Deniz Aytekin wird nach der Saison 2025/26 seine Karriere als aktiver Schiedsrichter im Profifußball beenden. Das hat der 47 Jahre alte Unparteiische des TSV Altenberg (Mittelfranken, Kreis Nürnberg/Frankenhöhe) vor dem Start der neuen Saison bekanntgegeben sowie im Vorfeld der Sportlichen Leitung sowie der Geschäftsführung der DFB Schiri GmbH mitgeteilt.
"Deniz Aytekin ist ein herausragender Schiedsrichter, der seit vielen Jahren konstant auf Spitzenniveau pfeift und höchste Wertschätzung genießt. Das macht ihn zu einem echten Vorbild und einem Aushängeschild für das Schiedsrichterwesen in Bayern! Ich bin sicher, dass Deniz auch in seiner letzten Spielzeit als aktiver Unparteiischer großartige Leistungen zeigen wird. Seiner Entscheidung, aus freien Stücken am Ende der Saison seine Karriere zu beenden, gebührt Respekt – und zeigt einmal mehr seinen Weitblick", sagt Verbands-Schiedsrichterobmann Sven Laumer.
Aytekin blickt auf eine sehr erfolgreiche Karriere zurück. Mit aktuell 241 Einsätzen innerhalb der vergangenen 17 Jahre rangiert der gebürtige Nürnberger in den Top Ten der Unparteiischen mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga. Neben zahlreichen Topspielen in der deutschen Eliteklasse leitete der 47-Jährige zudem 2017 das DFB-Pokal-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund. Zwischen 2011 und 2022 stand Aytekin zudem auf der FIFA-Liste: In diesem Zeitraum leitete er unter anderem 21 Champions-League-Partien sowie zehn WM-Qualifikationsspiele und 22 internationale Freundschaftsspiele. Bei der UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine war er als Additional Assistant Referee im Einsatz. Aytekin wurde dreimal zum Schiedsrichter des Jahres in Deutschland gewählt (2018/19, 2021/22 & 2023/24).
"Ich bin Teil der Fußballfamilie, und der Fußball hat mir sehr viel gegeben. Erst vor wenigen Monaten bin ich für meine 30-jährige Tätigkeit als Schiedsrichter geehrt worden. Diese Ehrung hat in mir eine Reflexion ausgelöst. Ich habe dort sehr viele junge Menschen gesehen, die auf ihre Chance warten, irgendwann einmal aufzusteigen. Mir ist bewusst, dass irgendwann auch mal jemand für mich zur Seite getreten ist, wodurch ich aufsteigen konnte. Das hat in mir einen Prozess ausgelöst, an dessen Ende die Entscheidung stand, dass ich meine Karriere nach der neuen Saison beenden werde", sagt Aytekin und ergänzt: "Bewusst loszulassen von etwas, das man liebt, ist keine einfache Entscheidung – aber eine sehr überlegte. Ich möchte aufhören in einer Phase, in der ich noch mit voller Überzeugung, Leidenschaft und Klarheit auf dem Platz stehe. Es ist mir wichtig, als Persönlichkeit wahrgenommen zu werden, die präsent und geschätzt ist – nicht erst dann zu gehen, wenn die Zweifel beginnen. Deshalb ist mein Ziel, in der kommenden Saison noch einmal mit voller Konzentration und Freude zu pfeifen und danach auf eine lange, positive und erfüllte Karriere zurückzublicken."