft, aber doch ausgeschieden: Für die deutsche U17-Nationalmannschaft ist die Europameisterschaft in Albanien bereits nach der Vorrunde beendet. Das Team von DFB-Trainer Marc-Patrick Meister aus dem Jahrgang 2008 unterlag im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Portugal in der Hauptstadt Tirana mit 1:2 (0:0).
Der portugiesische Siegtreffer durch Daniel Banjaqui nach einem Konter (89.) beendete die deutschen Hoffnungen aufs Halbfinale endgültig. Zuvor hatte sich das deutsche Team nach dem umjubelten Führungstreffer von Lasse Isbruch in der 72. Minute kurzzeitig schon auf Halbfinalkurs gewähnt, doch Portugal schlug durch Tomás Soares schon vier Minuten später eiskalt zurück (76.).
"Es ist natürlich schade, dass das EURO-Abenteuer bereits nach der Vorrrunde beendet ist. Der Wille war da, letztlich aber haben der letzte Biss und die letzte Konsequenz gefehlt. Aber mit der Weltmeisterschaft in Katar wartet ja in diesem Jahr noch ein zweites großes Turnier auf die Mannschaft und ich bin überzeugt, dass die Jungs gegen Kolumbien, Nordkorea und El Salvador etwas reißen können. Es gilt jetzt, das Turnier zu analysieren und aufzuabreiten, aus den Fehlern zu lernen und den Blick nach vorne zu richten", erklärt Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann, der die deutsche Auswahl, zu der in Lennart Karl, Moritz Göttlicher und Mike Wisdom (im Bild von links) auch drei Spieler des FC Bayern München gehörten, als Delegationsleiter begleitet hatte. "Es war ein spannendes und intensives Erlbenis, bei so einem Turnier hautnah dabei zu sein und von der Vorbereitung bis zu den Spielen einmal hinter die Kulissen zu blicken und zu sehen, wie ein Rädchen ins nächste greift. Innerhalb der Mannschaft, aber auch im Team hinter dem Team", so Weißmann.
"Natürlich ist es extrem bitter, so auszuscheiden - besonders nach Führung und guter Kontrolle. Wir wussten, dass nur ein Sieg reichen wird, und am Ende hat es dazu nicht gereicht. Heute war es ein Spiel auf Augenhöhe, vielleicht haben wir es uns aber bereits am Montag gegen Frankreich selbst verbaut", erklärte Cheftrainer Marc-Patrick Meister. "Wenn ich in die enttäuschten Gesichter der Spieler blicke, empfinde ich vor allem Stolz. Ich weiß, dass dieser Moment ihnen die Möglichkeit gibt, zu wachsen. Ihr Teamgeist ist überragend, sehr ansteckend und ich bin fest davon überzeugt, dass sich das Potenzial dieser Mannschaft in den kommenden Spielen – zum Beispiel bei der Weltmeisterschaft im November – zeigen wird."
Die deutsche U17-Auswahl war mit einer 0:3-Niederlage gegen Frankreich ins Turnier gestartet, überzeugte dann im zweiten Gruppenspiel mit einem 4:0-Erfolg gegen Gastgeber Albanien, hätte aber für ein Weiterkommen gegen Portugal zwingend gewinnen müssen, um einen der ersten beiden Plätze in Gruppe A zu übernehmen.